Thüringens Linke-Chef Ramelow fordert: Wenn Schwarz-Gelb bundesweit gewinnt, müssen SPD und Grüne in Erfurt mit ihm Berlin bremsen.
Das Ergebnis der Bundestagswahl hat für den Thüringer Linke-Spitzenkandidaten Bodo Ramelow entscheidenden Einfluss auf die laufenden Sondierungsgespräche. "Bei einer schwarz-gelben Mehrheit im Bund muss sich eine Thüringer Regierung gegen den drohenden Sozialabbau stellen", sagte Ramelow vor dem Treffen mit SPD und Grünen in Erfurt.
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Thüringens Linke-Chef auf dem Weg zu den rot-rot-grünen Sondierungsgesprächen in Linderbach bei Erfurt. (© Foto: ddp)
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Die drei Parteien wollten erstmals über inhaltliche Fragen debattieren, unter anderem über Sozial- und Bildungspolitik. "Wir müssen die Ergebnisse immer auch im Blick auf die Bundespolitik betrachten", sagte Ramelow.
Ramelow kündigte an, über die Haltung der zukünftigen Landesregierung bei Entscheidungen der neuen Bundesregierung zu diskutieren. So dürfe sich die neue Thüringer Regierung nicht an einer Erhöhung der Mehrwertsteuer oder an bundesweitem Sozialabbau beteiligen.
Thüringens Linke-Chef hatte in der Bundesspitze mit seinem Vorschlag für Aufregung gesorgt, trotz der Position der Linken als stärkste Kraft in einer möglichen rot-rot-grünen Koalition auf den Posten des Ministerpräsidenten zu verzichten. Stattdessen könnten sich Linke, SPD und Grüne gemeinsam auf eine Frau für das Ministerpräsidentenamt verständigen.
Am Dienstag hatte die SPD bereits mit der CDU Gespräche geführt. Die Sondierungsgespräche sollen am Mittwoch nach der Bundestagswahl zu Ende gehen. Dann will die SPD entscheiden, mit wem sie Koalitionsverhandlungen führt. Die Linke war bei den Landtagswahlen vor einem Monat zweitstärkste Kraft vor der SPD geworden.
SPD-Chef Christoph Matschie erklärte, bei den linken Parteien "eine Menge Schnittpunkte", vor allem bei den Themen Soziales, Familie, Umwelt und Frauen. Die Auseinandersetzungen mit Ramelow in den vergangenen Tagen um die Frage, wer Ministerpräsident in einem linken Bündnis werden soll, spielten keine Rolle. "Wir werden vernünftig miteinander verhandeln und die Personalfragen am Ende klären." Matschie trifft am Donnerstag erneut mit der CDU zusammen, am Freitag ein weiteres Mal mit Linken und Grünen.
Nach Ansicht von Grünen-Landessprecherin Astrid Rothe-Beinlich soll das Problem der Vergangenheitsbewältigung der Linken bei einem späteren Treffen thematisiert werden. Zuvor hatte sich die Grünen-Vertreterin und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt zurückhaltend geäußert: "Die Skepsis ist nicht kleiner geworden."
Als erstes Zugeständnis wurde gewertet, dass die Abgeordnete Ina Leukefeld nicht zum Sondierungsgespräch erschien. Sie hatte in der DDR für die Stasi-nahe Sonderabteilung "K1" der Polizei gearbeitet.
Unterdessen soll die CDU-Verhandlungsführerin und bisherige Finanzministerin Birgit Diezel neue Landtagspräsidentin in Thüringen werden. Ihre Fraktion nominierte sie einstimmig für dieses Amt. Diezel, die seit dem Rücktritt von Ministerpräsident Dieter Althaus auch amtierende Landesvorsitzende der CDU ist, soll auf der konstituierenden Landtagssitzung am kommenden Dienstag zur Nachfolgerin der scheidenden Dagmar Schipanski gewählt werden.
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(dpa/AP/jab/woja)
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denn wenn nur im Fall einer Schwarz-Gelben Koalition Rot-Rot-Grün notwendig wäre, heißt das ja im Umkehrschluss, dass er bei Fortsetzung der großen Koalition dem Kollegen Matschie das Plazet erteilt, es in Thüringen gleich zu tun.
Doch widerspräche ein solches Verhalten der SPD wohl genauso dem thüringischen Wählerwillen wie eine auf Überhangmandaten basierende Schwarz-Gelbe Koalition. Gerade dann würde aber auch Eulenspiegels These relevant. Die Kanzlerin könnte sich mit dem Überhangmandatsargument aus der Koalitionsaussage mogeln. Allerdings könnte das einen Sturmlauf der Granden hinter ihr auslösen, der sie innerparteilich mindestens ins Wanken bringen würde.
mitzuverfolgen wie die Linkspartei unbedingt an die Macht kommen will. Die in Thüringen verbliebenen Unternehmer werden das ganze gespannt verfolgen und hoffentlich bei einer rot-roten-Regierung Thüringen schnellst möglich verlassen...lol
Bei einer Neuauflage der großen Koalition in Berlin wird Matschie schon die Katze aus dem Sack lassen. Dann kann sich Ramelow die Sitze für die LINKE als thüringisches Korrektiv im Bundesrat abschminken.
Es war über die Platzierung des Wahltermins von den derzeit noch schwarzen Landesriegierungen gewollt, daß der Ausgang der Bundestagswahl noch rückwirkend die Regierungsbildung in den Ländern bestimmt.
So ganz ging deren Spiel ja nicht auf, was man an den langen Gesichtern im Saarland und Thüringen sah. Nur in Sachsen klappte es mit Schwarz-Gelb.
Trau niemals den Umfragen, so sehr sie auch schmeicheln mögen.
Was wäre wohl, wenn nach der BTW die Union aus FDP und SPD zur Regierungsbildung wählen könnte?
Um dann die Landesregierungen und die Sitze im Bundestag zu retten, gibts einfach weiterhin die Groko. Die Ergebnisse in den Ländern deuten darauf hin.
Daß Merkel vor der Wahl ihre Präferenz der FDP gab, dürfte genauso von Merkel abprallen wie alles andere bisher auch.
Ich bin mal gespannt, ob ich mit meiner Prognose recht behalten werde, falls es für Schwarz-Gelb im Bund reichen würde.
Oh auf das Gezetere von Guido freu ich mich schon, das ist aber dann auch schon der einzige Trost.
Eine linke (rot-rot-grüne) Landesregierung in Thüringen als Korrektiv gegen Schwarz/Gelb im Bund wäre eine notwendige Antwort, falls nötig. Aber auch sachpolitische Gesichtspunkte sprechen für Rot/Rot/Grün.
Da würde ich sogar Matschie als MP ertragen können....