Der russische Präsident hat die Politik der Vereinigten Staaten in äußerst scharfer Form kritisiert. Die USA hätten "ihre Grenzen in fast allen Bereichen überschritten".
Der russische Präsident Wladimir Putin hat den USA und der Nato unter anderem eine gefährliche Militarisierung der Außenpolitik vorgeworfen. "Wir sind Zeuge ungezügelter Militäranwendung in internationalen Anliegen", sagte er auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
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In diesen Konflikten kämen Hunderttausende Menschen zu Tode, das Völkerrecht werde missachtet, und politische Lösungen würden unmöglich gemacht, kritisierte der russische Staatschef.
Die USA hätten die Grenzen in fast allen Bereichen überschritten. Gewalt dürfe nur das letzte Mittel sein und sei nur legitim, wenn sie von den Vereinten Nationen beschlossen worden sei - Entscheidungen der Nato oder der Europäischen Union könnten dies nicht ersetzen, sagte Putin und warnte: "Einseitige, unlegitimierte Aktionen sind keine Lösung, sondern Quelle neuer Tragödien und Spannungsherde".
Ein monopolares Sicherheitskonzept wäre ein schwerer Fehler und könne nur in die Sackgasse führen. Einzelne Staaten, wie die USA, versuchten, anderen ihr Modell aufzuzwingen. "Niemand fühlt sich sicher", sagte der russische Präsident. "Eine solche Politik ist ein Katalysator des Wettrüstens. Es sind neue Gefahren entstanden wie der Terrorismus."
Streit über Raketenabwehrsystem
Putin zeigte sich angesichts der US-Pläne zum Aufbau eines Raketenabwehrsystems in Osteuropa beunruhigt. Dies könne zu einem neuen Wettrüsten führen. Der Raketenschild werde Europa kaum nutzen, denn die so genannten Problemstaaten, gegen die sich der Abwehrschirm richtete, würden in absehbarer Zeit nicht über Raketen verfügen, die Europa erreichen könnten. "Ein hypothetischer Angriff aus Nordkorea widerspricht den Gesetzen der Ballistik", sagte Putin.
Scharf kritisierte er auch die Nato-Erweiterung bis an die Grenzen Russlands heran. Die Erweiterung habe keinen Bezug zur Modernisierung der Allianz, sondern sei ein "provozierender Faktor, der das Vertrauen senkt".
Die wachsende Wirtschaftskraft von Ländern wie China, Indien oder Brasilien werde zu wachsendem politischen Einfluss führen. Die Welt werde multipolarer und brauche ein Gleichgewicht. Einige Staaten, in denen die Todesstrafe für Mörder verboten sei, beteiligten sich auf der anderen Seite sehr leicht an militärischen Abenteuern, in denen Hunderttausende Menschen umkämen, kritisierte Putin. Weiter sagte er: "Warum ist es notwendig, bei jeder Gelegenheit zu bombardieren und zu schießen?"
"Wir dürfen da nichts aufzwingen"
Der russische Präsident machte außerdem deutlich, dass er eine Unabhängigkeit des Kosovos gegen den Willen Serbiens ablehnt: "Wir dürfen da nichts aufzwingen, sonst führen wir das Problem in die Sackgasse."
Russland plädierte dafür, dass Serben und Kosovo-Albaner sich ohne den Druck Dritter einigen. Die südserbische Provinz, die mehrheitlich von Kosovo-Albanern bewohnt wird, strebt nach Unabhängigkeit. Die Pläne des UN-Vermittlers Martti Ahtisaari für die Zukunft des Kosovos laufen auf eine Unabhängigkeit hinaus.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuvor in ihrer Grunsatzrede für eine engere Partnerschaft der westlichen Staatengemeinschaft mit Russland plädiert. Im iranischen Atomkonflikt, auf dem Balkan und im Nahen Osten stehe Russland bereits mit in der gemeinsamen Verantwortung.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(AP/AFP/dpa/sueddeutsche.de)
Protest gegen dritte Startbahn
Das Wladimir Wladimirowitsch Putin für die breite Leserschaft als Ex-KGB, Populist, Stippenzieher und Befehlshaber für politische Morde in einer allzu niedrigen Schublade landet, ist verwerflich.
Dieser Mann bevorzugt die leisen Töne und hat das Zeug nicht zum Welt-Krisen-Manager sondern zum Weltmanager. Das hat er von der Pike auf gelernt.
München war nur ein Testballon und dieser ist erfolgreich gestiegen, wie die verhaltenen bis überraschten (wennn nicht gar änstlichen) Reaktionen in der versammelten Runde zeigten.
Der politische Landschaftsgarten hat sich geändert, doch die Machtinteressen sind geblieben. Nach dem Zerfall des Warschauer Paktes hat der Westen die Neuausrichtung Russlands als Kapitulation missverstanden. Der Putsch gegen Gorbatschow und das folgende wirtschaftliche Desaster Jelzins gaben allen Anlass dazu.
Allzu betört von der augenscheinlichen Weltmachtstellung, hat sich die USA zusammen mit der Nato in allen Krisenherden dieser Welt derart verausgabt, das die wirtschaftliche und politische Renaissance Russlands schlichtweg verschlafen wurde.
In der Zwischenzeit eröffnet ein äußerlich gemässigter Putin die Treibjagt auf die Läuse in Russlands Filz. Entmachtet Energieoligarchen, zeigt der Mafia klare Grenzen und findet in der globalen Terror-Hysterie eine willkommene Ausrede zum Tschetschenien-Krieg.
Aber schauen wir doch einmal über den großen Teich.
Irakdesaster, Verunsicherung und eine neue ökonomische Schieflage. Und Europa? Keine richtige Verfassung, kein ernstzunehmendes Mandat für Krisenreaktionen und ständiges Ärmeltrumpf im Energiemachtpoker.
Und mittendrin Deutschland - verharrt in der vermeintlichen Vermittlerrolle, unsere Merkelin macht ein hängendes Gesicht zum bösen Spiel.
Unser Ex übrigens ist ein waschechter Siegertyp, dreht kräftig mit am russischen Gasventil und verkehrt nur mit seinesgleichen - hat noch jemand Zweifel an Russlands wirtschafts-politischem Vormarsch?!
ist schon erstaunlich - da geziemt sich der Schlächter an unzähligen Tschetschenen doch tatsächlich, Worte an eine andere Nation zu richten, deren Sinn er scheinbar selbst nicht aufrichtig nachempfinden kann.
Wie unehrenhaft.
In den USA denken die Bürger sie sind frei und in Russland wissen sie, dass sie es nicht sind.
Endlich hat der russische Praesident das gesagt, was ohnehin fuer alle denkenden Menschen schon laengst klar war. Und dies ist keinesfalls Konfrontation mit den USA (geschweige denn mit Europa!!).. Es ist bloss eine Herausforderung zur engen Zusammenarbeit und mehr Verstaendnis.. Es sind ja die USA gwesen, die sich von Russland mehr und mhr distanziert hatten. Frau Merkel hat auch in diese Richtung mehrere Elefantenschritte gemacht.. Schade, sehr schade.. Und der kalte Krieg..)) Wissen Sie, wenn ich Artikel ueber Rusland in der sogenannten "freien" westlichen Presse lese, dann fuehle ich mich wirklich in die Breshnew-Aera versetzt..
Lieber jaxx198, was Sie traurigerweise als "Arschlecken" qualifizieren, ist solide Politik im nationalen Interesse. Reichtum verpflichtet - wo das nicht gilt, hilft das Gefasel von Demokratie und Menschenrechten nicht viel. Und die russische Führung ist willens, diesem Grundsatz Geltung zu verschaffen. Das ist gut für die russischen Bürger.
Drogentote sind beklagenswert, ob nun in Moskau oder Hamburg oder Berlin oder sonstwo.
Woher kommen die Drogen? Fast alle aus Afghanistan. Das Land am Hindukusch war (mit Laboreinrichtungen auf pakistanischem Gebiet) der größte Heroinproduzent, bis die Taliban (ja, die Taliban) den Drogenanbau verboten und dadurch die Produktion um 95 % senken konnten. Das nenne ich einen erfolgreichen Krieg gegen die Drogen.
Und dann kamen die US-Amerikaner, bombten die Taliban weg und - schwupps - war Afghanistan wieder weltgrößter Drogenexporteur. Dabei wird ordentlich Kasse gemacht. Sie können sich denken, wer das Gros der Kohle einsteckt - nicht der Ivan in Moskau, nicht der Giovanni in Italien, nicht der Hans in Deutschland.
Ich finde es allerdings sehr lobenswert, dass Sie sich um das Drogenproblem in Russland kümmern - ernsthaft.
Chodorkowski ist jedoch ein Landesverräter. Er kann froh sein, so milde bestraft worden zu sein. Die Propaganda pro Chodorkowski hierzulande hat ihn vielen Menschen in sympathischem Lichte erscheinen lassen. Mit dem entschiedenen Durchgreifen gegen diesen Verbrecher hat der Kreml gezeigt, dass er im Interesse des russischen Volkes handelt. Wir könnten froh sein, wenn wir Politiker hätten, die in ähnlicher Art und Weise im Interesse unseres Volkes handelten.
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