Linken-Chef Oskar Lafontaine provoziert mal wieder seine Ex-Partei. Derweil schimpft Wolfgang Clement ihn einen "Hasardeur" und spricht von Neuwahlen in Hessen.
Oskar Lafontaine provoziert mal wieder seine alte Partei, die SPD. Der heutige Chef der Linken stellt seine Partei in die Tradition der SPD-Idole Willy Brandt und Helmut Schmidt.
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Früher SPD-Vorsitzender, heute Chef der Linkspartei: Oskar Lafontaine (© Foto: dpa)
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Mit Blick auf den Friedensnobelpreisträger und ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler Brandt sagte er dem Spiegel: "Wir vertreten im Gegensatz zur SPD die Friedenspolitik Willy Brandts".
Auch bei Brandts Amtsnachfolger Helmut Schmidt sieht der frühere SPD-Vorsitzende Lafontaine Gemeinsamkeiten, freilich bei seiner jetzigen Partei. Dem Magazin erklärte Lafontaine: "Helmut Schmidt sagt, Deutschland habe in Afghanistan nichts verloren. Das ist unsere Position." Schmidt sei mit seinen Positionen inzwischen "auf dem linken Flügel der SPD angesiedelt", behauptete Lafontaine.
Nach der Anlehnung an die beiden SPD-Kanzler setzte Lafontaine zum Frontalangriff auf die SPD an. Seiner früheren Partei warf er vor, sie habe "ihre Identität verloren" und sei "schon lange nicht mehr sozialdemokratisch". Notwendig sei ein Kurswechsel: "Die SPD kann sich nur durch eine Neuorientierung ihrer Politik retten."
Die Partei müsse sich vom Kurs der Agenda 2010 des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) sowie den Militärinterventionen verabschieden. Solange sie bei diesen Positionen bleibe, "ist sie für uns kein Koalitionspartner".
Clement: Politisches Gewürge in Hessen muss enden
Der Gedanke an eine solche politische Kooperation ist für Wolfgang Clement ein Graus. Der umstrittene und parteiausschluss-gefährdete SPD-Politiker warnte seine hessischen Parteifreunde eindringlich, sich von Lafontaine und seiner Linkspartei abhängig zu machen.
Clement, der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident und Superminister a.D., schrieb in der Welt am Sonntag: "Wer sich in dessen Hände begibt, der riskiert mehr als sein Ansehen. Er oder sie riskiert die Zukunft einer stolzen deutschen Partei", schreibt er in der Welt am Sonntag. Lafontaine sei "wohl immer ein Spieler, ein politischer Hasardeur" gewesen.
Auf die "äußerst schwierige Nach-Wahl-Lage in Hessen" gebe es nur zwei vertretbare Antworten, behauptet Clement: "Die eine ist: umgehend seriöse Verhandlungen zwischen allen demokratischen Parteien mit dem Ziel aufzunehmen, eine regierungsfähige Mehrheit zustande zu bringen. Oder aber, schlüge dieser Versuch fehl, die Entscheidung an die hessischen Wähler zurückzugeben."
Vorrang müsse nun haben, "das politische Gewürge so bald als möglich zu beenden, das sich seit der Wahl schon über ein halbes Jahr hinzieht". Komme keine Koalition der demokratischen Kräfte zustande, müsse eben neu gewählt werden.
Eine Auflösung des Landtages in Wiesbaden und ein neuer Urnengang wurde auch an anderer Stelle laut: Die hessische FDP sprach sich der Frankfurter Rundschau zufolge für einen solchen Weg aus. Die Auflösung des Parlaments "in seiner nächsten Plenarsitzung" wäre die "sauberste und einfachste Lösung".
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/odg)
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... an den kleinen herrn noch zuviele Gedanken zu verschwenden.
In den siebziger Jahren des Bundeskanzlers Schmidt, sprach dieser von den "deutschen Sekundärtugenden", die der "Deutschland-GmbH" ihr unverwechselbares Profil gäben. Dies war sicherlich nicht einer der besten Sprüche Helmut Schmidts - nicht nur aus heutigem Blickwinkel.
Die Reaktion Lafontaines, nach der mit diesen "Sekundärtugenden auch ein KZ geführt werden könnte", zeigt die nanische Versessenheit dieses kleinen Mannes nach Geltung und Aufmerksamkeit ... und genauso auch den kaltschnäuzigen Zynismus der eigentlichen Linkenmacher, diesen Mann vorspielen zu lassen.
Zu dem allzu durchsichtigen Versuch, sich eine der Goldenen Taschenuhren August Bebels zu ersitzen, paßt der Versuch, sich Willy Brandt einzuverleiben.
Dieser Mann ekelt sich vor gar nichts mehr - warum sollte er sich also vor sich selber ekeln?
Wenn Altbundeskanzler Schmidt vernünftigerweise erklärt, Deutschland habe in Afghanistan nichts verloren, dann finde ich es nur erfreulich, dass Lafontaine diesen Standpunkt teilt. Wenn schon nicht von der Haltunbg Lafontaines, dann könnte sich die Bundesregierung an der Haltung des Altbundeskanzlers orienttieren.
Alleingänge von Scharping, Clement bis Schröder, ein hilflos lavierender und lamentiernder Beck und, und.... Nahles wieder ungetaucht, Frau Ypsilanti allein auf weiter Flur - wo ist eigentlich die SPD?
Sollen wir uns nach den Hamburgern jetzt auch noch an das amerikanische Wahlspektakel gewöhnen. Das ist einfach zuviel verlangt. Ob die deutschen Wähler soo geduldig sind?
Unsere so präsentierfreudigen Politiker in allen Parteien fordern die Aufforstung unserer Parteien"landschaft" buchstäblich heraus.
Lafontaine und seine Mannschaft können jetzt beweisen, dass von der alten deutschen Poliitikkultur noch etwas übrig geblieben ist. Ein Versuch wäre es wert.
Die Auflösung des Parlaments "in seiner nächsten Plenarsitzung" wäre die "sauberste und einfachste Lösung". Damit meine ich aber nicht nur Hessen.
Wir wissen jetzt, dass Energiewirtschaft und Zeitarbeitsbranche Neuwahlen in Hessen einer Regierung Ypsilanti vorziehen würden.
Ist das wirklich vier Absätze wert?