Die hessische Linke will SPD-Chefin Ypsilanti zur Ministerpräsidentin wählen - sieht aber keinen Präzendenzfall für den Bund.

Die hessische Linke will eine rot-grüne Landesregierung einem Zeitungsbericht zufolge nicht grundsätzlich unterstützen. Die SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti könne sich nur bei der Wahl zur Ministerpräsidentin auf die Stimmen der Linkspartei verlassen und "nicht für mehr", sagte der hessische Linken-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Gehrcke der Frankfurter Rundschau.

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Nicht nur die eigene Partei, auch die Linken machen ihr nun Ärger: Andrea Ypsilanti. (© Foto: Reuters)

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"Wir werden Andrea Ypsilanti keinen Blankoscheck ausstellen." Gehrcke erwartet demnach wechselnde Mehrheiten in Hessen. Es werde Punkte geben, in denen seine Partei der SPD nicht zustimmen könne, sagte er der FR weiter.

In einer möglichen Wahl Ypsilantis sieht Gehrcke keine Vorbereitung für ein rot-rotes Bündnis auf Bundesebene. "Dafür sind die inhaltlichen Differenzen auf Bundesebene einfach zu groß", sagte er.

Der hessische SPD-Landesvorstand kommt am heutigen Mittwoch in Frankfurt am Main zusammen, um über einen möglichen zweiten Anlauf für eine von den Linken tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung zu beraten. Dabei geht es zunächst um einen Fahrplan für die kommenden Wochen.

Ein ursprünglich für Mitte September geplanter Parteitag wird in diesem Zusammenhang vermutlich auf Anfang Oktober verschoben. In die Diskussion über einen möglichen zweiten Versuch zur Regierungsübernahme soll zudem die Parteibasis in Rahmen von Regionalkonferenzen eingebunden werden.

Koch: Zustimmung verweigern

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat den SPD-Landesvorstand indes aufgefordert, einer von der Linkspartei geduldeten rot-grünen Minderheitsregierung die Zustimmung zu verweigern. "Der SPD-Landesvorstand und Frau Ypsilanti wären gut beraten, wenn sie sich an das erinnern, was sie den Menschen versprochen haben, als sie sie um ihre Stimme baten", sagte der CDU-Politiker dem Kölner Stadt-Anzeiger.

"Und sie wären klug beraten, sich die Optionen anzusehen, die sie haben - auch wenn sie dabei anerkennen müssen, dass der SPD-Landesvorstand in Hessen nicht die stärkste, sondern nur die zweitstärkste Partei repräsentiert", wurde Koch zitiert.

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(AFP/AP/ssc/mati)