Seite Drei über den Wahlausgang in Österreich Küss die Hand

Und dann kam Sebastian Kurz, 31 Jahre jung, der den Zeitgeist nutzte, ihn melkte, ihn steuerte, ihn manipulierte, immer charmant, immer netter Schwiegersohn, Handkuss und Diener. So gewinnt man Herzen - und so wie es aussieht, auch Wahlen.

(Foto: imago/Xinhua)

Es schadet nicht, mit ausländerfeindlichen Parolen Wahlkampf zu machen: Die sehr rechte FPÖ hat gewonnen, der stramm rechte Sebastian Kurz aber hat gesiegt. Vom Ende der liberalen Welt, wie wir sie kennen.

Von Cathrin Kahlweit und Peter Münch

Vor der FPÖ-Zentrale warten im Dunkeln zwei schwarze Busse mit laufenden Motoren. Aber niemand steigt ein. "100 Passagiere sind uns angekündigt worden", sagt der unglückliche Busfahrer, der eigentlich begeisterte Funktionäre und hoffnungstrunkene Minister in spe zur Siegesfeier in eine riesige Halle kutschieren sollte. Doch im Medienzentrum der Freiheitlichen hinter dem Wiener Parlament mangelt es an Medien, und es mangelt, ehrlich gesagt, auch an Begeisterung.

Da hat die FPÖ das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren, fast so gut wie einst unter ...