Im Kampf um den CSU-Vorsitz rückt Bundesagrarminister Seehofer einem Imageproblem zu Leibe: Er will nicht mehr so sozial wirken. Der künftige Ministerpräsident Beckstein spricht sich trotzdem für den Konkurrenten Huber aus.

Im Kampf um den CSU-Vorsitz will Bundesagrarminister Horst Seehofer mit einem neuen Image punkten und wehrt sich dagegen, auf Sozialthemen reduziert zu werden. "Ich repräsentiere das ganze Spektrum der Volkspartei CSU und nicht allein das Soziale, auf das ich oft reduziert werde", sagte Seehofer, der früher Gesundheitsminister war, laut einer Vorabmeldung der Wochenzeitung Die Zeit.

Gespaltenes Trio: Beckstein (Mitte) zieht Huber (links) dem Konkurrenten Seehofer vor (© Collage: sueddeutsche.de)

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Zugleich bezeichnete Seehofer, der eine außereheliche Affäre eingeräumt hat, die Ehe als beste Lebensform. "Ich glaube, dass wir das traditionelle Familienbild, die Partnerschaft mit Trauschein und Kindern, stärker unserer Politik zu Grunde legen als die SPD", sagte der Agrarminister. Er habe es auch im neuen CSU-Grundsatzprogramm unterstützt, dass die Ehe die beste Lebensform genannt werde.

Beckstein fürchtet dauerhafte Grabenkämpfe

Bayerns Innenminister Günther Beckstein fürchtet, dass die zwei Kandidaturen für den Parteivorsitz die CSU zerreißen könnten. "Wir müssen aufpassen, dass nicht dauerhaft Grabenkämpfe oder Richtungsstreitigkeiten entstehen", mahnte Beckstein, der als neuer bayerischer Ministerpräsident vorgesehen ist.

Beckstein gab erneut zu verstehen, dass er Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber gern als neuen CSU-Chef sehen würde. Der Innenminister sagte, beide Kandidaten seien sowohl aus bundes- als auch aus landespolitischer Sicht für das Amt des CSU-Vorsitzenden qualifiziert. Doch habe er "eine Präferenz" für Huber, da er die Arbeit der Partei vor Ort besser organisieren könne. Zudem könnte die CSU in diesem Fall weiter auf Seehofers Präsenz in Berlin und auf der internationalen Bühne setzen.

Seehofer fand dagegen seine Unterstützer in der Arbeitnehmer-Union der CSU. Der Bundesagrarminister sei "selbstverständlich" der Kandidat der CSA, sagte die stellvertretende Landesvorsitzende Gabriele Stauner.

Seehofer will gegen Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) in einer Kampfkandidatur um die Nachfolge von CSU-Chef Edmund Stoiber antreten.

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(AP, dpa, ddp-Bayern)