Von D. Brössler

SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier verzichtet auf einen Wahlkampfbesuch beim US-Präsidenten - und lässt Gerüchte dementieren, er sei verärgert über Obama.

Angela Merkel hat es getan. Edmund Stoiber seinerzeit auch. Ebenso wie Gerhard Schröder und Rudolf Scharping. Zu den Traditionen bundesrepublikanischer Wahlkämpfe gehört ein Besuch des Kanzler-Herausforderers in Washington. Im Idealfall gekrönt von einem kurzen Termin beim US-Präsidenten soll dies das diplomatische Gewicht des Bewerbers dokumentieren und den Amerikanern außenpolitische Kontinuität verheißen.

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Terminliche, nicht politische Unstimmigkeiten sollen der Grund dafür sein, dass Kanzler-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier im Wahlkampf auf die traditionelle Reise nach Washington verzichtet (© Foto: Getty)

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Im Terminkalender des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier bis zur Wahl aber fehlt eine Reise nach Amerika. Ein Besuch in Washington sei nicht vorgesehen, bestätigt das Auswärtige Amt. Dabei hatte es vorläufige Planungen für einen Kurzausflug in die USA sehr wohl gegeben. Als Termin angepeilt worden war dieser Montag und Dienstag.

In der Umgebung Steinmeiers wird versichert, dies habe mit terminlichen, nicht mit politischen Unstimmigkeiten zu tun. Schon gar nichts mit einer flapsigen Bemerkung Barack Obamas. "Ach, Sie haben schon gewonnen", sagte der US-Präsident beim Besuch der Kanzlerin Washington Ende Juni - vor laufenden Kameras allerdings, der Satz war damals in einem Beitrag des ZDF zu hören.

Das sei sicher nicht so ernst gemeint gewesen, sagen Steinmeiers Leute. Jedenfalls sei der Außenminister nicht verärgert und habe auch keine Pläne geändert. Fallen gelassen wurde die Reise angeblich, weil Steinmeier nicht auf einen Termin bei Obama hoffen konnte, der gut in seinen Wahlkampfkalender gepasst hätte. Ein USA-Besuch in der Spätphase der Kampagne würde, so wird vorgerechnet, locker sechs heimische Auftritte kosten. Ein zu hoher Preis - zumal fehlendes außenpolitisches Profil nicht zu den Problemen des Kandidaten zähle.

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(SZ vom 13.07.2009/aho)