Die Nato hat zwei russische Diplomaten der Spionage beschuldigt und aus dem Nato-Hauptquartier in Brüssel verwiesen.

Die Nato hat zwei russische Diplomaten der Spionage beschuldigt und des Hauptquartiers der Allianz in Brüssel verwiesen. Dies bestätigten Nato-Diplomaten.

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Eine entschlossene Reaktion sei nötig, heißt es: Die Nato weist zwei Russen aus ihrem Hauptquartier in Brüssel aus. (© Foto: AFP)

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Bei einem der beiden Männer handelt es sich um den Sohn des Moskauer EU- Botschafters, Wladimir Tschischow. Die Russen arbeiteten für die russische Nato-Botschaft auf dem Gelände des Bündnisses.

Bei der Aktion der Nato handele es sich um eine Antwort auf einen Spionagefall in Estland, berichtet die Financial Times am Donnerstag. In Estland war im Februar ein Beamter zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er jahrelang geheime Nato-Informationen an den russischen Geheimdienst weitergeleitet hatte. Die beiden Russen hätten mit diesem Fall zwar nichts zu tun, doch sei angesichts des in Estland angerichteten Schadens eine entschlossene Reaktion nötig, schrieb das Blatt.

Die russische Regierung bezeichnete das Vorgehen als eine "grobe Provokation" des Bündnisses und kündigte ihrerseits Reaktionen an. "Diese empörende Handlung widerspricht im Kern der erklärten Absicht der Nato-Führung, eine Normalisierung der Beziehungen zu Russland anzustreben", teilte das Außenministerium in Moskau mit. EU-Botschafter Tschischow werde ungeachtet des Vorfalls weiter in Brüssel bleiben.

Fast zeitgleich mit dem Vorgehen gegen die beiden angeblichen Spione hatten die Botschafter der 28 Mitgliedsstaaten und der russische Nato-Botschafter Dmitri Rogosin am Mittwoch erstmals seit dem russischen Einmarsch in Georgien vom August vergangenen Jahres wieder offiziell miteinander gesprochen.

Dabei waren beide Seiten übereingekommen, die Arbeit des Nato-Russland-Rates wieder aufzunehmen, die wegen des Moskauer Vorgehens in Georgien auf Eis gelegt worden. Die Beziehungen zwischen der Nato und der EU einerseits sowie Russland andererseits gelten wegen einer Reihe von Streitpunkten derzeit als schwierig.

Die Entscheidung vom Mittwochabend, den Sohn des EU-Botschafters und einen anderen russischen Diplomaten nicht länger in der russischen NATO-Botschaft zu akzeptieren, wurde offiziell von der Nato zunächst nicht bestätigt. "Wir nehmen zu Geheimdienstfragen nie Stellung", sagte eine Sprecherin. Auch eine Sprecherin der EU- Kommission wollte sich nicht äußern.

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