Simbabwe Das Krokodil ist zurück

Wurde in Harare als neuer Präsident Simbabwes vereidigt: Emmerson Mnangagwa (l.)

(Foto: dpa)
  • Emmerson Mnangagwa legte im Nationalstadion von Harare unter dem Jubel Zehntausender seiner Landsleute den Amtseid als Präsident ab.
  • Er versprach eine neue Ära für das heruntergewirtschaftete afrikanische Land - mehr Demokratie, die Bekämpfung von Korruption und weniger Arbeitslosigkeit.
  • Doch nur auf den ersten Blick ist er Hoffnungsträger: Er wird für den Tod Zehntausender Oppositioneller mitverantwortlich gemacht.
Von Bernd Dörries, Kapstadt

Manche haben kleine Krokodile mitgebracht aus Stoff, die sie in die Höhe halten. Für den neuen Präsidenten Emmerson Mnangagwa, 75, den sie in Simbabwe auch das "Krokodil" nennen, weil er für den Tod Zehntausender Oppositioneller mitverantwortlich gemacht wird. Auf den ersten Blick ist er kein Hoffnungsträger. Nach 37 Jahren Mugabe ist er aber genau das für viele Millionen Menschen in Simbabwe.

Und so sprach er auch am Freitag bei seiner offiziellen Vereidigung im Amt, im prall gefüllten Nationalstadion von Harare. "Meine Regierung wird sich darum bemühen, die Säulen der Demokratie zu stärken", sagte Mnangagwa. Dazu werde er die Korruption bekämpfen, die Arbeitslosigkeit senken, die Schulden bedienen, die enteigneten weißen Farmer entschädigen und im Jahr 2018 freie Wahlen abhalten. Seinem Vorgänger Mugabe sicherte er einen Abschied in Würde zu. "Genosse Mugabe bleibt mein Vater und mein Führer. Wir müssen ihm danken."

Im Stadion gab es dafür Applaus, auf den Rängen wurde getanzt, Besucher hielten Schilder in die Höhe: "Keine Rache" und "Der Beginn einer neuen Ära", war darauf zu lesen. In den Verhandlungen über seinen Abtritt ließ sich Mugabe Immunität zusichern, auch für seine im Volk verhasste Frau Grace und weitere Verwandte. Er darf im Land bleiben, womöglich in seinem riesigen 25-Zimmer-Haus. Angebote, nach Malaysia oder Singapur ins Exil zu gehen, schlug er offenbar aus. "Es ist Simbabwer, warum sollte er irgendwo hin gehen", sagte sein Sprecher George Charamba. "Wenn sich die verrückte Menge erst beruhigt hat", so der Sprecher, werde sie auch ihre Kritik an Mugabe vergessen. Der 93-Jährige bleibe Teil des Erbes und der Ideologie der Regierungspartei, wie Mao in China.

Der neue Präsident Mnangagwa gab zumindest zu, dass in der Vergangenheit "Fehler" gemacht wurden, ohne sie genauer zu benennen. Neun von zehn Menschen sind in Simbabwe arbeitslos, "Jobs, Jobs, Jobs" seien seine oberste Priorität, sagte Mnangagwa. Die USA und die EU hatten in den vergangenen Jahren Sanktionen gegen Simbabwe und Einzelpersonen verhängt - Emmerson Mnangagwa bat in seiner Rede, dies zu "überdenken".

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