Nach langem Streit hat das Bundeskabinett das neue BKA-Gesetz durchgewunken. Damit werden die Kompetenzen des Bundeskriminalamts weiter ausgeweitet. Aus Opposition und Koalitionsfraktionen kam bis zuletzt Kritik - die Grünen fordern die SPD nun zur Verschleppung des Gesetzes auf.
Die Bundesregierung hat sich am Mittwoch nach jahrelangem Streit auf ein neues BKA-Gesetz geeinigt. Das Kabinett habe dem Entwurf einvernehmlich zugestimmt, verlautete aus Regierungskreisen.
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Damit sollen die Kompetenzen des Bundeskriminalamtes (BKA) im Kampf gegen den internationalen Terrorismus erheblich ausgeweitet werden. Das Gesetz, das noch vom Bundestag und vom Bundesrat beschlossen werden muss, erlaubt künftig Videoüberwachung von Wohnungen, Abhören von Telefonen sowie die besonders umstrittenen Online-Durchsuchungen von Computern.
Die Grünen haben die SPD nach dem Kabinettsbeschluss aufgefordert, das neue BKA-Gesetz noch aufzuhalten. Die Sozialdemokraten sollten das Gesetz über zusätzliche Befugnisse des BKA im Bundestag bis zur Bundestagswahl nicht weiterverfolgen, forderte der Parlamentarische Geschäftsführer Volker Beck nach dem Kabinettsbeschluss in Berlin.
Kritik aus der SPD-Fraktion
Damit wäre das BKA-Gesetz verhindert. Nach dem Kabinettsbeschluss zu dem umstrittenen Vorhaben sprach Beck von einem "schwarzen Tag für die Bürgerrechte". "Das BKA wird damit zur Superbehörde mit sämtlichen Geheimdienstbefugnissen entgegen des verfassungsrechtlichen Trennungsgebots", sagte Beck.
Bis kurz vor der Abstimmung herrschte in der SPD-Fraktion weiter Unmut gegen den Gesetzentwurf von Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU).
Der SPD-Innenexperte Sebastian Edathy hatte vor der Kabinettsentscheidung über das BKA-Gesetz mehr Augenmaß bei der Sicherheitspolitik gefordert. "Wir wollen keinen Schnüffelstaat haben, sondern einen Staat, der nicht mit dem Vorschlaghammer, sondern sozusagen zielgenau mit der Pinzette dort vorgeht, wo wir in der Tat Sicherheitsbelange des Staates schützen müssen", sagte der Vorsitzende des Innenausschusses am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin.
"Es ist unzureichend, dass Schäuble nach einer Online-Durchsuchung nur zwei BKA-Beamte prüfen lassen will, ob der Kernbereich privater Lebensgestaltung eines Verdächtigen tangiert wird", sagte er der Tageszeitung Die Welt.
Stattdessen solle zusammen mit den Beamten des Bundeskriminalamts eine unabhängige Instanz die Prüfung vornehmen. "Entweder sollte ein Richter oder ein Vertreter des Bundesdatenschutzbeauftragten herangezogen werden." Dass das BKA sich selber prüfen solle, halte er "nicht für die glücklichste Lösung", so Edathy weiter.
Online-Durchsuchung soll kommen
Nach einem Kompromiss zwischen Schäuble und Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) sieht das Gesetz unter anderem die Videoüberwachung von Privatwohnungen und die Online-Durchsuchung auf Computern vor. Dabei geht es um die Installation von Überwachungsprogrammen auf Rechnern. Die SPD lehnt es ebenso wie die Oppositionsfraktionen im Bundestag ab, dass Fahnder dazu auch ohne Wissen des Betroffenen in dessen Wohnung eindringen können.
Erst vor wenigen Wochen verständigten sich Union und SPD in dieser Frage auf einen Kompromiss. Danach wird es Ermittlern - anders als von der CDU/CSU gefordert - nicht gestattet sein, in die Wohnung eines Terrorverdächtigen einzudringen, um auf seinem Computer eine Spionage-Software zu installieren. Auch die bundesweite Rasterfahndung stößt auf erhebliche Bedenken.
Zudem gibt es in der SPD-Fraktion Bedenken gegen die vorgesehene Akustik- und Video-Überwachung von Wohnungen. Die akustische und visuelle Überwachung sollte in der Wohnung eines Nichtverdächtigen nur zulässig sein, wenn diese Maßnahme "zwingend erforderlich für die Gefahrenabwehr" sei, sagte Edathy. Er rechnet damit, dass noch mehrere Punkte des Gesetzes im parlamentarischen Verfahren geändert werden.
Schäuble hält Sorgen der Bevölkerung für unbegründet
Die Unionsfraktion im Bundestag appellierte noch einmal an die SPD, den Kompromiss mitzutragen. Es gehe allein darum, dem BKA auch präventive Befugnisse im Anti-Terror-Kampf einzuräumen. "Dies weiter zu blockieren, ist nicht vertretbar angesichts der Bedrohungsszenarien, die wir unbestritten haben", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Norbert Röttgen.
Innenminister Schäuble lobte das Gesetz nach der Sitzung als "wichtigen Baustein in der Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik Deutschland. Die Regierung schaffe "damit die erforderlichen Befugnisse des Bundeskriminalamts im Kampf gegen den internationalen Terrorismus", sagte er am Mittwochmittag in Berlin.
Er räumte ein, dass die Debatte über das Gesetz für Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt habe. Diese Verunsicherung sei unbegründet.
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(Reuters/dpa/AP/cag/mati/ihe)
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Parteispender 2010
Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen
Unsere Kreativität und Macht endet in dem Moment, wo die *Angst* auf den Plan tritt, und wir stehen kurz vor der größten Dunkelheit, die diese Erde diesbezüglich erleben musste, dank Herrn Schäuble, kurz davor in makabrer Weise fixiert danach und Angst davor zur gleichen Zeit.
Es gilt aber, die Angst zu konfrontieren, denn wir müssen die Macht erkennen, die die Angst über uns macht und diese Macht zu unserer eigenen machen, indem wir die Angst schrittweise umwandeln können, so wie es die alten Alchimisten mit Materie durch ihre Formeln und Verfahren taten.
Die Herren Innenminister wissen auch um die Macht, die weitergegeben wird, wächst; die Macht, die verborgen und geheimgehalten wird, schrumpft und verschwindet letztendlich.
Entdecken wir endlich unsere Gemeinsamkeiten und streben nach *Liebe*
Amen.
Der Kredit für die Links gebührt den Studenten und Profs der HU Berlin.
... um mal einen Slogan der dt. Bürgerrechts-Gemeinde zu entleihen.
Ich habe gerade ein N-TV Interview c/ Peter Schaar in Links/Rechts angeschaut; hier der Link:
http://www.n24.de/news/newsitem_964687.html
@wm2000 mag Recht haben, vielleicht ist es bereits schon zu spät; aber wir, die Bürger können noch immer diesen Staat und seine Spitzel und Schergen in die Knie zwingen ...
... 1. indem wir kumulativ beginnen, unsere E-Mails zu verschlüsseln mittels GnuPG ("GNU Privacy Guard") und der assozierten Software und
2. indem wir unsere Surf-Gewohnheiten anonymisieren mittel des TOR-Netzwerkes. TOR funktioniert nicht 100%ig, aber es langt, um das BKA und die übrigen Schnüffeldienste so zu beschäftigen, dass deren Kapazitäten überlastet werden. Die Kriminellen und der Staat machen das ja auch, denn die haben natürlich die Ressourcen.
TOR funktioniert auch blendend (wenn viele dies tun) gegen das Data Mining der grossen Gesellschaften, die das Verbraucher-Verhalten für ihre Zwecke ausforschen und ausnutzen wollen.
Die Humboldt Universität (HU Berlin) hat eine Beilage zur Studentenzeitung HUch! 53 zum Schwerpunkt: Datensicherung herausgegeben, wo alles das GnuPG und TOR) erklärt wird, auch wie man das macht und wie es funktioniert.
Wenn schon die sPD mit der cDU gemeinsame Sache macht um mehr Macht über uns, das Volk, zu bekommen, können wir uns wenigstens noch gegen die Staats-Schergen wehren um unseren Rechten Geltung zu verschaffen, trotz der semi-kriminellen Ansätze in den "Volks"-Parteien.
Wenn die von "Volks"-Partei reden, breche ich immer in Gelächter aus ... gerade die beiden, sPD und cDU sind alles andere als sozial oder christlich und schon gar nicht in der Nähe des Volkes!
hier ein aktuelles Zitat von heise.de zum Thema Vorratsdatenspeicherung:
"Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wies Rufe nach einer Einstellung der Vorratsdatenspeicherung zurück. Es sei eine falsche Logik zu sagen, dass mehr Daten auch zu mehr Missbrauch führen würden. 'Wir müssen nur sicherstellen, dass die Daten geschützt werden', sagte der CDU-Politiker am Dienstag. 'Blind machen darf sich der Staat nicht.' "
Richtig Herr Schäuble totaler Quatsch diese Datensparsamkeit. Denn man muss Daten nur sicher machen, dann sind sie sicher. Wann werden die Leute das nur endlich verstehen, oder Herr Schäuble?
Die Petition kann man auch über einen Link auf
http://www.vorratsdatenspeicherung.de
erreichen.
Die Petition ist schliesslich vom AK Vorratsdaten initiert worden.
Paging