Der Staatsbesuch des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in Israel ist mit einem Unglück zu Ende gegangen. Ein Polizist starb durch einen Schuss aus seinem eigenen Gewehr.

Der Staatsbesuch des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in Israel ist mit einem dramatischen Zwischenfall zu Ende gegangen: Während der Abschiedszeremonie am Dienstag schoss sich ein israelischer Polizist in den Kopf. Aus Furcht vor einem Anschlag brach Panik auf dem Flughafen bei Tel Aviv aus. Sarkozy und der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert wurden abrupt von Sicherheitskräften abgeschirmt.

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Eilte die Treppe zum Flugzeug hinauf: Carla Bruni, Ehefrau des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy. (© Foto: AP)

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Sarkozys Frau Carla Bruni rannte die Treppe zur Präsidentenmaschine hinauf, um sich in Sicherheit zu bringen. Sicherheitskräfte brachten dann auch Sarkozy ins Flugzeug. Olmert und der israelische Präsident Schimon Peres wurden zu ihren Limousinen gebracht.

Es handelte sich aber nicht um einen Attentatsversuch. Der Grenzpolizist habe mit einem Kopfschuss Selbstmord begangen, sagte ein Polizeisprecher. In Radioberichten hieß es, der tödliche Schuss habe sich versehentlich gelöst. Der Polizist sei 100 bis 200 Meter von Sarkozy entfernt gewesen.

Nach wenigen Minuten war die Panik vorüber, und Olmert stieg in die Präsidentenmaschine, um die Sarkozys über den Grund des Schusses zu informieren, wie Augenzeugen berichteten.

Sarkozy kritisiert den Sperrwall

Der französische Staatschef war am Sonntag zu einem dreitägigen Besuch in Israel eingetroffen, um die Beziehungen beider Länder zu festigen. Bei seinem Aufenthalt in den palästinensischen Gebieten war er am Dienstag in Bethlehem mit Präsident Mahmud Abbas zusammengetroffen. Danach kritisierte er den von Israel errichteten Sperrwall um das Westjordanland. Die Barriere, mit der sich Israel vor palästinensischen Selbstmordattentätern schützen will, werde das Land dem Frieden nicht näher bringen, sagte er auf einer Pressekonferenz mit Abbas.

Er wiederholte seinen Appell an Israel, den palästinensischen Anspruch auf Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen Staates zu akzeptieren. "Es ist eine heilige Stadt für drei Glaubensgemeinschaften: Juden, Christen und Muslime", sagte er. "Kann Jerusalem für eine Seite sein, und nicht für die andere? Ich denke, nein."

Am Montag hatte Sarkozy als erster französischer Präsident seit 26 Jahren vor dem israelischen Parlament gesprochen. Dabei sicherte er dem Land Unterstützung gegen Organisationen oder Staaten zu, die zu seiner Zerstörung aufriefen. Zugleich mahnte er, ein Frieden in Nahost sei nur durch einen "unabhängigen, modernen, demokratischen und lebensfähigen palästinensischen Staat" möglich.

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(AP/dpa/Reuters/sekr/buma)