Die Partei der Robinsons, die DUP, rekrutiert sich aus erzkonservativen nordirischen Protestanten, zu deren Glaubenssätzen Familienwerte ebenso selbstverständlich gehören wie der Verbleib Nordirlands im britischen Staatsverbund.
Kirk McCambley, einst der junge Liebhaber von Mrs. Robinson. (© Foto: AFP)
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Iris Robinson hat sich oft als Moralwächterin hervorgetan. So riet sie 2008 nach einem Angriff auf einen homosexuellen Mann in Nordirland allen Homosexuellen, sich "in Behandlung" zu begeben und verglich sie mit Mördern.
Ein nationales Trauerspiel
Doch Freude über das Straucheln selbstgerechter Moralapostel ist das eine, Korruptionsvorwürfe sind viel Schwerwiegenderes. Vergangenen Samstag wurde Iris Robinson aus der Partei ausgeschlossen, nachdem bekannt geworden war, dass sie knapp 55.000 Euro von zwei Bauunternehmern eingeworben haben soll, um McCambley bei der Einrichtung seines Cafés in ihrem Bezirk zu unterstützen.
Dieses Darlehen hätte sie als Parlamentsabgeordnete deklarieren müssen, was sie nach Recherchen der BBC aber nicht tat. Einen Teil des Geldes soll sie zudem als "Aufwandsentschädigung" für sich behalten haben. Für das Machtgefüge in Nordirland noch bedrohlicher ist der Vorwurf der BBC, Peter Robinson habe vom finanziellen Fehltritt seiner Frau schon gewusst, bevor sie ihm die Affäre gestand - und ihn vertuscht.
Der ehemalige First Minister und gemäßigte Unionist David Trimble äußerte direkt nach Bekanntwerden, Robinson werde schon Ende dieser Woche nicht mehr im Amt sein. Gerry Adams, Präsident des katholischen Koalitionspartners Sinn Fein, konnte sich aber die Bemerkung nicht verkneifen, die Robinson-Affäre habe das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Regierung beschädigt.
Wenn sich die ohnehin unzufriedene konservative Basis der DUP infolge der Affäre von der Partei abwendete, würde das wohl zu einer Machtverschiebung zugunsten Sinn Feins führen. Durch die zu erwartende neue Radikalisierung auf protestantischer Seite könnte aus dem privaten ein nationales Trauerspiel werden.
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(SZ vom 12.01.2010/woja)
Schon witzig daß es immer wieder die hemmungslosesten Moralapostel sind die mit den gravierendsten Fehltritten auffallen: Hier eine Mrs Robinson die Schwule mit Mördern vergleicht und dann mal eben schnell mit einem 40 Jahre jüngeren Mann fremdgeht (und Geld unterschlägt), da eine Sarah Palin die massiv Front gegen sexuelle Aufklärung an Schulen macht und dann kleinlaut einräumen muß daß ihre eigene Tochter beim "Spaß-Sex" (und das auch noch VOR der Ehe, OH MY GOD) schwanger geworden ist. ^^
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wunderbar...hätte ich doch auch in meiner Jugend eine Mrs. Robinson getroffen !
Es sind nicht landestypische "Skandalkulturen", sondern es sind die langweiligen Gewohnheiten der Medien.
Die billigste Art des Journalismus ist es, zu berichten und zu kommentieren, was "der Boulevard" berichtet. Da muss man nicht recherchieren, da genügt es, die "Sun" oder die Bild-"Zeitung" zu lesen und ein paar Gedanken dazu herunterzutippen.
Und man kann das Gleiche machen wie "der Boulevard", ohne dass man es zu sehr merkt.
Das ist die "Skandalkultur" der SZ.
keep your Head up high Mr. Robinson, all the best !
Paging