Senkaku und andere umstrittene Einöden – Antarktis

Eigentlich ist alles klar geregelt: Dem Antarktisvertrag zufolge soll das Gebiet zwischen 60 und 90 Grad südlicher Breite mitsamt dem eisbedeckten Kontinent, den Inseln, Schelfeisflächen und dem Ozean gemeinschaftlich friedlich genutzt werden - vor allem zu Forschungszwecken. Auch die Staaten, die zuvor Ansprüche auf das Gebiet erhoben hatten, zeigten sich in dem 1961 in Kraft getretenen Vertrag bereit, diese ruhen zu lassen.

Vollkommen aufgegeben haben sie sie aber nicht. So betonen einige Staaten ihr grundsätzliches Anrecht auf bestimmte Gebiete, das sie entweder aus der geografischen Nähe zum eigenen Territorium herleiten (Argentinien und Chile) oder auf die frühe Entdeckung und Erforschung der Antarktis stützen (beispielsweise Großbritannien oder Norwegen). Eine einheimische Bevölkerung, die Ansprüche erheben könnte, gibt es in der Antarktis nicht. In dem Gebiet leben je nach Jahreszeit nur einige Hundert oder Tausend Wissenschaftler in den Forschungsstationen.

Dass es bislang noch nicht zu einem offenen Konflikt gekommen ist, hat mit einem Moratorium zu tun: 1991 verständigte sich die internationale Gemeinschaft in einem Umweltschutzprotokoll darauf, auf die Erkundung und Ausbeutung von Bodenschätzen für die folgenden 50 Jahre zu verzichten - und erst der Zugriff auf die Rohstoffvorkommen würde das eisige Territorium ja für die Staaten interessant machen.

Bild: REUTERS 25. November 2013, 10:052013-11-25 10:05:37 © Süddeutsche.de/joku