Man kennt solche Ausbrüche von ihm, selbst in Rheinland-Pfalz, doch derart öffentlich und derart heftig hat es sie bislang hier nicht gegeben. Dieses Bundesland ist immer sein Refugium gewesen, sein Fluchtraum aus der Berliner Welt. Man kann das sehen am zweiten Tag seiner Reise, als er am Donnerstag die Albert-Schweitzer-Schule in Winnweiler besucht, gemeinsam mit seiner Bildungsministerin Doris Ahnen.

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Zur Begrüßung klatschen und trommeln Kinder und Jugendliche, sie jubeln. Beck lächelt, er wirkt in diesen Augenblicken ausnahmsweise nicht gequält. Er ist stolz auf dieses Land, und solche Besuche sind auch Leistungsschau: Seht her, was wir alles auf die Beine stellen - eine Reform der Schulstruktur etwa, ohne dass ein halbes Land Sturm liefe.

"Beugen, das muss man sich nicht."

Man muss Beck attestieren, dass er seine Sache in Rheinland-Pfalz gut macht. Es gibt Pannen, es gibt Stolpersteine, Behäbigkeit und jene Arroganz, die nun einmal einhergeht mit absoluten Mehrheiten. Aber im Großen und Ganzen läuft es, auf jene Art eben, mit der Beck das ehemalige CDU-Land seit mehr als 13 Jahren bislang so unangefochten regiert hat: ruhig, bedächtig, möglichst viele zufriedenstellend und möglichst wenige vergrätzend. Mit der Landes-SPD funktioniert das ähnlich: Zumindest nach außen tritt sie weitgehend kollegial und geschlossen auf.

"Meine Hoffnung war, dass man in Berlin auch so etwas hinkriegen würde", sagt Beck. Das klingt fast verbittert. Doch er werde nicht aufgeben: "Resignativ bin ich nicht." Wer glaube, er werde sich ändern, habe sich getäuscht. Und dann hat er noch eine Botschaft vor der Sommerpause, die für seine SPD in diesem Jahr turbulent werden könnte: "Beugen, das muss man sich nicht."

Doch so sehr er auch versucht, aufrecht zu stehen - selbst in seinem Refugium bekommt er Gegenwind. Die CDU, gegen die er 2006 mit absoluter Mehrheit die Wahl gewonnen hat, ist in einer aktuellen Umfrage bis auf einen Prozentpunkt herangerückt an die rheinland-pfälzische SPD. Die neuesten Zahlen werden während der Reise bekannt, und nach den Gründen befragt spricht Beck von einem "Trommelfeuer" während der vergangenen zwei Jahre. Die Plage aus Berlin hat übergegriffen auf seinen Rückzugsort.

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(SZ vom 20.06.2008/aho)