Selbstmordattentat Deutscher Islamist soll im Irak Anschlag verübt haben

Der Terrorgruppe Islamischer Staat zufolge als Märtyer im Irak gestorben: Abu Ayyub Al Maghrebi aus Deutschland

(Foto: Screenshot)

Von Deutschland aus zunächst nach Syrien und dann in den Irak: Nach Angaben der Terrorgruppe Islamischer Staat hat sich ein deutscher Islamist in der Stadt Ramadi, etwa 100 Kilometer westlich von Bagdad, in die Luft gesprengt.

Von Marie Delhaes

Ein deutscher Islamist hat im Irak offenbar einen Selbstmordanschlag begangen. Der Mann soll sich nach Angaben der Terrorgruppe Islamischer Staat in der Stadt Ramadi, etwa 100 Kilometer westlich von Bagdad, in die Luft gesprengt haben. Der Anschlag ist auf einem 36-minütigen Video von Al-Furqan - der Propagandaabteilung des Islamischen Staates - zu sehen und soll am 28. Juli stattgefunden haben. Beim dem Attentäter soll sich um einen Mann namens Abu Ayyub Al Maghrebi handeln, der von Deutschland aus zunächst nach Syrien gereist sein soll - und später dann weiter in den Irak.

Das Video, das zunächst auf Youtube zu sehen war, mittlerweile aber gelöscht wurde, zeigt auch einige Bilder des jungen Mannes, die offenbar kurz vor dem Attentat aufgenommen wurden. Der Islamist posiert vor einem dunkelgrünen Geländewagen der irakischen Armee, sein Gesicht hat er mit einem schwarz-weiß gestreiften Tuch vermummt, im Hintergrund sind Suren aus dem Koran zu hören.

Eine der nächsten Einstellungen zeigt den Mann am Steuer des Wagens. Der Motor läuft, im Auto sind durchsichtige Plastikkanister zu sehen, die alle mit grün-roten Kabeln verbunden sind. Neben dem Fahrer liegt ein Schalter - es dürfte sich um den Auslöser des Sprengsatzes handeln.

Vom Traum, ein Märtyrer zu werden

Der Islamist wendet sich in dem Video direkt an seine Anhänger: "Ich möchte meinen Geschwistern und speziell denjenigen im Westen sagen: 'Zieht aus, Zieht aus zum Dschihad und zu eurem Staat!'" Dann erzählt er, dass er davon geträumt habe, ein Märtyrer zu werden. Es ist ein Traum, den er offenbar kurz darauf wahr machte.

In dem Video ist sodann zu sehen, wie sich der sprengstoffbeladene Geländewagen langsam in Bewegung setzt. Es sind Schüsse zu hören. Unmittelbar darauf: eine Explosion in Zeitlupe. Die Szene wiederholt sich, aus verschiedenen Einstellungen.

Mit den Wünschen der Islamisten an ihren toten Verbündeten aus Deutschland endet das Video: "Möge Allah ihn akzeptieren und im Paradies mit dem Propheten vereinen. Möge Allah ihn im Inneren eines grünen Vogel sein lassen und mit 72 wunderschönen Paradiesjungfrauen vermählen."

Bereits Mitte Juli soll ein anderer deutscher Selbstmordattentäter im Irak ums Leben gekommen sein. Nach Angaben des Islamischen Staates nannte sich der Mann Abu Al-Kaakaa Al-Almani - Abu Al-Kaakaa, der Deutsche. In Syrien hatte sich einige Monate zuvor ein Mann aus Solingen in die Luft gesprengt.

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