Spionage gegen Wikileaks-Gründer Assange stellt in Karlsruhe Strafanzeige

Julian Assange hat nach Informationen des NDR und der SZ bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe Strafanzeige erstattet. Der Mitgründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks wirft einem Ex-Mitarbeiter des US-Marine Corps geheimdienstliche Agententätigkeit vor. Er soll Assange bei einem Kongress des "Chaos Computer Club" in Berlin ausspioniert haben.

Von John Goetz und Hans Leyendecker

Der Mitgründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, Julian Assange, hat nach Informationen des NDR und der Süddeutschen Zeitung am Dienstagnachmittag bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe Strafanzeige gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des US-Marine Corps wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit erstattet. Die Strafanzeige soll samt Anlagen einen Umfang von knapp 60 Seiten haben.

Den Berichten zufolge soll der Ex-Soldat, der von 2006 bis 2010 in Stuttgart stationiert war, in Deutschland in militärische Nachrichtendiensttätigkeiten eingebunden gewesen sein. So soll er Assange anlässlich eines Kongresses des "Chaos Computer Club" 2009 in Berlin ausspioniert haben. Über seine Mission in Berlin soll er dann, wie der NDR und SZ weiter berichten, einen Geheimbericht geschrieben haben, der bis heute als geheim klassifiziert sei.

Die Mission des früheren militärischen Nachrichtendienstlers soll öffentlich geworden sein, nachdem er im Juni dieses Jahres als Zeuge im Prozess gegen den Whistleblower Bradley Manning vor einem amerikanischen Militärgericht in Maryland aufgetreten sei. Manning wurde später zu 35 Jahren Haft verurteilt, weil er WikiLeaks rund 800.000 Geheimdokumente übergeben hatte. Der Ex-Soldat war eine Art Zeuge der Anklage der Militärstaatsanwälte.

Nach Darstellung des NDR und Süddeutscher Zeitung soll Assange in seiner Strafanzeige den Bundesanwälten angeboten haben, sich per Video zu dem Vorgang vernehmen zu lassen. Assange lebt derzeit in der Londoner Botschaft Ecuadors, in die er im Juni 2012 geflüchtet war, um nicht nach Schweden ausgeliefert zu werden. Schwedische Behörden ermitteln seit drei Jahren gegen Assange wegen Verdachts sexueller Delikte. Er bestreitet die Vorwürfe.

Den vollständigen Artikel lesen in der Mittwochsausgabe der SZ vom 4. September 2013.