Einer aktuellen Umfrage zufolge würde nur noch ein Fünftel der Deutschen die SPD wählen: Zu wenig für eine Volkspartei, findet CDU-Generalsekretär Pofalla. Die SPD bezweifelt derweil die Gültigkeit der Befragung.
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hat der SPD angesichts der weiter niedrigen Umfragewerte den Charakter einer Volkspartei abgesprochen. "Der eigentliche Vertrauensverlust findet bei den Sozialdemokraten statt", sagte er dem Fernsehsender n-tv.
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla wirft der SPD Versagen vor. (© Foto: dpa)
Anzeige
Die SPD wisse, dass sie die Union niemals bei der Bundestagswahl schlagen könne. Alle Umfragen zeigten, dass sie "über 25 Prozent nicht herauskommen" könne. "Die SPD hat den Charakter einer Volkspartei bereits verloren. Man versucht jetzt krampfhaft, das zu kaschieren. Die Sozialdemokraten haben in der Auseinandersetzung mit der Linkspartei komplett versagt", sagte der CDU-Generalsekretär.
Das Präsidium der SPD berate 16 Monate vor der Bundestagswahl, wie sie den Wahlkampf zu organisieren habe, "hat aber noch nicht mal einen Kanzlerkandidaten und diskutiert über die Frage, ob dem schwächenden Generalsekretär ein strategischer Koordinator hilft", kritisierte Pofalla. Die SPD sei nicht in der Lage, personalpolitische Entscheidungen zu treffen.
Der saarländische SPD-Chef Heiko Maas wertete die Aussagen Pofallas als schlecht für das Regierungsbündnis seiner Partei mit der Union: "Es ist kein gutes Zeichen für die Koalition, wenn das Einzige, was Herrn Pofalla Freude bereitet, die schlechten Umfragewerte der SPD sind.", sagte er auf n-tv.
"Völlig unbrauchbare Umfrageergebnisse"
Einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von Stern und RTL zufolge verharrt die SPD in der zweiten Woche auf ihrem absoluten Tiefstand von 20 Prozent. Der Umfrage zufolge soll zudem in der SPD jedes dritte Mitglied (36 Prozent) in jüngster Zeit über einen Austritt nachgedacht haben. Sechs Prozent wollten tatsächlich in Kürze diesen Schritt vollziehen.
Die SPD bezeichnete diese Ergebnisse als "völlig unbrauchbar", da Forsa-Chef Manfred Güllner keine Daten über SPD-Mitglieder für eine repräsentative Umfrage habe. "Statt Meinungsforschung betreibt Güllner durchschaubar Stimmungsmache", sagte Bundesgeschäftsführer Martin Gorholt.
"Güllner führt einen Privatkrieg gegen die SPD. Seine Zahlen sind hochgradig unseriös", fügte er hinzu. Forsa gab an, 801 "repräsentativ ausgewählte Mitglieder" befragt zu haben.
Ähnlich äußerte sich auch SPD-Parteichef Kurt Beck: "Man muss Herrn Güllner nicht ernster nehmen, als er zu nehmen ist. Ich bin sicher, meine Großmutter hat aus dem Kaffeesatz immer Klügeres herausgelesen als Herr Güllner aus seiner Glaskugel", sagte er in Dresden am Rande eines Firmenbesuchs der Nachrichtenagentur AP.
Am Wochenende hatte Güllner, der selbst ein SPD-Parteibuch hat, zum Sturz von Beck aufgerufen. "Beck muss weg", hatte Güllner in einem Interview verlangt und die Einsetzung eines "Notvorstands" unter Leitung des früheren SPD-Chefs Franz Müntefering vorgeschlagen.
SPD-Chef Kurt Beck, gab zu, dass seine Partei vor Herausforderungen stehe - "das will ich gar nicht schönreden". "Und meine Erwartung ist, dass wir mit den Konzepten, die wir auf den Tisch legen, wieder wahrgenommen werden und weniger über Querelen und Auseinandersetzungen."
Es gebe eine Berliner Krankheit, "dass Inhalte viel zu wenig wahrgenommen werden und ständig so getan wird, als müssten wir nur während einer Legislaturperiode über Machtperspektiven nachdenken", erklärte der Parteichef. "Ich finde es gibt eine Zeit zum Arbeiten, es gibt eine Zeit zum Wahlkämpfen und dann ist die Zeit, um Machtperspektiven daraus zu entwickeln. Das wird zwischenzeitlich durcheinandergebracht."
- Forsa-Umfrage Desaster-Werte für SPD 11.06.2008
- Kinderarmut SPD-Konzept stößt auf Kritik 10.06.2008
(AP/dpa/gal)
Auch wenn es ausgerechnet Profalla sagt. Es ist schon eine Erleichterung, wenn man auf den Haufen beim Nachbarn zeigen kann, solange man über seinen eigenen Müll noch hinwegsehen kann. Wenn wir jetzt mit "Schuldigen" und "Häme" zufriedengestellt werden sollen, dann haben auch die Profallas noch ihre Lehrstunde vor sich.
Merkt unter den poltisch Verantwortlichen immer noch niemand, dass sie dem Unmut im Volk keine Pudelmütze mehr aufsetzen können, um ihn vom Eskalieren abzuhalten. Die Energie, die Geduld in Anspruch nimmt, hat eine kaum vorhersehbare Exposionskraft, wenn sie platzt. Kein Brand wird gelöscht, wenn die Feuerwehr sich auf die Suche nach dem Zündler beschränkt.
Pofalla und Güllner - ist das nicht eine seltsame Zweckgemeinschaft gegen die SPD?
Pofalla wird dafür bezahlt, die SPD schlecht zu reden. Von ihm als Generalsekretär der CDU kann man nichts anderes erwarten.
Güllner, der angeblich ein SPD-Parteibuch besitzt, veranstaltet sogenannte "Meinungsumfragen", mit denen er "seiner" Partei, der SPD, und ihrem Chef Kurt Beck den Garaus machen möchte. Auch Güllner wird für diese Drecksarbeit bezahlt, aber von namhaften Medien, die für sich in Anspruch nehmen wollen, "objektiv" zu berichten.
Wie verlogen z.B. der "stern" agiert, zeigt sein jüngster "Meinungsreport" unter dem Titel "Ist die SPD noch zu retten?". Da kommen dann Leute zu Wort wie z.B. der Chef des Arbeitgeberverbandes, der Agenda-Einpeitscher Dieter Hundt.
Nachtigall, ick hör dir trapsen...
Vor dem Hintergrund, dass beide Volksparteien seit den 1990er Jahren einen enormen Schwund der Zahl ihrer jeweiligen Mitglieder zu verzeichnen haben - lehnt sich Herr Pofalla hier doch ziemlich weit aus dem Fenster ...
Während die gescholtene SPD schon 50% ihrer Mitglieder erfolgreich zum Austreten
bewogen hat - hat die Union im gleichen Zeitraum "nur" 35% ihrer Mitglieder vergrault ...
Somit stellt sich die Frage nach dem Sinn und Zweck einer solch polemischen Attacke,
die lediglich von einer berechtigten Ursachenforschung bei SPD *und* Union ablenkt ...
Würden die Herrschaften alle zusammen endlich wieder zu einer bürgerfreundlichen
Politik zurückkehren - dann klappt es auch wieder mit den Wählern + den Mitgliedern ...
Oder sie greifen die "genialen" Ideen von Roman Herzog und einigen "Geisteskollegen"
auf - und reformieren mit ihrer vorhandenen Mehrheit kurzerhand das Wahlrecht ... :-((
Mal ganz davon abgesehen, ob diese 20 Prozent stimmen oder nicht, gerade Herr Pofalla, der seinen Eigenwert in seinem Familiennamen vor sich herträgt, sollte sich mit der Nennung von Marken, bei dem eine Partei noch als Volkspartei gilt, tunlichst zurückhalten.
Seine eigene politisch Heimstatt wird über kurz oder lang vielleicht selbst in die Schwulität geraten, einen solchen Wert zu nähern oder gar zu unterschreiten. Und die Gefahr, die so verhaßten Dunkelroten qua Wahlergebnissen einmal als Volkspartei adeln zu müssen, steht ja u.U. auch noch ins Haus.
Wenn die SPD den Vertrauensverlust ihrer Partei als Stimmungsmache abwertet...
Selbstherrlichkeit ist das letzte ,was Einige aus dieser Partei gemacht haben.
MeinVater würde sich im Grab rumdrehen,was aus seiner Partei geworden ist.
Gleichzeitig würde ich den Mund nicht so voll nehmen Herr Ronald Pofalla .
Auch Ihre Partei hat schon sehr viele Federn gelassen und ist auch schon lange nicht mehr
eine Volkspartei.Oder wie sie meinen Partei der Mitte.Bei einer Bundestagswahl sage ich Ihnen schlechte Werte vorraus.Jetzt wo die CDU den Druck von unten spürt,wird alles wieder versucht die Werte der Linken für einen Wahlsieg zubenutzen.
Es ist und bleibt ein ewiges unglaubwürdiges hin und her auch in der CDU.
Paging