Nach der scharfen Kritik an Steinmeiers Wahlversprechen eilt SPD-Chef Müntefering dem Kandidaten zur Seite - und tadelt dessen Kritiker.
Der Kandidat hat schon mal alles klar gestellt: "Wir sind alle keine Anfänger", sagte Frank-Walter Steinmeier. So verteidigte derSPD-Wahlkämpfer den Plan, bis 2020 die Arbeitslosigkeit im Wesentlichen zu beseitigen und vier Millionen neue Jobs zu schaffen. Es handele sich nicht zuletzt um den Versuch, so der Außenminister, aus dem "abstrakten Krisengerede endlich herauszukommen".
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SPD-Chef Franz Müntefering verteidigt Kanzlerkandidat Steinmeier. (© Foto: dpa)
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Von wegen Anfänger: Da ist auch gleich der Parteichef Franz Müntefering dem Kanzlerkandidaten beigesprungen. Scharf wies er die Kritik an Steinmeiers Visionen zurück: "Da haben manche schnell geschossen, aber nicht gelesen vorher", sagte Müntefering nach einer Präsidiumssitzung.
Die SPD, so der Vorsitzende weiter, werde sich mit hoher Arbeitslosigkeit nicht abfinden: "Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz." Steinmeiers Ausführungen seien im Präsidium auf breite Zustimmung gestoßen. Kritik daran habe es in dem Führungsgremium nicht gegeben.
Müntefering sagte, im Gegensatz zum konservativen Lager könnten die Sozialdemokraten die Arbeitslosigkeit nicht tatenlos hinnehmen. Vielmehr nähmen die FDP und Teile der CDU die hohe Arbeitslosigkeit relativ gelassen hin, weil diese auch eine disziplinierende Funktion habe. Union und FDP setzten darauf, die Folgen der Arbeitslosigkeit durch Sozialtransfers einzudämmen. Dies sei aber nicht die Linie der SPD.
Die Arbeitsmarktpolitik werde ein zentraler Punkt der kommenden Monate wie auch der nächsten Wahlperiode sein, versprach Müntefering. Die Sozialdemokraten hätten das Feld nun eröffnet. Steinmeier habe deutlich gemacht, dass es im nächsten Jahrzehnt möglich sein werde, an Vollbeschäftigung heranzukommen. "Dass das anstrengend werden wird, das wissen wir."
Steinmeiers Konzept "Die Arbeit von Morgen" greift im Kern die wirtschaftspolitischen Eckpunkte des Wahlprogramms der SPD auf. Das darin enthaltene Ziel der Vollbeschäftigung bis 2020 wird durch konkrete Beschäftigungsziele bekräftigt. Ein bisschen ähnelt es einer Weihnachtswunschliste. Motto: Morgen, Kinder, wird's was geben.
Bei den anderen politischen Parteien war Steinmeier auf massive Kritik gestossen. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel warf ihm Unglaubwürdigkeit vor: "Eine Partei, die elf Jahre regiert und nicht macht, was sie nun verspricht, die hat sich disqualifiziert für das Kanzleramt."
Der Liberale fügte hinzu: "Würden die Sozialdemokraten ihrem 'Deutschland-Plan' selbst vertrauen, dann hätten sie ihn in ihr Wahlprogramm geschrieben und nicht in einen nachgelieferten Beipackzettel."
Die Linke sieht in dem Vorhaben der SPD "Wahlkampf pur". "Es ist absurd, wenn eine Partei, die Deutschland seit vielen Jahren regiert, jetzt zu Wahlkampfzwecken die Beseitigung der Arbeitslosigkeit für das Jahr 2020 ankündigt", sagte auch Linke-Vorstandsmitglied Ulrich Maurer. Die Absicht sei Ausdruck von Panik.
Die Grünen vermissen Details zum Plan der SPD. "Das ist ein gutes Ziel, aber ich hätte mir gewünscht, dass die SPD ihre Vorschläge für die nächsten vier Jahre konkreter beschrieben hätte", sagte die Parteivorsitzende Claudia Roth in Berlin.
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(Reuters/woja/gba)
Freundschaft zwischen den Geschlechtern
Alle die, die jetzt so tun, als hätte die SPD ihre Ziele längst umsetzen können, wollen doch nur davon ablenken, das ihnen selbst der Mut zu solch visionären Plänen fehlt. Die SPD hat alls erste erkannt, dass gerade die "schöpferische Zerstörung" an den Finanzmärkten eine Chance für die Zukunft bietet. Natürlich will sie auch Disziplin in die Gesellschaft zurücktragen, allerdings eine, die förderlich ist und nicht eine, die man als Arbeitsloser vor dem Fernseher im anschauen immer neuer grauslicher Nachmittagssendungen einübt.
Für ihren Mut, sogar dem kritischen Bewusstsein etwas entgegenzusetzen, welches die Experten von heute ja nur noch dazu befähigt, uns ein für allemal klarzumachen, dass alles nur noch schlimmer wird, verdient die SPD grossen Beifall.
Illusionen
klar - nur was - ? Und immer weiter fest an Klapperstorch und Nikolausi glauben ...
doch sie sollten über das Programm von Union und FDP weinen:
- mehr Marktwirtschaft wagen
- mehr Kernkraft wagen
- mehr Eigenverantwortung wagen
- mehr Privatisierung wagen und gleichzeitig:
- weniger Steuern auf Vermögen und Kapital, was wiederum bedeutet:
- weniger Bildung, weniger Krankenversorgung und weniger Sozialtransfers.
Ja, wir kommen aus der selbstverschuldeten Krise meint schwarz/gelb. Lohnverzicht, Rentenverzicht, Sozialleistungsverzicht, nur so kommt der Karren aus dem Dreck.
Immer das gleiche. 11 Jahre regiert, Hatz IV , Clementsche Tagelöhnerarbeit, Steuergeschenke in schier unglaublichem Ausmaß an die Unternehmen, runter mit dem Spitzensteuersatz, Steuer für Rentner, Rente mit 67 obwohl jeder weiß, das es kaum noch Menschen mit 55 in den Unternehmen gibt...
muß man noch weitere Schandtaten der SPD aufzählen? Jetzt, da die Wahl vor der Tür steht und die Umfragen sich so gar nicht positiv für die Genossen gestalten wollen, entdeckt die SPD wieder ihr Herz für die Arbeitnehmer.
Wer dieser Truppe noch traut, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.
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