Griechenland in der Krise Athen will Renten um bis zu 25 Prozent kürzen

Sparpaket oder Pleite: Griechenland hat nur diese beiden Möglichkeiten. Nun hat das Finanzministerium die Maßnahmen präsentiert, mit denen das Land in den kommenden beiden Jahren 13,5 Milliarden Euro einsparen soll. Verweigert das Parlament die Zustimmung, steht das Land vor dem Bankrott.

Nach mehrmonatigen Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern hat das griechische Finanzministerium am Montagabend die harten Sparmaßnahmen präsentiert, die in den nächsten Jahren gelten sollen. Der jüngste Vorschlag sieht Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen im Umfang von 13,5 Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren vor.

Das Paket muss an diesem Mittwoch vom Parlament in Athen gebilligt werden. Die Zustimmung ist Voraussetzung für weitere Finanzhilfen für das von der Staatspleite bedrohte Land. Wenn das Vorhaben scheitert, ist Griechenland nach Angaben von Ministerpräsident Antonis Samaras ab dem 16. November zahlungsunfähig.

Am schwersten treffen die Sparpläne die Rentner. Pensionen und Renten sollen um 5 bis 25 Prozent gekürzt, Weihnachtsgelder endgültig abgeschafft werden. Bislang bekamen Rentner und Staatsbedienstete 400 Euro Weihnachtsgeld.

Dem Sparprogramm zufolge werden die Gehälter der Direktoren in staatlichen Unternehmen und entsprechenden Stellungen um 20 Prozent gekürzt. Gekürzt werden auch die Löhne von Richtern und Militärs. Auch die Abfindungen im Falle von Entlassungen werden gekürzt.

Das Rentenalter wird von 65 auf 67 Jahre angehoben. Alternativ kann jemand mit 62 Jahren Rente beziehen, wenn er 40 Jahre gearbeitet und in dieser Zeit in die Rentenversicherung eingezahlt hat. Familien, die mehr als 18.000 Euro im Jahr verdienen, sollen kein Kindergeld mehr erhalten.

Die griechische Bevölkerung reagiert mit einem dreitägigen Streik auf die Kürzungen. Ärzte, Taxifahrer und Journalisten legten bereits am heutigen Montag die Arbeit nieder. Für Dienstag und Mittwoch wurde überdies zu einem Generalstreik an Schulen und Behörden aufgerufen. Die Ärzte wollen bis Mittwoch streiken. Öffentliche Krankenhäuser sollen lediglich mit einer Notfallbesetzung arbeiten.