Signal an Iran USA wollen Nahen Osten massiv aufrüsten

Zum ersten Mal exportiert die USA Flugzeuge dieses Typs: eine V-22-Osprey-Maschine, hier beim Start in Afghanistan.

(Foto: AFP)

Es wäre ein Deal von insgesamt zehn Milliarden Dollar: Die USA wollen den Nahen Osten massiv aufrüsten - unter anderem mit neuen Raketen für Kampfjets, verbesserten Radarsystemen und neuen Tankflugzeugen. Die Waffen sollen nicht nur Israel, sondern auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate auf einen möglichen Angriff Irans vorbereiten.

Die Verhandlungen laufen bereits seit etwa einem Jahr: Die USA wollen Israel, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate massiv gegen eine mögliche Bedrohung durch Iran aufrüsten. Im Gespräch ist der Verkauf von Rüstungsmaterial im Gesamtwert von etwa zehn Milliarden Dollar. Lediglich letzte Details der Verträge müssten noch geklärt werden. Deshalb werde US-Verteidigungsminister Chuck Hagel am Sonntag in die drei Länder reisen, berichten die Zeitungen New York Times und Jediot Achronot in ihren Online-Ausgaben.

Ziel der Vereinbarungen sei es, die militärischen Fähigkeiten Israels, aber auch die der US-Verbündeten am Golf zu stärken. Sie sollen in die Lage versetzt werden, auf iranische Bedrohungen zu reagieren, zitierte die New York Times einen anonymen US-Regierungsvertreter. Israel habe das Recht, sich zu verteidigen. Doch: "Der Präsident glaubt daran, dass immer noch genug Zeit und Spielraum für erfolgreiche diplomatische Verhandlungen ist". Bislang hat sich Teheran in diese Richtung unnachgiebig gezeigt.

Zu dem Material, das Israel erhalten soll, gehören den Berichten zufolge neue Raketen für Kampfjets und verbesserte Radarsysteme für seine Kampfflugzeuge sowie neue Tankflugzeuge des Typs KC-135, die Flüge von längerer Dauer ermöglichen und deshalb bei einem möglichen Angriff auf iranische Atomanlagen von großer Bedeutung wären. Außerdem würde so ein besserer Schutz der israelischen Grenzen gewährleistet.

Ergebnis einjähriger Verhandlungen

Zudem sei der Verkauf von Transportflugzeugen des Typs V-22 Osprey geplant, der mit Schwenkpropellern wie ein Hubschrauber starten kann und anschließend wie eine normale Propellermaschine fliegt. Dass die USA diese Maschine exportieren, hat es zuvor noch nicht gegeben.

Die Vereinigten Arabischen Emirate erhalten den Berichten zufolge 26 Kampfflugzeuge des Typs F-16 im Gesamtwert von etwa fünf Milliarden Dollar; außerdem ist der Export neuartiger Luft-Boden-Raketen für diese Maschinen geplant. Saudi-Arabien solle die gleichen Raketen für seine umfangreiche Flotte amerikanischer Kampfflugzeuge erhalten.

Der ehemalige US-Verteidigungsminister, Leon E. Panetta, traf sich in dieser Angelegenheit im vergangenen Jahr mehr als zwölf Mal mit seinem israelischen Kollegen. Präsident Obama selbst reiste im vergangenen Monat nach Israel und versprach, noch mehr für die Sicherheit des Landes zu sorgen.

Mit größerem Widerstand im Kongress gegen die Rüstungsgeschäfte rechnen die USA nicht - vor allem nicht von Parlamentariern aus Regionen mit Rüstungsunternehmen, die unter Einsparungen im US-Militärhaushalt litten, schreibt die New York Times.