Die indische Regierung ist bereit, sich stärker am zivilen Aufbau in Afghanistan zu engagieren. Dies sagte der Sicherheitsberater von Premierminister Singh der Süddeutschen Zeitung. Zugleich kritisierte Narayanan den Nachbarn Pakistan.
Die indische Regierung ist bereit, sich stärker beim zivilen Aufbau Afghanistans zu engagieren. "Wir werden mehr machen, wenn wir mehr gebraucht werden", sagte Indiens nationaler Sicherheitsberater Mayankote Kelath Narayanan im Interview mit der Süddeutschen Zeitung am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz.
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Sein Land will mehr für den Aufbau in Afghanistan tun: Indiens Premierminister Manmohan Singh. (© Foto: AFP)
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Seit dem westlichen Einmarsch im Jahr 2001 und dem Sturz der Taliban hat Neu-Delhi insgesamt 1,2 Milliarden Dollar nach Afghanistan gegeben. Das Geld floss vor allem in zivile Projekte, wie den Bau von Krankenhäusern und Straßen.
Ein militärischer Einsatz komme für Indien aber nach wie vor nicht in Frage, betonte Narayanan. Neu-Delhi wolle mit dem Engagement die regionale Stabilität fördern. "Wir möchten dabei mithelfen, dass aus Afghanistan ein moderater islamischer Staat werden kann", sagte der Sicherheitsberater.
Klage über mangelnde Kooperations Pakistans
Sorgen bereitet der indischen Regierung vor allem die aus ihrer Sicht mangelnde Kooperation Pakistans im Kampf gegen den Terrorisms. Narayanan griff die Regierung in Islamabad scharf an. Sie habe bislang viel zu wenig Einsatz gezeigt, um dabei zu helfen, die Anschläge von Mumbai aufzuklären.
Bei der Serie von Terrorattacken waren Ende November mehr als 170 Menschen gestorben. Der einzig Überlebende der zehn Angreifer ist nach Angaben Indiens pakistanischer Staatsbürger. Die Beziehungen der ungleichen Nachbarländer hat seitdem stark gelitten.
Neu-Delhi bezichtigt den pakistanischen Geheimdienst ISI, an dem Angriff beteiligt gewesen zu sein. Pakistan weist die Vorwürfe zurück. Die Zeit der Entschuldigungen müsse für die Regierung in Islamabad nun vorbei sein, forderte Narayanan. Die Beweise, die sein Land vorgelegt habe, seien eindeutig.
Die internationale Gemeinschaft müsse den Druck auf Pakistan nun erhöhen. Ein Dialog zwischen Neu-Delhi und Islamabad mache nur Sinn, wenn er auf Ehrlichkeit basiere und man identische Ziele verfolge.
"Wenn man nicht dazu in der Lage ist, mit Terrorismus umzugehen, kann es dazu führen, dass man selbst als terroristisches Land behandelt wird", sagte Narayanan. Islamabad müsse nun alles daran setzen, die Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba, die hinter den Mumbai-Anschlägen stehen soll, "zu vernichten". Bisher sei davon nichts zu erkennen, Pakistans Regierung zeige ausschließlich einen "Zustand der Verweigerungshaltung".
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(sueddeutsche.de/mati/tob)
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