Interview: N. Bovensiepen und N. Fried

Der neue Arbeitsminister Olaf Scholz über den Kampf für Mindestlöhne, die bessere Vermittlung von Arbeitslosen, sein neues Amt und sich selbst.

SZ: Herr Scholz, sind Sie in Ihrem Traumjob gelandet?

Olaf Scholz; AP

(© Foto: AP)

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Scholz: Ich beschäftige mich seit dem Studium mit Arbeits- und Sozialpolitik. Ich hatte damit als Rechtsanwalt und als Politiker zu tun. Das Thema ist wichtig, die Aufgabe wird mir Spaß machen.

SZ: Die Koalition steckt in einer Krise. Fürchten Sie, noch kürzer Minister zu sein, als Sie Generalsekretär waren?

Scholz: Eine Krise sehe ich nicht. Die Koalition wird bis 2009 weiterarbeiten.

SZ: Wie ist Ihr Verhältnis zu Bundeskanzlerin Angela Merkel?

Scholz: Ich habe über den Koalitionsvertrag mit Frau Merkel und der Fraktionsführung der Union verhandelt. Es gibt Erfahrungen, an die man anknüpfen kann. Der persönliche Umgang ist gut.

SZ: Was bedeutet der Rücktritt von Franz Müntefering für die Koalition?

Scholz: Franz Müntefering hat die Koalition mitgeschmiedet. Er hat dafür gesorgt, dass sie funktioniert. Das wird sie auch künftig.

SZ: Bleibt das Arbeitsministerium so wichtig wie bisher?

Scholz: Die Wichtigkeit ergibt sich schon aus den Themen des Ministeriums. Die muss man nicht angestrengt herbeireden.

SZ: Ihr öffentliches Auftreten gilt nicht als Ihre Stärke. Sie werden als belehrend und rechthaberisch beschrieben. Müssen Sie sich ändern?

Scholz: Ich empfinde mich nicht so.

SZ: Sie haben andererseits eine gefährliche Neigung zur Ironie.

Scholz: Ich habe eine Neigung zur Ironie, ich weiß. Das hat Risiken, weil Ironie bisweilen nicht verstanden wird.

SZ:Womit Sie Erfahrungen haben.

Scholz: Stimmt. Und das wird mir im Leben gelegentlich nochmal passieren.

SZ: Als Arbeitsrechtler haben Sie einen guten Ruf. Verstehen Sie auch etwas davon, wie man Arbeit schafft?

Scholz: Zunächst ist das Aufgabe der Betriebe. Wir wollen dazu beitragen, dass der Aufschwung anhält, es mehr Arbeit gibt und diese auch getan wird. Deshalb investieren wir in Forschung, in den Klimaschutz, der ein Wachstumsmotor ist, und in alles, was weiterbildet und qualifiziert. Zugleich sollen vor allem möglichst viele Langzeitarbeitslose vom Aufschwung profitieren - durch bessere Vermittlung und passgenaue Unterstützung.

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