Selten einig: Franz Müntefering und Andrea Nahles hoffen im kommenden Bundestagswahlkampf auf die Unterstützung von Exkanzler Gerhard Schröder.

"Schröder muss auf jeden Fall Wahlkampf machen", sagte der designierte SPD-Chef Franz Müntefering am Freitagabend bei einer SPD-Feier in Sinzig in Rheinland-Pfalz. Zusammen mit der stellvertretenden Parteivorsitzenden Andrea Nahles nahm er dort an der 100-Jahr-Feier des SPD-Ortsvereins teil.

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"Du hast meine Stimme als zukünftiger Parteivorsitzender", sicherte Nahles dem designierten SPD-Chef Franz Müntefering zu. (© Foto: dpa)

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Nahles erklärte auf Schröder angesprochen, gute Wahlkämpfer könne man immer gebrauchen. Müntefering bekannte sich zugleich zur Agenda 2010. "Was in Hamburg beschlossen wurde, gilt."

Zugleich sicherte die SPD-Linke Andrea Nahles dem designierten Bundesvorsitzenden Franz Müntefering ihrer Unterstützung. "Du hast meine Stimme als zukünftiger Parteivorsitzender", sagte Nahles am Freitagabend. Für Müntefering war es der erste Auftritt als designierter SPD-Vorsitzender vor der Partei-Basis. Nahles hatte 2005 einen Eklat verursacht, als der damalige SPD-Chef Müntefering sein Amt aufgab, nachdem er im Streit um das von Nahles beanspruchte Generalsekretärs-Amt unterlegen war.

Es komme darauf an, jetzt Geschlossenheit zu zeigen, sagte Nahles. Es gehe nicht um einzelne Personen in der Partei, sondern um die Sozialdemokratie. Auf die Frage, wie lange diese Geschlossenheit in der SPD anhalten werde, sagte sie: "Bis wir die CDU das Fürchten gelehrt haben." Sie wolle, dass die SPD spätestens im Herbst 2009 den Bundeskanzler stelle.

Befragt zum Umgang mit dem linken Flügel der SPD, sagte Müntefering: "Eine so große Partei hat immer unterschiedliche Positionierungen in sich. Das gehört zur Demokratie dazu." Wenn man einen guten Weg finden wolle, müsse man notfalls auch streiten.

Zudem ging Müntefering auf Kurt Beck ein, der am Sonntag als SPD-Bundesvorsitzender zurückgetreten war. Er sei sich sicher, dass dieser auch künftig eine wichtige Rolle spielen werde, "als Person und als Ministerpräsident". Für kommende Woche kündigte Müntefering ein ausführliches Gespräch mit Beck an. Beck werde der Partei sicher als Politiker in anderer Funktion erhalten bleiben.

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(AP/dpa/hai)