Nach langen Ermittlungen liegt ein Bericht über die Zustände im US-Innenministerium vor. US-Beamte ließen sich mit Geschenken und Sex bestechen - von der Ölindustrie.

Es war eine lange und akribische Recherche: Zwei Jahre lang untersuchte eine Kommission unter Führung des Generalinspekteurs Earl Devaney die Zustände im US-Innenministerium und das Verhalten der Mitarbeiter.

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Das US-Innenministerium in Washington. (© Foto: Reuters)

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Nun hat Devaney seine Ergebnisse präsentiert und eine "Kultur des ethischen Versagens" beklagt - die USA haben ihren nächsten Skandal.

Die pikanten Ergebnisse der Untersuchung: Mehr als ein Dutzend Mitarbeiter hatten Sex mit Angestellten der Ölindustrie, nahmen Berge von Geschenken entgegen und hielten Gelage mit Alkohol und Drogen ab. Devaney schreibt in einem seiner insgesamt drei Berichte von einer "Kultur des Drogenmissbrauchs und der Promiskuität".

Im Mittelpunkt des Skandals stehen demnach 13 gegenwärtige und ehemalige Angestellte der Abteilung für Mineralien-Management in Denver (Bundesstaat Colorado) und Washington. Dieses Amt ist für die Verwaltung sowie Vermarktung von Öl- und Gaslieferungen zuständig, die die Regierung im Gegenzug für Fördergenehmigung auf bundeseigenem Land von Energiefirmen erhält. Laut New York Times nimmt die Behörde jährlich etwa 10 Milliarden US-Dollar an Lizenzgebühren ein.

Der Zeitung zufolge gehört mit Lucy Q. Denett auch die frühere Vizechefin der Abteilung zu den Beschuldigten. Sie war zu Beginn dieses Jahres zurückgetreten. Der hochrangige Mitarbeiter Geffrey W. Smith, der Denett direkt unterstellt war, soll mit Nebengeschäften laut Washington Post 30.000 Dollar verdient haben, bevor er 2007 kündigte. Nun arbeitet Smith in der Ölindustrie.

Geschenke aller Art

Dem Bericht zufolge nahmen die Mitarbeiter zwischen 2002 und 2006 von Angestellten größerer Unternehmen Geschenke aller Art entgegen - von Golf- und Skiausflügen über feudale Abendessen bis hin zu Hotelübernachtungen. Auch Eintrittskarten für ein Konzert von Countrysänger Toby Keith oder Besuche in Football- oder Baseballstadien ließen sich die Mitarbeiter gern bezahlen.

Zwar habe es sich jeweils meistens nur um Gaben von geringerem Wert gehandelt, doch sei die Menge frappierend. Allein zwei der Mitarbeiter hätten in mindestens 135 Fällen Geschenke von vier Firmen erhalten, mit denen sie Geschäfte unterhielten.

Der Bericht sorgt bereits für politischen Streit: Im laufenden Präsidentschaftswahlkampf wird darüber diskutiert, die Ölreserven vor den Küsten der USA zu erschließen, was vor allem der Republikaner John McCain befürwortet. Der demokratische Senator Bill Nelson aus Florida sagte, der Devaney-Bericht zeige, wie "schockierend" der Einfluss der Ölindustrie auf die Regierung sei. Die Bohrungen sollen nach den Wünschen der Ölindustrie vor den Küsten von Florida und Alaska durchgeführt werden.

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(sueddeutsche.de/dpa/mati/gal)