Sicherheitslage in Afghanistan Afghanische Führung diskutiert mit US-Regierung über Truppenabzug

US-Außenminister John Kerry gemeinsam mit dem afghanischen Präsident Aschraf Ghani (links) und Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah (rechts).

(Foto: dpa)
  • Der afghanische Präsident Aschraf Ghani ist in den USA eingetroffen. Gemeinsam mit US-Außenminister John Kerry will er über die Sicherheitslage im eigenen Land sprechen.
  • Auch über die Option eines verlangsamten Truppenabzugs soll diskutiert werden.
  • Derzeit befinden sich noch 10 000 US-Soldaten in Afghanistan. Bis Ende 2015 soll die Hälfte von diesen nach Amerika zurückkehren, bis Ende 2016 die übrigen.

Diskussion über verlangsamten Truppenabzug

US-Außenminister John Kerry will gemeinsam mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani über die Sicherheitslage in dessen Land beraten. Dabei soll auch über den verlangsamten Truppenabzug diskutiert werden. Ghani hatte den amerikanischen Präsident Barack Obama um mehr Flexibilität gebeten. Neben US-Verteidigungsminister Ashton Carter und Finanzminister Jacob Lew nimmt laut Kerry auch das "komplette Sicherheitsteam" von Obama an dem Austausch teil.

Derzeit sind noch gut 10 000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert. Nach dem bisherigen Abzugsplan soll etwa die Hälfte bis Ende 2015 zurückkehren, der Rest bis kurz vor dem Ende von Obamas Amtszeit im Januar 2017. Danach soll nur eine rund 1000 Mann starke Schutztruppe für die US-Botschaft im Land bleiben.

Präsident Aschraf Ghani ist gemeinsam mit Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah zum Antrittsbesuch in die USA gereist. Im Weißen Haus werden sie auch auf US-Präsident Barack Obama treffen. Geplant sind außerdem eine Rede vor dem versammelten Kongress sowie ein Besuch bei den Vereinten Nationen in New York.

Auswirkungen auf Bundeswehr

Ein verlangsamter Abzug könnte auch für die Bundeswehr Konsequenzen haben. Über diese Frage spreche Deutschland derzeit mit seinen Partnern und vor allem mit Washington, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Martin Schäfer. Der Fahrplan werde an die Lage vor Ort angepasst, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums. Der Bundestag hatte im Dezember die deutsche Beteiligung der Bundeswehr an dem Ausbildungseinsatz "Resolute Support" beschlossen. Das Mandat ist auf ein Jahr begrenzt. Der Einsatz soll aber mindestens zwei Jahre dauern.