Die Gegner des thüringischen SPD-Chefs Matschie formieren sich. Die Basis soll die schwarz-rote Koalition stoppen. Doch der Aufstand droht an persönlichen Rachegelüsten zu scheitern.
Das Com-Center in Erfurt ist ein verkehrsgünstig gelegener Veranstaltungsort - direkt an der A 71, die Thüringen mit Bayern verbindet. Normalerweise werden hier Menschen für die Arbeit am Computer fit gemacht. Sie lernen mit Betriebssystemen umzugehen oder Programme zu schreiben.
Christoph Matschie unter Druck: Der Widerstand gegen seine Entscheidung, Koalitionsgespräche mit der CDU aufzunehmen, wächst. Am Samstag kommen die SPD-Abweichler in Erfurt zusammen. (© Foto: AP)
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Am kommenden Samstag gibt es hier einen einmaligen Fortbildungskurs, der sich nur an Mitglieder der Thüringer SPD richtet. Der Titel könnte "Meuterei gegen Matschie" lauten. Auf der Tagesordnung könnte stehen: Wie die Parteiführung abgesägt wird und statt einer schwarz-roten eine rot-rot-grüne Koalition im Thüringer Landtag entsteht.
Zu dieser Tagung eingeladen hat eine Initiativgruppe, die den Durchmarsch nach rechts stoppen will. Als Anführer wird der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein genannt. Der ehemalige SPD-Landesvorsitzende und Innenminister Richard Dewes sieht in ihm schon den neuen Spitzengenossen in Thüringen.
"Wir steuern auf einen Super-GAU zu. Die Führung arbeitet an Schwarz-Rot, und wenn sie merkt, dass die Mitglieder das nicht wollen, ist es zu spät", sagt Bausewein im Gespräch mit sueddeutsche.de. Er will deshalb am kommenden Samstag ein "Stimmungsbild an der Basis" einholen, um seine eigene Wahrnehmung zu überprüfen: "So wie ich das mitbekomme, sind 80 Prozent der Mitglieder in Erfurt gegen eine Koalition mit der CDU."
Bausewein kritisierte, die SPD-Führung mache es sich zu einfach: "Ich arbeite in Erfurt seit drei Jahren mit der Linken zusammen. Da müssen Sie viel reden, aber dann funktioniert es." In einer schwarz-roten Koalition drohe die SPD zum Spielball der Union zu werden: "Ich schätze (die designierte CDU-Ministerpräsidentin) Christine Lieberknecht, sie ist eine patente Frau. Aber sie wird das Gesicht dieser Koalition werden und dafür sorgen, dass sich die CDU erholt, während wir nicht aus der Krise kommen."
Der SPD-Vorsitzende Christoph Matschie hatte sich mit Grünen und Linken nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten einigen können und Koalitionsgespräche mit der Union aufgenommen.
Der ehemalige thüringische SPD-Chef Dewes nannte Matschie daraufhin einen "politischen Scharlatan" und will die Mitglieder über die Koalitionsfrage entscheiden lassen. Um einen solche Abstimmung zu veranlassen, bedarf es der Unterstützung von 400 Genossen - am Samstag im Com-Center könnten die ersten Unterschriften gesammelt werden.
Auf der nächsten Seite: Während die Matschie-Anhänger einen Rachefeldzug wittern, wehrt sich Bausewein gegen die Rolle des Anführers.
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Wenn Sie Ihre Mimosenhaftigkeit in eigener Sache auf andere Bereiche ausdehnen würden, könnte das respektable Ergebnisse zeitigen.
... wie das gehen soll, mit "Kommunisten und Feinden der Demokratie [...] frewillig gemeinsame Sache" zu machen, dann frage ich zurück, obe Sie etwas cverpasst haben? Zum Beispiel ...
... daß die (West-) CDU schon seit geraumer Zeit mit einer FDJ-AgitProp-Sekretärin i. R. etwas maehr als nur "gemeinsame Sache" macht;
... daß sämtliche "Blockflöten"-Parteien der DDR seit 1989 so tun, als wären sie schon seit 1871 auf dem Boden des Grundgesetzes gestand, wo doch jeder weiß, daß sie allesamt nur SED und anderem Namen waren (politisches "Badge Engineering" sozusagen);
... daß Dieter Althaus, mit dem Sie gewiß gern gemeinsame Sache machen würden, noch kurz vor der Wende eine hohe DDR-Auszeichnung erhaalten hat, weil er sich eben um den "Aufbau des Sozialismus" in hervorragender Weise verdient gemacht hat.
Das ließe sich ad infinitum fortsetzen, aber ich denke, schon die paar Beispiele zeigen, auf welch tönernen Füßen Ihre Schein-Argumentation steht.
@Marcello
Würde ich ja gern. Nur leider sind gar keine vorhanden.
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Ganz schön was verpennt die letzten Jahre
Paging