Laut neuesten Umfragewerten dümpeln die Sozialdemokraten in der Gunst der Wähler zwar nur bei etwa 25 Prozent - Kanzlerkandidat Steinmeier ist dennoch optimistisch: Er traut seiner Partei zu, in Hessen und im Bund stärkste Kraft zu werden. Die Zeit rufe nach sozialdemokratischen Antworten.
Trotz anderslautender Umfragewerte glaubt SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, dass seine Partei bei der Landtagswahl in Hessen im Januar und bei der Bundestagswahl im September stärkste Partei werden kann. Der Außenminister sagte der Bild am Sonntag, die Zeit rufe nach sozialdemokratischen Antworten. "Die Marktradikalen haben uns diese Krise eingebrockt, jetzt geht es um eine gerechte neue Wirtschaftsordnung, in der auch der Staat handlungsfähig ist und Sicherheit gibt." Diese Aufgabe könne die SPD am besten lösen.
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Gibt sich zuversichtlich: SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier. (© Foto: dpa)
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"Wir werden in Hessen ein gutes Wahlergebnis erreichen", sagte Steinmeier. Der dortige SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel präsentiere sich gut. "Er packt in der schwierigen Situation mutig an. Das verdient meinen Respekt und wird sicher auch Eindruck bei den Hessen hinterlassen."
Konjunkturpaket notfalls auch ohne CSU
Auch auf Bundesebene kämpfe er gemeinsam mit Fraktionschef Peter Struck und Finanzminister Peer Steinbrück dafür, dass die SPD nach der Wahl stärkste Fraktion werde und den Kanzler stelle. "Die Fortführung der großen Koalition steht dabei nicht auf unserem Wunschzettel", sagte Steinmeier. Ein von der SPD geführtes Bündnis würde mit der Wirtschaftskrise besser fertig als die große Koalition.
Seiner Ansicht nach soll die große Koalition notfalls auch ohne die CSU Anfang des Jahres das geplante Konjunkturpaket verabschieden. Gefragt, ob nach der Drohung der CSU, ein Konjunkturprogramm ohne Steuersenkungen abzulehnen, eine Blockade der Koalition drohe, erklärte Steinmeier: "Die Koalition ist auch ohne CSU groß genug. Niemand könnte eine Blockade des unbedingt notwendigen Investitionsprogramms verantworten."
Steinmeier lehnt Steuersenkungen ab: "In der jetzigen Situation bin ich gegen Absenkungen bei der Einkommenssteuer. Davon profitieren vor allem Gutverdiener." Auch die Union wisse, dass die Sparquote bei Besserverdienenden am höchsten sei. Das Geld solle aber nicht auf dem Sparkonto landen, sondern im Gegenteil die Wirtschaft und den Konsum ankurbeln. "Wir wollen darum lieber Abgaben senken. Davon profitieren alle - auch die Gering- und Normalverdiener und die Rentner", sagte Steinmeier.
"Flotte Sprüche machen noch keine Politik"
Im Vergleich mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte Steinmeier einige Fähigkeiten, die ihn als besseren Regierungschef auszeichnen: "Die Menschen wissen, dass ich auch in schwierigen Zeiten mit hohem Verantwortungsbewusstsein und guten Nerven arbeite und die langen Linien unserer Politik im Blick habe. Dass ich erst zufrieden bin, wenn wirksame Lösungen gefunden sind, die unserem Land helfen." Solch eine Politik schaffe Vertrauen, und Vertrauen sei auch für ein Land die kostbarste Ressource. "Flotte Sprüche oder das schönste Lächeln machen noch keine Politik", sagte Steinmeier.
Nach einer am vergangenen Freitag veröffentlichten Telefonumfrage im Auftrag des Fernsehsenders Sat.1 liegt die Union in Hessen derzeit mit 41 Prozent deutlich vor der SPD, die nur mit 25 Prozent der Stimmen rechnen kann. Vier Wochen vor der Wahl schneidet Ministerpräsident Roland Koch (CDU) im direkten Vergleich mit 45 Prozent doppelt so gut ab wie sein SPD-Herausforderer Schäfer-Gümbel (22 Prozent).
Nach einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag von MDR aktuell liegt deutschlandweit die Union mit 37 Prozent in der Wählergunst vorn, die SPD kommt auf 24 Prozent.
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(dpa/AFP/Reuters/dmo)
Szene München
Die SPD möchte die Wahlen nächstes Jahr gewinnen. Ein verständlicher Wunsch. Die Signale, die die Partei abgibt, sind aber verwirrend für den Wähler. Steinmeier möchte seine lädierte Partei mit markigen Sprüchen auf Sieg bürsten, Schäfer-Gümpel zieht aus der Wahlkampfkiste Finanzvorschläge, die auf Neid und Missgunst basieren, Müntefering sagt, das er sich rot-rote Koaltionen in den Länder vorstellen kann - im Bund aber nicht (wer soll ihm das glauben?) und attestiert, das der Westdeutsche keine Vorbehalte gegen Koalitionen mit Links hat (woher nimmt er diese Gewissheit? Aus Hessen? Und warum mußte Beck dann gehen?).
Fazit nach diesem Wochenende: die SPD bietet ein wirres Gesamtbild ohne klare Botschaft. Und damit will die Partei mehrheitsfähig sein? Für wie dumm halten die SPD-Oberen das Wahlvolk?
Wer's glawubt, wird selig....
Ich glaube nicht, dass unser SPD Notkanidat diese Äußerung wirklich ernst gemeint hat. Ideologisch gibt es für die Agenda 2010 SPD ja auch überhaupt keinen Grund wider den Kanzler zu stellen. Ihre prekären Perönlichkeiten passen viel besser in eine große Koalition in der ihre eigene Unfähigkeit am wenigsten auffällt. "Sozialdemokratische Antworten" ein sehr guter Witz von wem sollen denn diese Antworten kommen ? Etwas von Prof. Sinn, Peter Hartz, dem Convent für Deutschland der INSM und co ?.
Nein ich glaube wir werden im Herbst eine neue Groko mit dem üblichen unfähigen Gestalten der jetztigen Grökaz (Größte Koalitionäre aller Zeiten) sehen. Steinmeier selbst ist doch nur eine leere Hülle der dank seines Postens ungerechtfertigter Weise hohe Sympatiewerte hat.
Wenn es so etwas wie Gerechtigkeit gäbe, wartet nun schon Ferdinand Lassalle im Jenseits mit geladenen Duellpistolen um die Ehre dieser doch historisch verdienstvollen Partei wiederherzustellen.
ich möchte wissen, von welcher republik herr steinmeier redet,- wo die spd die stärkste kraft im bund werden kann. links sind der spd die wähler in scharen weggelaufen und in der mitte wird cdu/csu - die dummen fdp - gewählt.
münte und steini sind protagonisten der agenda 2010. verantwortlich für hartz IV und löhne von 3 die stunde, für leiharbeiter die geheuert und gefeuert werden (moderne sklaven). wer sich damit brüstet, die agenda 2010 hätte jobs geschaffen verschweigt, daß die meisten dieser jobs subventioniert sind,- vom steuerzahler selbstverständlich. die arbeitnehmer bekommen geld vom staat damit sie überleben können und der arbeitgeber spart bei den sozial abgaben. und dieser ganze mist kostet dem steuerzahler pro jahr 3 milliarden mehr als die alte regelung.
also herr steinmeier, woher wollen sie die wähler nehmen um stärkste kraft im bund zu werden ???
Mit ihrer Agenda 2010 hat sich die SPD für mindestens 25 Jahre von der Kanzlerscahft verabschiedet, wenn nicht gar selbst überflüssig gemacht.
Die Wähler, denen sozialdemokratische Anliegen am Herzen liegen wählen heute lieber die LINKE, und dijenigen, die noch nie was für den Sozialstaat übrig hatten, das marktradikale Original FDP. Der Union wird es in nicht ferner Zukunft ähnlich ergehen. Der Arbeitnehmerflügel der Union (der heute linker ist, als die verhartzte Schröder-Clement-Steinmeier-SPD) wird sich über kurz oder lang zu der LINKEn hin verabschieden - der Rest kann dann mit der Seeheimer SPD zum Erfüllungsgehilfen und Machtbeschaffer für die FDP-Radikalinskis fusionieren.
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