Nach tagelangem Kopf-an-Kopf-Rennen hat sich nun die Wahlkommission zu Wort gemeldet: Die Oppositionspartei des Herausforderers Morgan Tsvangirai hat nun nach offiziellen Angaben die Mehrheit im Parlament errungen.

In Simbabwe hat die Opposition nach Angaben der Wahlkommission die Mehrheit im Parlament gewonnen. Die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) unter Oppositionsführer Morgan Tsvangirai habe nach Auszählung von 199 der 210 Sitze 96 Mandate erringen können.

Morgan Tsvangirais Partei hat nach Angaben der Wahlkommission die Mehrheit im Parlament errungen. Robert Mugabe, seit 28 Jahren Herrscher in Simbabwe, könnte bald abgelöst werden. (© Foto: AFP)

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Eine Gruppe, die sich von der MDC abgespalten habe, stelle neun Abgeordnete, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Die regierende Zanu (PF) kam dabei auf 93 Sitze.

Zuvor schon hatte sich die Opposition zum Sieger bei der Präsidentenwahl erklärt. MDC-Generalsekretär Tendai Biti zufolge gewann ihr Kandidat Tsvangirai 50,3 Prozent der Stimmen. Auf den 84-jährigen Amtsinhaber Robert Mugabe, seit 28 Jahren im Amt, seien 43,8 Prozent entfallen, sagte Biti unter Berufung auf Ergebnisse ausgezählter Wahllokale.

Der nun wohl bevorstehende zweite Durchgang der Wahl hat innerhalb und außerhalb Simbabwes Sorgen vor schweren Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Opposition und den Mugabe loyalen Sicherheitskräften ausgelöst.

Im Nachbarland Sambia wurden die Grenztruppen in Alarm versetzt. Verteidigungsminister George Mpombo erklärte, es handle sich um eine vorsorgliche Maßnahme für den Fall, dass angesichts der angespannten Lage in Simbabwe Gewalt ausbreche und eine Flüchtlingswelle nach Sambia schwappe.

Die Bundesregierung in Berlin kritisierte erneut, die schleppende Stimmenauszählung sei nicht nachvollziehbar und führe in dem südafrikanischen Land zu verständlichen Spekulationen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin appellierte an die Verantwortlichen in Simbabwe, nach einer Veröffentlichung verantwortungsvoll mit dem Ergebnis und dem zugrundeliegenden Willen der Wähler umzugehen und weiterhin auf Gewalt zu verzichten.

Die simbabwische Regierung hat bereits zuvor auf Erfolgserklärungen der MDC mit dem Hinweis reagiert, diese seien pure Spekulation. "Die lügen, um uns zu provozieren", sagte Vize-Informationsminister Bright Matonga der BBC. Er warnte die MDC, auf der Hut zu sein und sprach von einem "dummen Spiel".

Biti kritisierte die Wahl erneut als weder frei noch fair. Er berief sich bei seinen Zahlen auf die Parallelauszählung der bisher veröffentlichten Einzelergebnisse aus den Wahllokalen. Die Fehlermarge sei extrem gering. Für den Fall, dass die offizielle Wahlkommission jedoch bei ihrer Auszählung auf weniger als 50 Prozent für Tsvangirai käme, würde die MDC "unter Protest" an einer Stichwahl teilnehmen. Diese würde aber nur das für Mugabe Unausweichliche verzögern.

Schon zuvor hatte es Anzeichen dafür gegeben, dass der seit der Wahl am Samstag aus der Öffentlichkeit verschwundene Mugabe nicht ausreichend Stimmen auf sich vereinen konnte.

Das einst blühende Simbabwe leidet unter einer Hyperinflation von 100.000 Prozent, einem Mangel an Lebensmitteln und Treibstoff sowie unter einer Aids- und HIV-Epidemie, die die Lebenserwartung nach unten gedrückt hat.

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(Reuters/dpa/AP/AFP/gba)