Der verurteilte Bankräuber Jan Zocha hat in seiner Zelle in der JVA Bielefeld ungestört gefährliche Sprengsätze gebaut. Die SPD fordert Aufklärung.
Nach dem Fund von Sprengsätzen in einer Bielefelder Gefängniszelle hat die SPD-Landtagsfraktion Klärung vom Justizministerium gefordert. "Es ist unfassbar, dass in einen Hochsicherheitstrakt - scheinbar über einen längeren Zeitraum - ungestört Sprengstoff einschmuggelt werden konnte", sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Frank Sichau in Düsseldorf.
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"Bankräuber-König" Jan Zocha hat in seiner Zelle in der JVA Bielefeld nach einem Zeitungsbericht Bomben aus echtem Sprengstoff gebaut. (© Foto: dpa)
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"Unglaublich ist auch, dass dieser Sprengstoff in der Zelle eines besonders gefährlichen Straftäters aufbewahrt werden konnte." Laut eines Gutachtens des Landeskriminalamts hatte der als 'Bankräuber-König' bekannte Jan Zocha in der Zelle echte Sprengsätze gebaut.
Nach Ansicht des SPD-Rechtsexperten handelt es sich um einen einmaligen Vorgang, der "schwerwiegende und zahlreiche Fragen" an Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) aufwerfe.
Dem Justizministerium sei für die nächste Sitzung des Rechtsausschusses am 20. August ein Katalog von Fragen übermittelt worden. Erforderlich sei eine sofortige Klärung der Umstände und der Verantwortlichkeiten für die "offenkundigen Sicherheitsmängel".
Verpuffung bei versuchter Geiselnahme
Nach Angaben des Bielefelder Staatsanwalts Christoph Mackel waren in Sprengsatz-Dosen Granulat-Anhaftungen gefunden worden. Dabei handele es sich um Nitrozellulose, ein Treibladungspulver, das auch in Schrotpatronen enthalten sei.
Der wegen 14-fachen Banküberfalls zu zwölf Jahren Haft verurteilte Zocha hatte im Februar versucht, zwei Beamte der Justizvollzugsanstalt Bielefeld als Geiseln zu nehmen. Dabei gab es eine Verpuffung. Zuvor hatte der Häftling zwei Beamten kochendes Wasser ins Gesicht gekippt. Nachdem er überwältigt worden war, entdeckten die Ermittler die Sprengsätze.
(dpa/pir/odg)
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