Die gefallen Soldaten der Bundeswehr sollen ein Ehrenmal erhalten. Der Verteidigungsminister hat genaue Vorstellungen vom Standort - und provoziert nicht nur damit Kritik.
Das geplante Ehrenmal für die im Dienst getöteten Angehörigen der Bundeswehr wird voraussichtlich in der übernächsten Woche den Haushaltsausschuss des Bundestags beschäftigen. Die Grünen haben beantragt, Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) solle seine Pläne für die Finanzierung der Gedenkstätte erläutern.
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Der Grünen-Abgeordnete Alexander Bonde sagte der Süddeutschen Zeitung, die auf mindestens eine Million Euro geschätzten Kosten dürften nicht, wie von Jung geplant, aus dem Bauetat des Ministeriums gedeckt werden. Ein Sprecher Jungs kündigte an, der Minister wolle Mitte Juni den Verteidigungsausschuss über seine Vorstellungen für das Ehrenmal unterrichten.
Viele Parlamentarier fühlen sich in der Frage des Standorts von Jung übergangen. Der Minister hat bereits entschieden, dass das Ehrenmal für die bisher 2600 Soldaten und zivilen Mitarbeiter, die im Dienst ums Leben gekommen sind, auf dem Gelände des Ministeriums in Berlin errichtet werden soll.
Dagegen gibt es aus allen Fraktionen Stimmen, dass die Gedenkstätte besser in der Nähe des Reichstags gebaut werden sollte. Die Bundeswehr sei eine Parlamentsarmee und deshalb gehöre das Ehrenmal in die Nähe des Bundestags, sagte am Freitag die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger der Süddeutschen Zeitung.
Für jeden Besucher offen
"Es ist nicht nachvollziehbar, dass man sich so versteift", kritisierte Homburger die Weigerung Jungs, über die Standortfrage auch nur zu diskutieren. Auch Vize-Parlamentspräsident Wolfgang Thierse (SPD) will die Entscheidung nicht Jung allein überlassen. Das sei vielmehr Sache des Bundestags oder der Regierung als Ganzes, sagte Thierse dem Handelsblatt. Allerdings unterstützte er Jungs Standort-Auswahl.
Nach den Plänen des Ministers soll die Gedenkstätte neben dem Antreteplatz an der Hildebrandstraße errichtet werden. Dort werden heute unter anderem offizielle Gäste mit militärischem Zeremoniell begrüßt. Vom Haupteingang zum Ministeriumsgelände an der Stauffenbergstraße aus gesehen, liegt dieser Platz auf der Rückseite der Ministeriumsbauten.
Eine direkte Verbindung vom Ehrenmal zu der Gedenkstätte für die Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime vom 20. Juli 1944 soll es nicht geben. Sie liegt im Hof des sogenannten Bendler-Blocks und ist von der Stauffenbergstraße aus öffentlich zugänglich. Auch das Ehrenmal soll für jeden Besucher offen sein; es wird nur bei offiziellen Anlässen gesperrt werden, wenn dies aus Sicherheitsgründen notwendig ist.
Jung strebt an, im November den Grundstein für das Ehrenmal legen zu lassen. Aus einem Wettbewerb hat eine Findungskommission nach inoffiziellen Informationen den Entwurf des Münchner Architekten Andreas Meck ausgewählt. Jung will dem Vernehmen nach diesem Vorschlag folgen.
Danach würde die Gedenkstätte etwa 10 mal 40 Meter groß, mit einer Außenwand aus Metall und einem Steinblock in der Mitte, an dem Kränze niedergelegt werden könnten.
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(SZ vom 2. Juni 2007)
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Ich finde es gut das dieses Thema kontrovers diskutiert wird, auch wenn manchmal nicht mit der gebotenden Ernsthaftigkeit und mit nicht zu übersehenden Sarkasmus.
Bisher wurde immer darauf abgehoben, dass das Ehrenmal eine Idee von Minister Jung ist.
Doch eigentlich kommt die Idee von Soldaten und ist schon mindestens zwei Jahre alt.
Ansich war angedacht eine schlichte Tafel im Reichstag an einer markanten Stelle aufzuhängen, um die Parlamentarier ihrer Verantwortung zu erinnern.
Denn gerade das leichtfertige Entsenden von Streitkräften muss verhindert werden.
Die Zeit des Geldes als außenpolitisches Machtmittel ist schon lang auf dem Rückmarsch und die Bundeswehr auf dem Vormarsch als Machtmittel.
Doch dieses wird bisher nicht offen anerkannt bzw. gesagt. Dazu kann man stehen wie man will.
Jedoch sollten die Karten auf den Tisch und offen gesprochen werden. Jegliche Sentmentalitäten sollte man sich dabei verkneifen. Eine Million in neue Ausrüstung wäre sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, doch darf eine Erinnerung an die Verantwortung unserer Parlamentarier nicht fehlen. Die Idee eines Mahnmals im Verteidigungsministeriums zu solch hohen Kosten finde ich übertrieben und nicht passend.
Eine Erinnerung an die gefallenden Kameraden sollte dort stehen, wo sie her kamen...aus der Bevölkerung. Der Reichstag ist dieser Bevölkerung gewidmet (siehe Inschrift).
Fassen wir doch mal zusammen: Jung will ein Ehrenmal, das nicht bezahlt werden kann (oder die Quelle steht noch nicht fest), am besten schon gestern. Eine Jury, über die nichts berichtet wird, hat schon einen Entwurf erwählt.
Das Parlament ist überrascht und mit dem Alleingang unzufrieden. Über den Ort wird unterneinander und mit Jung gestritt.
Wir im Forum wird klar, dass sich auch die Bevölkerung nicht einig ist, ob es eines geben soll und warum. Wenn ja, dann steht auch hier der Ort nicht fest.
Warum wird das ganze nicht auf die lange Bank -wie immer bei strittigen Themen- geschoben.
Persönlich bin ich nicht der Meinung, dass wir einen solches Mahnmal brauchen, auch wenn die Soldaten doch an keinen völkerechtswiedirgen Kriegen teilgenommen haben (?).
Andere Dinge sind viieel dringender und die aufeinmal sprudelnden Steuergelder kriegt man auch auf anderem Wege verbraucht.
stimmt. das haben sie, nur woher sollte ich wissen, daß meine meinung von ihnen nicht auch unter "groß rumschwätzen" abgehandelt wird. mit der klarstellung bin ich zufrieden. danke!
im übrigen haben sie mich sicherlich richtig verstanden. oder haben sie zweifel? dann fragen sie ruhig nach.
:friebott:
.. wenn der lieber die Million in die Ausrüstung stecken würde, als sich ein Denkmal "seiner" Arbeit und Aufopferung vor das Arbeitsfenster zu stellen, um sich anschließend auf die Schulter zu klopfen. Wer in den Krieg zieht muß mit Opfern rechnen. Und Andacht, Einsatz und Erfolg hinterfragen, Schutz unserer Soldaten (auch wenn ich diesen Einsatz nicht gutheiße) wären angebrachter als diese überflüssige Diskussion und Bündelung von Personal und Kompetenzen die sich mit dem Fall jetzt beschäftigen werden. Generell ist es vielleicht keine schlechteste Idee, aber dann bitte doch erst nach Beendigung des Einsatzes oder rechnen sie noch mit mind. 10 Jahren Herr Jung, so das sie von ihrem Arbeitszimmer immer noch keine eigene sichtbare Hinterlassenschaft auf dem Gelände des Bundesverteidigungsministeriums nachweisen können die für alle Ewigkeit Ihre Amtswirkung verewigt?
PS. Manchmal ist es gut Kommentare von Soldaten zu lesen auch wenn einige davon manchmal haarsträubend demokratisch sind. Aber auszüge aus dem alltäglichen Soldaten-Leben.
http://www.sondereinheiten.de/forum/viewtopic.php?t=10318&start=15&sid=b4995e140117eaa328d36c952c907043
Sie wollen, dass ich differnziere zwischen den Kommentatoren, nicht alle in einen Topf werfe. Ich muss Ihnen sagen: DAS HABE ICH GETAN!!!
Ich zitiere: "...die, die hier groß rumschwätzen..." - das heisst, weder, dass ich alle bisherigen Kommentatoren als "Schwätzer" herabwürdige, noch dass ich Sie persönlich dazu gerechnet habe. Jeder, der die anderen Kommentare und dann meinen Kommentar gelesen hat, ist frei sich selber ein Bild zu machen, wen ich wohl gemeint habe und wen er selber unter "Schwätzer" abhaken sollte. Wenn Sie sich angesprochen fühlen, dann ist das Ihre eigene freie Meinung über ihre eigenen Kommentare.
Ich kann Sie aber beruhigen, an Sie hatte ich gar nicht gedacht, sondern an ein paar andere Kandidaten hier. Ihre Kommentare fand ich nämlich gar nicht sooo schlecht - etwas verwirrend geschrieben, aber WENN ich Sie richtig verstanden haben sollte, kann ich Ihren Punkt durchaus nachvollziehen.
Also bitte sich nicht auf den Schlips getreten fühlen, wenn man gar nicht kritisiert wurde.
Schönes Wochenende noch.
MfG,
BOD
Paging