SPD-Chef Müntefering weiß genau, was er sagt - auch wenn er von einer "nationalen sozialen Politik" der Linken spricht. Sein Spiel ist jedoch falsch.
Franz Müntefering, der Mann mit den Heuschrecken, hat selbst oft erlebt, wie ein einziges Wort eine Diskussion zuspitzen kann; wie ein einziger Begriff die Aufmerksamkeit für Argumente weckt, die vorher kaum jemand hören wollte.
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Gezielte Provokation: Franz Müntefering weiß, was er sagt, wenn er der Linkspartei eine "nationale soziale Politik" vorwirft. (© Foto: dpa)
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Gerade der SPD-Vorsitzende Müntefering, der aus der Mixtur von kurzem Satz und eigenwilliger Grammatik eine politische Waffe gemacht hat, ist ein Mann mit hoher Sensibilität für Sprache und ihre Wirkung. Deshalb weiß Müntefering auch sehr genau, was er sagt, wenn er der Linkspartei eine "nationale soziale Politik" vorwirft.
Natürlich meint Müntefering nicht nationalsozialistische Politik. Aber er weiß, dass sich beide Begriffe in den Gedanken vieler Zuhörer oder Leser verknüpfen. Müntefering hat den Begriff der "nationalen sozialen Politik" an diesem Wochenende nicht zum ersten Mal benutzt, er will ihn offensichtlich ganz bewusst im allgemeinen Diskurs platzieren.
Und dieser Begriff passt ja auch zur gängigen Deutung Münteferings, wonach ganz linke und ganz rechte Parteien zu einfache Antworten auf schwierige Fragen gemeinsam haben, weshalb sich auch die Spektren ihrer Sympathisanten in Teilen überschneiden.
Müntefering möchte provozieren. Der SPD-Vorsitzende macht das geschickter als Oskar Lafontaine seinerzeit mit seinem Wort von den "Fremdarbeitern", weil er keinen Begriff verwendet, dessen historische Belastung sich eindeutig nachweisen lässt.
Das Spiel mit der Assoziation aber ist ähnlich wie bei seinem Vorgänger als SPD-Chef. Und es ist falsch. Beides zusammen sollte für Müntefering Grund genug sein, für die notwendige Diskussion mit der Linkspartei ein neues Wort zu schöpfen.
(SZ vom 26.01.2009/cag)
Freundschaft zwischen den Geschlechtern
Hier ist der Link zum Konzept.
http://die-linke.de/fileadmin/download/parteivorstand/2008/beschluss_42-2008_msteuerkonzept.pdf
ich habs überflogen, aber konnte zur Höhe des geplanten Kinderfreibetrages nichts finden, ich weiß nicht, ob das noch vorgesehen ist, oder jeder dasselbe Kindergeld bekommen soll, was für sozial Schwächere kein Nachteil wäre.
besonders bei der Grafik zum Einkommensteuertarif kann man sehen, dass kleine und mittlere Einkommen auf Kosten hoher Einkommen entlastet werden.
Ab 120 000 Euro wird jeder zusätzliche Euro sehr hoch besteuert. Bis 70 000 Euro ist es weniger, weil das Einkommen bis 40 000 Euro deutlich geringer besteuert wird, so dass der Steuerzahler erst ab 70 000 Euro Jahreseinkommen effektiv eine höhere Steuerlast hätte als heute.
Ihnen ist aber schon klar, dass man bei der aktuellen Konstruktion entweder Kindergeld bekommt oder den Kinderfreibetrag nutzen kann?
Wenn eine Mehrbelastung trotzdem erst ab 70.000 zu verzeichnen ist, dann muss die Progression merklich herunter genommen worden sein. Die Abschaffung der Klasse III kostet fast 4000 Euro im Jahr, während der zusätzliche Freibetrag auch in der proklamierten Fassung zwischen 8000 Euro (heute) bis 9300 Euro (vorgeschlagen) bringt. Unterhalb einer Spitzensteuerlast von 43% ist das ein Verlustgeschäft.
Wenn nur noch essen darf wer arbeitet, dann wirds ganz schön hart für die armen Kapitalrenditeempfänger-Parasiten.
ist eine alte Taktik, um die Linke zu diffamieren.
Nur wer arbeitet, soll auch essen, sagte Arbeitsminister Müntefering 2006 in einer Sitzung der SPD Fraktion, nachdem Ottmar Schreiner die Hartz-Gesetze als völlig wirkungslos kritisiert hatte. Er sagte nicht einmal, "nur wer arbeiten will...". Dieser Satz verstößt gegen den Kodex der Menschenrechte und offenbart die rechte Philosophie hinter der Agenda. Wer nicht essen darf, kann auch nicht überleben, oder, nur die Menschen, die Arbeit haben, also für den Kapitalisten nützlich sind, haben ein Recht zu leben. Dieser Satz geht in die Richtung "Arbeit macht frei" und ordnet Müntefering gedanklich im rechten Spektrum ein.
Der Freibetrag soll auf 9300 Euro pro Person angehoben werden, der Steuersatz steigt linear, also kein Steuerbauch mehr und die Freibeträge anderer Personen (nicht nur Ehegatten), die im Haushalt wohnen, können ebenfalls angerechnet werden, wenn die weniger als 9300 Euro oder nichts verdienen und vom Steuerpflichtigen (mit-) versorgt werden.
Das Kindergeld soll durch die Einsparungen beim Ehegattensplitting erhöht werden, das vor allem Großverdiener, bei denen der Ehepartner nicht arbeitet dient, so sollen Familien und nicht Ehen unterstützt werden.
Erst ab einem Einkommen von mehr als 70 000 Euro erhöt sich die Steuerlast gegenüber des heutigen Systems.
Normalverdiener werden stark entlastet.
Etwas speziell fand ich die Ausrufezeichen bei den Punkten Millionärsteuer und Vermögensteuer.
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