Trotz aller Durchhalteparolen kommt die SPD aus dem Umfragetief nicht heraus. Parteichef Beck schneidet sogar schlechter ab als Oskar Lafontaine.
Für Hubertus Heil war es eine Woche, die nicht zu den besten in seiner Zeit als SPD-Generalsekretär gehören dürfte. Am Montag zog er sich mit der Präsentation einer etwas undurchsichtigen Organisationsstruktur für den Wahlkampf 2009 parteiintern viel Unmut zu. In den Tagen darauf durfte der 35-Jährige in den Zeitungen lesen, dass es Zweifel an seiner Befähigung al s Wahlkampfchef der Sozialdemokraten gibt. Und am Freitag wartete mal wieder die undankbarste Aufgabe auf ihn, die einem SPD-Politiker derzeit zufallen kann: Hubertus Heil musste Optimismus verbreiten.
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(© Grafik: SZ-Grafik)
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Die SPD sei gewillt, sich "aus dem Keller herauszukämpfen", formulierte Heil. Auf dem Zukunftskonvent in Nürnberg am vergangenen Samstag sei unter den Genossen zu spüren gewesen, "dass es nach vorne gehen soll". Alle Flügel der Partei hätten "den Ernst der Lage erkannt". Solche oder ähnliche Parolen verbreiten führende Sozialdemokraten zwar schon seit langem, bislang allerdings ging es immer weiter in die Gegenrichtung. Die jüngsten Umfragen von zwei Meinungsforschungsinstituten waren in dieser Hinsicht überaus deutlich.
Auf 20 Prozent war die SPD nach Erhebungen des Meinungsinstituts Forsa abgerutscht. In der ARD lag sie mit 24 Prozent zwar noch darüber, aber doch unübersehbar in einem für die Sozialdemokraten erschreckenden Abwärtstrend. Es gebe ja einige, die schon das Totenglöckchen läuteten, analysierte Heil durchaus zutreffend. Er aber freue sich schon auf deren Gesichter, wenn am Wahltag abgerechnet werde.
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Solange in der SPD sich nicht von diesem Personenkult löst, wird es ihr schwer fallen, ihre Potentiale zu aktivieren. Die großen der SPD waren hervorragende Mannschaftsführer und keine Einzeldarsteller. Dass sie, wie Bundeskanzler Schmidt als Ausnahmepersönlichkeiten ihr Amt übergeben haben, war ein verdientes Ergebnis ihrer Führungskraft.
Wer Menschen gewinnen und Menschen begeistern will, wird ohne Achtung und Respekt nicht einmal die Eingangstür finden.
Die Ignoranz der SPD-Führung gegenüber der Stimmung im Volk tut schon physisch weh.
Das einzige probate Mittel, die Stimmung des Wahlvolkes zu drehen, wäre die klare Aussage, sich von der unseligen Agenda-Politik Schröders Nachf. abzuwenden und in einem Rot-Grün-Rot-Bündnis eine neue, gerechtere Sozial- und Gesellschaftspolitik einzuleiten.
Dazu müsste auch ein deutlicher personaler Schnitt in der KK-Frage erfolgen: Beck, der es sowieso nie werden wollte und auch Steinmeier, sind bereits "verbrannt". Im Moment scheint mir Klaus Wowereit, der Regierende Bürgermeister der Hauptstadt Berlin, der einzig realistisch geeignete sozialdemokratische Kandidat der Sozialdemokratie zu sein, der es gegen die "Kanzlerein der Lemminge" aufnehmen könnte.
Dass Steinmeier, einer der Architekten der Agenda-Politik, der seine Popularität vor allem seinem Publicity-trächtigen Amt des Außenministers zu verdanken hat und sich wie die Kanzlerein herzlich wenig um die Innenpolitik kümmert, nun schon wieder von den Medien hochgejubelt wird, ist für mich ein Teil der Kampagne gegen die SPD. Denn Steinmeier bringt's nun wirklich nicht - und das haben die Anti-SPD-Medien natürlich einkalkuliert....
Mit der Linken zusammen zu arbeiten...wieder Sozial Demokratisch auftreten..
Volksnah..die SPD versuchen neu aufzubauen, Hardliner der Totengräber haben hier dann nichts mehr zusuchen.
SZ über H. Heil: "Es gebe ja einige, die schon das Totenglöckchen läuteten, analysierte Heil durchaus zutreffend. Er aber freue sich schon auf deren Gesichter, wenn am Wahltag abgerechnet werde."
Die sPD hat schon mit ihren Wählern abgerechnet, diesmal sind die Wähler mit Abrechnen dran.
Und wenn die sPD mal nicht mehr weiter weiß, dann könnte sie ja auf einen externen Berater zurückgreifen. Mir schwebt da Gerhard Schröder vor.
Allerdings wird das sicher nicht ganz billig werden, ohne Bezahlung geht da nix.
... Lafontaine könnte es besser, aber ich denke mir mal, daß viele Bürger die Nase voll haben von unseren Politikern und ihrer Unfähigkeit, ihrer Raffgier und Arroganz... Ich denke mir, daß viele Wähler den etablierten Volksparteien einen Denkzettel verpassen mit mangelnder Wahlbeteiligung und Wahl der Linkspartei. Wann endlich erkennen die sonst so gescheitenund besserwissenden Damen und Herren in Berlin endlich die Signale?
Das Problem mit Linkspartei und Neonazis wäre schnell gelöst, wenn in Berlin endlich eine vernünftige Politik betrieben würde, bei der der Otto Normalverbraucher nicht auf der Strecke bleibt.
Hallo aufwachen!