Medienjournalist Christoph Schultheis, Mitbegründer des erfolgreichen Website Bildblog.de, hat in den vergangen Jahren die Bild-Zeitung so intensiv beobachtet wie kaum ein anderer. Sein Urteil: "Bild berichtet nicht über Wahlkampf. Bild macht Wahlkampf." Um Merkel zu unterstützen, gehe die Bild "bis an die Grenzen des journalistisch halbwegs vertretbaren", sagte er sueddeutsche.de. Das sei schon im Wahlkampf 2005 so gewesen. Und das spiegele sich jetzt auch in der Bild-Berichterstattung über den Fall Ackermann wider.
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Gehe es dagegen um eigene Leute, sei die Bild nur dann zurückhaltend, wenn sie nichts gewinnen könne, sagt Schultheis. Eigene Erfolgsgeschichten wie die Verleihung des Goldenen Lenkrades dagegen würden in der Bild groß gefahren. Auch mit Fotos von Friede Springer, Mathias Döpfner und Kai Diekmann.
An diesem Mittwoch dann die erwartbare Berichterstattung: Auf der Seite eins der Bild kein Sterbenswörtchen zu Ackermanns Sause. Erst auf Seite zwei erklärt Ex-FAZ-Herausgeber und Bild-Kolumnist Hugo Müller-Vogg, dass im Grunde alles mit rechten Dingen zugegangen sei und unter Gerhard Schröder die Spesenrechnungen noch viel üppiger ausgefallen seien. Der Einladungspraxis des Altkanzlers widmet die Bild beinahe genauso viel Platz wie der Berichterstattung über den Ackermann-Abend.
Die B.Z., das Berliner Hauptstadt-Boulevard-Organ des Springer-Verlages, findet auf Seite drei gerade noch Platz für einen 31 Zeilen langen Einspalter. Dick unterstrichen ist die Passage, in der der FDP-Haushaltspolitiker Otto Fricke warnt, es dürfe jetzt nicht dazu kommen, dass "eine Kanzlerin nicht mehr zum Abendessen einladen darf".
Die Welt zieht einen Zweispalter nach, in dem es nur am Rande um Ackermann, aber viel um Ulla Schmidts Dienstwagen geht. Ähnlich macht es die Berliner Morgenpost.
Online sieht die Springer-Welt kaum anders aus. In einer Bildergalerie auf Welt-Online werden immerhin die Namen Friede Springer und Mathias Döpfner genannt. Kai Diekmann fehlt auch hier. Auf Bild.de wird die Causa jetzt einem aufkommenden "Schmutz-Wahlkampf" zugerechnet. Dieses Wort fiel in Sachen Schmidt und Guttenberg nicht.
An diesem Mittwoch hat sich in Springers Welt endgültig die Sicht durchgesetzt: Die Kanzlerin hat recht, das Ackermann-Essen im Kanzleramt ist in Ordnung. Dass die Opposition daran noch lautstark Kritik äußerte, ist den Blättern keine Zeile wert. Stattdessen meldet Bild: "Schröder und Steinmeier unterstützen Merkel!". Die B.Z. findet sogar wieder zurück zu Schmidt und plustert Details zu einer neuen Aufmachergeschichte der Seite zwei auf.
"Ich war dabei - nun richtet mich"
Souveräner geht da schon die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit der Tatsache um, dass einer der ihren dem Abendessen beiwohnen durfte. Mitherausgeber Frank Schirrmacher bekennt süffisant auf der ersten Seite des Feuilletons: "Ich war dabei." Es folgt eine eher ironisch gemeinte Selbstanklage, die mit den Worten endet: "Ich habe bekannt, nun richtet mich."
Auch der dritte Journalist in Ackermanns Runde meldet sich jetzt zu Wort. Focus-Kultur-Chef Stephan Sattler kommentiert auf Focus-Online: "Das 'Dinner für Joe' ist kein Skandal." Er sei als Mitglied des Kuratoriums der Alfred-Herrhausen-Gesellschaft, "einer äußerst verdienstvollen Stiftung der Deutschen Bank", von Merkel persönlich eingeladen worden.
"Wie ich zu der Ehre kam, weiß ich nicht. Ich schätze aber, dass ich zu denjenigen gehörte, die von Seiten Ackermanns vorgeschlagen wurden", schreibt Sattler. Die nach dem früheren Deutsche-Bank-Chef Herrhausen benannte Gesellschaft steht in enger Verbindung zu Deutschlands größten Finanzinstitut.
Er habe "kein privates Verhältnis" zu Ackermann, schreibt Sattler, kenne ihn nur über die Arbeit im Kuratorium der Alfred-Herrhausen-Gesellschaft. "Ich hätte aber meinen Beruf als Journalist verfehlt, wenn mich nicht Neugierde dazu angetrieben hätte, an dem illustren Abendessen teilzunehmen. Die Bundeskanzlerin aus der Nähe zu beobachten, wollte ich mir nicht entgehen lassen."
Von Bild-Chef Diekmann ist keine ähnliche Erklärung bekannt. Immerhin lässt er Hugo Müller-Vogg aufschreiben, dass das Springer-Spitzen-Trio Friede Springer, Döpfner und Diekmann an dem Essen teilgenommen haben. Auf diese Information warten die Leser von Welt, B.Z. und Berliner Morgenpost noch immer.
Es wäre nicht ganz fair, zu sagen, die Bild hinke mit der Berichterstattung über die Ackermann-Party im Kanzleramt komplett hinterher. Bereits am 16. Januar widmete sie ihm fast eine ganze Seite zwei. Der Titel in geschwungenen Lettern: "Josef Ackemann - Das Gesicht der deutschen Wirtschaft".
Bereits in den ersten Zeilen findet das Abendessen im Kanzleramt als einer der "gesellschaftlichen Höhepunkte im Leben des Josef Ackermann Erwähnung. Und entgegen der von der Bild heute transportierten Sicht der Kanzlerin heißt es damals: "Sogar die 25 Gäste für das Abendessen im April 2008 durfte der Jubilar selber aussuchen."
Knapp einen Monat vor diesem Bericht ist die Deutsche Bank als Großaktionär bei Springer eingestiegen. Seit Dezember 2008 hält sie ein Aktienpakten von 8,4 Prozent im damaligen Börsenwert von 123 Millionen Euro.
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(sueddeutsche.de/jja/gba)
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Warum ist der Springer Verlag so Israel treu?
Das ist deutsche Staatsräson, nachdem die Deutschen sich am Mord an ungefähr 6 Millionen Juden schuldig gemacht haben, lange vor Ihrer Zeit. Die deutsche Staatsräson war dem alten Springer heilig und so halten es heute seinen Erben.
Wenn Sie die neue deutsche Generation sind, denk' ich schon mal ernsthaft daüber nach, auszuwandern.
Nix kapiert oder?
Stillen Sie unsere Neugier lieber mit Meldungen aus Ihrer Partei, nach denen Frau Merkel angeordnet hat, die Gesetze zur Liberalisierung der Finanzmärkte, welche uns die Finanz- und Wirtschaftskrise eingebrockt haben, zu eliminieren, und zwar gestern.
mit der bei anderer Klientel sonst üblichen Kampagne. Im Vergleich zu Ulla waren das allenfalls Alibi Artikel und wiegen die gleichzeitigen Guttenbildchen Beweihräucherungsartikel für nichts, nicht einmal im Ansatz auf. Ganz schön mutig sich so weit aus dem Fenster zu lehnen. Beim nächsten Mal darf Marc sicher mitfeiern, er bemüht sich doch.
"auch X Mio BI LD Leser dürfen wählen. "
Wie jetzt, echt? Die dürfen wählen? Ist das ein rechtlich belegter Fakt?
Wenn das so ist wundert mich nichts mehr.
Na dann müssen wir SZ´ler erst recht! hopp hopp!
Paging