Als "Tüünkram" (Quatsch) wies Simonis Carstensens Darstellung zurück, überzogener Tierschutz, etwa für einen brütenden Kranich, stoppe wichtige Infrastrukturvorhaben wie einen Flughafenausbau in Lübeck. Den Weiterbau der Ostseeautobahn A 20 bezeichnete sie als absolute Bedingung für einen neuen Koalitionsvertrag mit den Grünen: "Das wissen die Grünen auch."

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Kritik am hohen Schuldenberg hielt Simonis einen "unglaublichen Aufholprozess" zur Modernisierung des Landes entgegen. Im Übrigen würden die CDU-Vorschläge zum Haushalt 340 Millionen Euro Mehrkosten verursachen. Carstensen hatte sich intensiv vorbereitet: Er bot eine Flut von Zahlen auf und griff wiederholt auf regierungskritische Berichte des Rechnungshofes zurück.

Rekordverschuldung, Arbeitslosigkeit, Streit ums Bildungssystem, Koalitionsspekulationen, Steuerpläne, Druck auf die grüne Justizministerin Anne Lütkes im Fall des Schwerverbrechers und Gefängnisausbrechers Christian Bogner - das TV-Rededuell war ein Parforceritt durch die Landespolitik.

"Das war sehr interessant", resümierte NDR-Landesfunkhausdirektor Friedrich-Wilhelm Kramer. "Ich fand es informativ und lebendig", sagte Moderatorin Bauer. Mögliche Regierungsbündnisse konnten in der Runde nicht außen vor bleiben. "Große Koalitionen finde ich nicht so witzig", bekannte Simonis. Ob sie sich denn gar nicht mit Carstensen verstehe? "Beim Bier würde das schon gehen", räumte Simonis ein.

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(Von Wolfgang Schmidt, dpa)