Klaas Faber war für die Waffen-SS im KZ Westerbork. In den Niederlanden wurde er als NS-Verbrecher verurteilt. Seit Jahrzehnten lebt er unbehelligt in Ingolstadt - dank eines Hitler-Erlasses und der deutschen Justiz.
Nun ist er 88 Jahre alt, und wenn Klaas Faber mit seiner Frau spazieren oder einkaufen geht im Ingolstädter Piusviertel, dann schiebt sie eine Gehhilfe vor sich her, und er schreitet aufrecht daneben. Ruhig ist das Leben zumeist, doch neulich hat ihm ein Reporter des britischen Boulevardblatts Sun aufgelauert und gefragt nach all den alten Geschichten - nach seiner Zeit bei der Waffen-SS, nach den Erschießungen, und warum er immer noch in Freiheit lebt, obwohl ihn das Simon-Wiesenthal-Zentrum auf der Liste der zehn meistgesuchten Kriegsverbrecher führt und er in seiner alten Heimat, den Niederlanden, wegen NS-Verbrechen verurteilt wurde.
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Im KZ Westerbork hat Klaas Faber Gefangene bewacht. (© AFP)
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Jahrzehnte haben diese Fragen Klaas Faber begleitet, immer wieder hat er die Antwort verweigert, und stets ist er unbehelligt geblieben trotz schwerer Vorwürfe. Auch dem Sun-Reporter, der noch einen Kameramann mitgebracht hatte, offenbarte er nichts. Zu sehen ist, wie Faber die Lippen zusammenkneift und starr geradeaus blickt. Doch nun steht ihm womöglich doch ein Prozess oder die Auslieferung in die Niederlande bevor. Plötzlich ist von verschiedenen Seiten Bewegung in diesen Fall gekommen.
Zum einen kommt sie aus Israel, wo die Wut gewachsen ist über den Umgang der Deutschen mit Faber. 150 Jerusalemer Anwälte haben in einer Petition Justizminister Jaakov Neeman dringend aufgefordert, den deutschen Behörden Druck zu machen. Die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem und das Wiesenthal-Zentrum haben sich dem Aufruf angeschlossen, und vor zwei Tagen hat Minister Neeman dazu nach Angaben seines Sprechers einen Brief an seine deutsche Kollegin nach Berlin geschickt. Bei Sabine Leutheusser-Schnarrenberger dürfte er damit eine offene Tür einrennen, denn sie ist bereits selbst aktiv geworden im Fall Klaas Carel Faber, der bislang alles andere ist als ein Ruhmesblatt für die deutsche Justiz.
Klaas Faber aus dem nordholländischen Haarlem hatte sich niederländischen Gerichtsunterlagen zufolge 1940 freiwillig zur Waffen-SS gemeldet. Seine Aufgabe: die Bewachung von Gefangenen, unter anderem im KZ Westerbork, einem Durchgangslager, das 1944 auch Anne Frank mit ihrer Familie passieren musste. Nach dem Krieg wurde er zusammen mit seinem Bruder Pieter Johan wegen der Ermordung von Gefangenen zum Tode verurteilt.
1948 wurde das Urteil an seinem Bruder vollstreckt, seine Strafe aber in lebenslange Haft umgewandelt. Zusammen mit anderen holländischen und deutschen Kriegsverbrechern saß er dann in der niederländischen Haftanstalt Breda ein - bis zum zweiten Weihnachtstag 1952, als ihm mit sechs anderen die Flucht gelang. Während einer Filmvorführung - man sah zum Festtag "Der Himmel kann warten" mit Heinz Rühmann, Hans Moser und Theo Lingen - setzten sie sich über den Kohlenkeller ab und flüchteten mit Hilfe von Komplizen über die Grenze nach Deutschland.
Einer der Ausbrecher hat später einmal dem Magazin Stern offenbart, wie sie von den deutschen Beamten im Zollamt Wyler empfangen worden waren: mit Kaffee und Kuchen. "Der Zollamtsleiter war ein Kriegskamerad", erzählte er. Auf große Nachsicht der deutschen Behörden konnte Faber auch weiter hoffen. Die Niederlande forderten von Deutschland schon nach wenigen Tagen - und später immer wieder - seine Auslieferung. Doch Deutschland machte dicht.
Die Rechtsgrundlage dafür war ein Erlass Adolf Hitlers aus dem Jahr 1943, demzufolge die Mitgliedschaft in der Waffen-SS mit der deutschen Staatsbürgerschaft verbunden war. Der niederländische Nazi Klaas Faber war also nun dank des Führer-Erlasses ein deutscher Bundesbürger - und als Deutscher durfte er nicht in seine alte Heimat ausgeliefert werden. Klaas Faber konnte deshalb unbehelligt in der Bundesrepublik leben.
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Zwei kräftige Kerle, Kabelbinder, Transporter, dank Schengener Abkommen freie Fahrt: Jede Polizeidienststelle der Niederlande übernimmt die Altlast.
wenn er hoffentlich in die Niederlande ausgeliefert wird, und dann ins Gefängnis kommt, sollte er jeden tag nach dem aufwachen als erst sagen: lang leve de konigin, und danach sofort die National Hymne singen, jeden Tag!
Es wird ihm doch nicht schwer fallen, zu singen:
"Wilhelmus Van Nassaue, ICH BIN AUS DEUTSCHEN BLUT" etc.!
Die Gerechtigkeit ist die Wahrheit, und die hat lange auf sich warten lassen.
flashforward schreibt: "Rechtsstaat vs Gerechtigkeit"
Wenn die deutsche Justiz den Mann nicht hinter Gitter bringt, ist das nur einmal mehr ein Beweis dafür, dass Gerechtigkeit und Recht nicht immer ein und das selbe sind. Es wäre eine Schande, wenn der Mossad den Mann für uns vor ein - dann israelisches - Gericht stellen müsste. Wobei: Dann bekäme er mit Sicherheit eine angemessene Strafe".
Faber hat keine Juden ermordet, sondern holländische Widerständler. Der Mossad begeht keine Auftragsentführungen und die israelische Justiz verurteilt auch nicht stellvertretend im Nachhinein für die deutsche Justiz.
Schließlich ist Israel ein Rechtsstaat.
Falls Sie damit zum Ausdruck bringen wollen, man solle die "alten Greise" nun lieber in Ruhe lassen, so bin ich anderer Ansicht.
kann sich ja immer noch ein weltbekannter Geheimdienst aus südlichen Gefilden diesen Mann in einer Nacht und Nebelaktion krallen und Ihn nach Holland liefern.
Diese Herren Freiheitsberauber werden dafür auf jeden Fall nicht belangt.
Ja sowas würde gehen, unter Duldung gewisser Organisationen in Hessen.
Aber die Kanzlerin wirds schon richten. Sie wird den "deutschen" Staatsbürger widerrechtlich nach Holland oder an Mittelmeer abschieben.
Tolle Frau die deutsche Kanzlerin und Pastorentochter. Echt toll.
Paging