Senatsbeschluss Klaus Kandt wird neuer Polizeipräsident Berlins

Die Suche nach einem neuen Polizeipräsidenten für die Hauptstadt ist abgeschlossen: Der Leiter der Bundespolizeidirektion Berlin, Klaus Kandt, wird das Amt nach einem Senatsbeschluss übernehmen. Doch es könnte ein juristisches Nachspiel geben.

Neuer Polizeipräsident für die Hauptstadt: Klaus Kandt.

(Foto: dpa)

Der bisherige Leiter der Bundespolizeidirektion Berlin, Klaus Kandt, soll künftig die größte Landespolizei in Deutschland führen. Das beschloss der rot-schwarze Senat an diesem Dienstag auf Vorschlag von Innensenator Frank Henkel (CDU).

Der 52-Jährige setzte sich gegen zuletzt noch vier von einst 18 Mitbewerbern durch. Er war schon zum Jahreswechsel 2011/2012 als Favorit seines Parteifreundes Henkel gehandelt worden. Kandt gilt als erfahrener Behördenleiter. Mitarbeiter beschreiben ihn als kompetent, freundlich und verbindlich im Umgang.

Henkel hatte die Stelle im April neu ausgeschrieben, nachdem das vorherige Besetzungsverfahren vor Gericht zweimal gescheitert war. Geklagt hatte der Chef der Berliner Polizeidirektion 1, Klaus Keese. Auch jetzt will der 61-Jährige rechtliche Schritte prüfen. Unterlegene Kandidaten haben 14 Tage Zeit, die Entscheidung anzufechten. Danach könnte Kandt seine Ernennungsurkunde erhalten.

Politiker und Gewerkschafter begrüßten den Verfahrensabschluss. CDU-Sicherheitsexperte Peter Trapp sagte: "Es ist höchste Zeit, dass wir endlich wieder einen regulären Polizeipräsidenten haben." Sein SPD-Kollege Thomas Kleineidam betonte, die Wahl dürfe nicht wieder vor Gericht scheitern.

Zugleich drückten SPD-Vertreter, Grüne und Linke ihr Bedauern aus, dass Polizeivizechefin Margarete Koppers den Posten nicht bekommen habe. Sie hatte die Behörde seit Juni 2011 kommissarisch geführt und sich ebenfalls um das Amt des Polizeipräsidenten beworben. Mit der Nominierung von Kandt verstoße die Landesregierung gegen das Gleichberechtigungsprinzip, kritisierte Grünen-Innenexperte Benedikt Lux. Seine Fraktion hatte sich in der Vergangenheit für eine Ernennung von Vizepräsidentin Koppers stark gemacht.

Der Polizei fehle es an Frauen in Führungspositionen und Koppers habe sich in den vergangenen Jahren durch einen "offenen und zugänglichen Führungsstil" ausgezeichnet, sagte Lux. Koppers selbst hatte sich zuletzt selber nicht mehr zu ihren beruflichen Ambitionen geäußert.