Als Konsequenz aus der Affäre um die niedersächsische Abgeordnete Wegner denkt die Linke darüber nach, künftig keine Mitglieder der DKP mehr auf ihren Listen kandidieren zu lassen.

Als Konsequenz aus der Affäre um die niedersächsische Linke-Abgeordnete Christel Wegner erwägt die Linke, keine wahlstrategischen Bündnisse mehr mit der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) oder anderen Parteien einzugehen.

Christel Wegner, dpa

Die Stasi-Äußerungen von DKP-Mitglied Christel Wegner haben wahrscheinlich weitere Konsequenzen: Die Linken erwägen, kein wahlstrategischen Bündnisse mehr einzugehen. (© Foto: dpa)

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"Wir sollten in Zukunft keine Mitglieder der DKP oder anderer Parteien mehr auf unsere Listen nehmen", sagte die stellvertretende Vorsitzende der Linken, Katina Schubert, der Neuen Presse in Hannnover. Sie zeigte sich froh darüber, dass die Linke im niedersächsischen Landtag DKP-Mitglied Wegner aus der Fraktion ausgeschlossen hat.

Wegner, die auf der Liste der Linken in den Landtag gewählt worden war, hatte mit positiven Äußerungen zur Stasi und zum Mauerbau für Wirbel gesorgt. Als "richtig und konsequent" lobte auch der Bundeswahlkampfleiter der Linken, Bodo Ramelow, den Rauswurf Wegners. "Sie hat das Gastrecht missbraucht", sagte er.

Grünen-Chef Reinhard Bütikofer forderte von der Linken im Umgang mit DKP-Mitgliedern Konsequenzen auch in Hamburg. Die Linke lege "im Umgang mit ihrer stalinistischen Tradition Doppelstandards an", sagte Bütikofer der Passauer Neuen Presse. "Das beschränkt sich nicht auf die Person von Frau Wegner. Was ist mit dem Kandidaten Harms in Hamburg - muss der erst gewählt werden, damit man ihn ausschließt?"

Der stellvertretende Bundestagsfraktionschef Klaus Ernst sieht nach dem Fraktionsausschluss Wegners keine Notwendigkeit für weitere Konsequenzen mehr: "Ich denke, dass die Sache damit bereinigt ist", sagte der frühere WASG-Chef der Passauer Neuen Presse.

Unterdessen attackierte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel Linke-Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi, der spekuliert hatte, Wegner habe mit ihrer Äußerung kurz vor der Hamburg-Wahl der Linken möglicherweise bewusst schaden wollen und die Aktion sei vom Verfassungsschutz gesteuert.

"Wenn Gregor Gysi dem Verfassungsschutz die Schuld an Frau Wegners Äußerungen zuschreibt, dann wird er wohl auch die DDR für eine Simulation der CIA halten", sagte Niebel.

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(AP/gal/bavo)