Mit dem SPD-Veteranen Klose will die schwarz-gelbe Regierung das Verhältnis zu den USA verbessern. Der Neue sah sich nie "hundertprozentig als Sozialdemokrat".
Das Auswärtige Amt hat eine überraschende Personalentscheidung bekanntgegeben. Der liberale Minister Guido Westerwelle holt sich Unterstützung fürs internationale Parkett ausgerechnet beim politischen Gegner. Die Stelle des Koordinators für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit wird mit einem SPD-Veteranen neu besetzt.
Der Sozialdemokrat Hans-Ulrich Klose - von FDP und CDU als Koordinator für deutsch-amerikanische Beziehungen vorgeschlagen. (© Foto: AP)
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Hans-Ulrich Klose soll neuer transatlantischer Koordinator werden und sich um die Beziehungen zu den USA kümmern. Bei einem Blick in die Vita des 72-Jährigen schwindet die Verwunderung.
Die Zielsetzung des Amts ist der Ausbau und die Pflege deutsch-amerikanischer Netzwerke. Die Beziehungen zwischen Deutschland, den USA und Kanada sollen sich so auf gesellschaftlichem, kulturellem und informationspolitischem Gebiet verbessern.
Klose passt auf dieses Stellenprofil. Er ist auf dem Gebiet der deutsch-amerikanischen Beziehungen ein erfahrener Mann. Seit 1998 sitzt er im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, war die ersten vier Jahre sogar dessen Vorsitzender. Klose ist zudem seit 2003 Mitglied und Vorsitzender der Parlamentariergruppe USA und besitzt eine offene Affinität zu dem Land. "Es ist ein faszinierendes Land, wer immer da regiert."
Der Jurist hat früh eine steile politische Karriere hingelegt. Mit nur 37 Jahren wurde er 1974 zu Hamburgs Erstem Bürgermeister gewählt und war sieben Jahre lang im Amt, bis er 1981 wegen Querelen um den Bau des Atomkraftwerks Brokdorf zurücktrat.
Zwei Jahre später wurde er für die SPD in den Bundestag gewählt und gehört bis heute ohne Pause dem Parlament an. Er löste Hans-Jochen Vogel 1991 als Fraktionsvorsitzenden ab und war von 1994 bis 1998 Vizepräsident des Deutschen Bundestages.
Klose machte Karriere in der SPD obwohl er nicht immer auf Parteilinie war. Er vertritt parteiintern unliebsame Positionen. Prominentes Beispiel ist Kloses Streit mit Ex-Bundeskanzler Schröder im Jahr 2003. In der Irak-Politik stellte sich Klose klar gegen Schröder, warf dem damaligen Regierungschef vor, Deutschland ins außenpolitische Abseits zu manövrieren - und forderte eine bessere Zusammenarbeit mit den USA. Eine Haltung, die der damaligen Oppositionsführerin und heutigen Kanzlerin gut gefallen haben muss.
Und Klose machte Karriere in der SPD, obwohl er einmal sagte, er sei "nie hundertprozentig Sozialdemokrat". Er habe lange zwischen FDP und SPD geschwankt. "Es war dann eine 60:40 Entscheidung."
Das dürfte Westerwelle die Entscheidung leichter gemacht haben.
(sueddeutsche.de/gba)
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..die S(eeheimer) Partei Deutschland entsendet eines ihrer treuesten Mitglieder!
Die Hamburger Bürgermeisternullsumme bekennt Farbe. Kahrs, worauf wartest Du nun noch?
...wenn nur die Grundstückspreise in Südfrankreich nicht durch Parteibonzen und Fernsehintendanten so versaut wären, ich wüßte, wo ich ....
...denn ein Gewinn war Klose für Sozialdemokraten nicht: Wieso hätte sich Schröder 2003 ins politische Abseits manövriert? - die einzige Großtat von Gaz-Schröder war das klare NEIN zum Irakkrieg!
Was hätte denn Klose anstelle von Schröder gemacht? -sich aus falsch verstandener Bündnistreue an einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg beteiligt? Auffällig ist, dass Klose seit 1983 im Bundestag herumgeschlichen ist - ohne wirklich aufzufallen! Auch eine Leistung! Wahrscheinlich schätzt ihn Mama Merkel deshalb so:
Endlich einer, der noch weniger auffällt, als sie selbst!
Von einer Hetze gegen Herrn Schmidt habe ich noch nie etwas mitbekommen - gestern sah ich ihn kurz in einer Runde mit Herrn zu Guttenberg : bei ersterem merkt man bei jedem Satz, dass da ein Denken in der Naehe ist..
Man weiss zwar nie mehr so genau, ob er gerade die letzte Zigarette raucht, aber er steckt immer noch die Mehrheit der Polit-Figuren in die Tasche.
"Und Klose machte Karriere in der SPD, obwohl er einmal sagte, er sei "nie hundertprozentig Sozialdemokrat"..."
Wie wahr: Gestandene Sozis haben sich immer wieder gefragt, ob der in der richtigen Partei sei. Nun kann er ja gleich zu Guidos FDP übertreten. Das wäre ein Beitrag zur politischen Hygiene.
Und- man kann von Klose halten was man will- intellektuell ist er Westerwelle haushoch überlegen- das ist aber auch dringend nötig so einen Mann im Außenministerium zu haben.
Paging