Sitzordnung bei Bundespressekonferenz Wer in die erste Reihe darf

Kanzlerin Merkel bei der Bundespressekonferenz 2012. Die Veranstaltung soll eine neue Sitzordnung erhalten.

(Foto: AFP)

Ganz vorne haben einfach nicht alle Ministeriumssprecher Platz - deshalb zettelte das Justizressort einen Streit um die Sitzordnung in der Bundespressekonferenz an. Nun schlägt Regierungssprecher Seibert einen Kompromiss vor.

Von Robert Roßmann, Berlin

In dem skurrilen Streit um die Sitzordnung in der Bundespressekonferenz (BPK) hat Regierungssprecher Steffen Seibert jetzt einen Kompromissvorschlag unterbreitet. In einer E-Mail an seine Kollegen in den Ministerien schlägt er ein neues Verfahren für deren Platzierung in Deutschlands berühmtester Pressekonferenz vor.

Weil in der ersten Reihe nur Platz für neun der 14 Ministeriumssprecher ist, war es zuletzt zum offenen Konflikt um die Sitzordnung gekommen. Bisher entscheidet die Zahl der an die Sprecher gerichteten Fragen, ob ein Ressort vorne oder hinten sitzt. Zum Jahresbeginn musste deshalb das Justizministerium in die zweite Reihe, das Familienressort durfte dafür in die erste.

Die vielen Fragen zum Betreuungsgeld und dem Geschlecht Gottes hatten Kristina Schröders Ministerium nach vorne gespült. Doch das wollte das Justizministerium nicht hinnehmen. Dessen Sprecher Anders Mertzlufft revoltierte gegen die Zurücksetzung - schließlich sei sein Haus nicht irgendein Ressort, sondern ein Verfassungsministerium.

Mertzluffts Aufstand scheint erfolgreich gewesen zu sein. Denn in seiner Mail schlägt Seibert jetzt ein Zweiklassen-System vor. Unabhängig von der Fragenzahl sollte künftig "in der ersten Reihe ein fester Kreis von Ressorts vertreten sein", schreibt Seibert. Dazu müssten die Ministerien gehören, die "schon kraft Erwähnung im Grundgesetz eine herausgehobene Stellung haben, also BMVg, BMJ und BMF". Außerdem sollten die "sogenannten klassischen Ressorts, also AA und BMI, sowie das Ressort des Vizekanzlers" bevorzugt werden.

Von den neun Plätzen in der ersten Reihe wären künftig also sechs fest vergeben: An die Ministerien für Verteidigung, Justiz und Finanzen, an das Außenamt und das Innenressort, sowie an Philipp Röslers Wirtschaftsministerium.

Die Entscheidung über das neue Modell liegt nun beim Vorstand der BPK. Dieser hatte Seibert um einen Vorschlag gebeten.