Nachbildung für Museum Führerbunker in Oberhausen

  • In Nordrhein-Westfalen sollen Teile des Bunkers von Adolf Hitler nachgebildet und ausgestellt werden. Dies berichten mehrere Medien.
  • Ingo Mersmann, Direktor des "Top-Secret"-Spionagemuseums in Oberhausen, will unter anderem den Funkerraum, das Sekretariat, Hitlers Arbeitszimmer und einen Besprechungsraum rekonstruieren.
  • Der Bunkerbau soll Teil einer Ausstellung werden, die sich mit dem Kriegsende beschäftigt.

Hitler-Bunker kommt nach Nordrhein-Westfalen

Das Spionagemuseum Oberhausen in Nordrhein-Westfalen will einzelne Räume des ehemaligen Bunkers von Adolf Hitler nachbilden, berichten Waz und Bild. Das Museum bestägte dies auf SZ-Anfrage.

Museumschef Ingo Mersmann will im Untergeschoss seines Museums in Nordrhein-Westfalen auf 300 Quadratmetern den Funkerraum, das Sekretariat, Hitlers Arbeitszimmer und einen Besprechungsraum des Luftschutzbunkers nachbilden. Den Berichten zufolge sollen Fotos und andere archivarische Belege als Grundlage dienen. Mersmann hofft, die Ausstellung im kommenden Sommer eröffnen zu können.

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Keine Hitler-Porträts in der Ausstellung

Der Nachbau soll Teil einer Ausstellung werden anlässlich des Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren. Vor dem Abgang zum Bunker soll auch ein Café sowie die Front der Neuen Reichskanzlei an das damalige Berlin erinnern. Es sollen Sirenengeheul und Warnrufe simuliert werden. "Wir dokumentieren, wir kommentieren nicht", sagte Sprecherin Dorothée Oelbracht zu Süddeutsche.de. "Wir stellen einfach nur dar, wie grausam das damals zuging." Ziel sei es, den Besuchern ein "haptisches Erlebnis" zu bieten.

Bei dem Führerbunker handelte es sich um einen Komplex unterirdischer Luftschutzräume in Berlin. Er diente Hitler in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs als Hauptquartier. Dort beging er 1945 Selbstmord. Kurz darauf stürmten russische Truppen den Bunker, 1947 wurde er zerstört.

Der Museumschef betonte in den Berichten, man sei sich der Sensibilität des Themas bewusst. Hitler-Porträts werden in den nachgebauten Räumen nicht zu sehen sein. Stattdessen werde man leere Rahmen aufhängen mit schwarzen Passepartouts. Man wolle sicherlich keine braune "Pilgerstätte" werden, sagte Historiker Mersmann der Nachrichtenseite The Local. Es werden auch keine Artefakte oder NS-Devotionalien zu sehen sei, so Sprecherin Oelbracht.

Thema Spionage - auch im weiteren Sinne

Das Museum hatte 2011 für Schlagzeilen gesorgt, als Mersmann das Modell des Hauses nachbauen ließ, in dem Osama bin Laden aufgespürt und getötet wurde. Die Ausstellungen beschäftigen sich mit dem Thema Spionage - auch im weiteren Sinne: Zu sehen ist etwa Fidel Castros grüne Kappe, die Marita Lorenz, ehemalige CIA-Agentin und Castro-Geliebte, zur Verfügung gestellt hat. Titel der Ausstellung: "Intime Blicke".