Der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement wird nicht aus der SPD ausgeschlossen. Die Bundesschiedskommission der Partei sprach lediglich eine Rüge aus.

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement wird nicht aus der SPD ausgeschlossen. Die Bundesschiedskommission der Partei beschloss in Berlin, es bei einer Rüge wegen seiner SPD-kritischen Äußerungen im hessischen Landtagswahlkampf zu belassen.

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Wolfgang Clement hat gut lachen: Er darf in der SPD bleiben. (© Foto: Getty)

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Die Kommission hatte in nicht-öffentlicher Sitzung getagt, um in letzter Instanz über den Parteiausschluss Clements zu entscheiden, den sieben Ortsvereine beantragt hatten.

Neben SPD-Chef Franz Müntefering und Generalsekretär Hubertus Heil, die den Parteivorstand vertraten, nahmen die klagenden Ortsvereine an der Sitzung teil, nicht jedoch Clement selbst. Er ließ sich durch seinen Rechtsbeistand, den früheren Innenminister Otto Schily, vertreten. Der Parteivorstand hatte einen Ausschluss vermeiden wollen.

"Unangemessen und falsch"

Clement selbst kritisierte die Rüge der Bundesschiedskommission gegen seine Person. "Ich halte eine Rüge für unangemessen und falsch", sagte Clement dem Handelsblatt. "Es bleibt dabei, die Energiepolitik der hessischen SPD ist falsch und in einem Industrieland nicht zu verantworten", sagte Clement im Anschluss an die Urteilsverkündung.

"Ich werde mich auch in Zukunft an der Debatte beteiligen." Clement, der von 1999 bis 2005 stellvertretender Parteivorsitzender war, erschien selbst nicht zu dem Termin. "Ich hatte nicht die Absicht, mich weiter an diesem Verfahren zu beteiligen", sagte Clement.

Der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident hatte sich den Unmut seiner Partei zugezogen, weil er indirekt dazu aufrief, die damalige hessische SPD-Spitzenkandidatin in Hessen, Andrea Ypsilanti, wegen ihrer Energiepolitik nicht zu wählen.

Daraufhin brachte unter anderem der SPD-Ortsverein Bochum-Hamme das Ausschlussverfahren gegen den früheren Parteivize in Gang. Die nordrhein-westfälische Landesschiedskommission der SPD hatte sich Anfang August für einen Ausschluss Clements entschieden.

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(dpa/AP/segi)