Sechs Fragen zu Pegida Wie viel Unterstützung hat Pegida in der deutschen Bevölkerung?

63 Prozent der Deutschen, so hat es eine Umfrage im Auftrag der Bild-Zeitung ergeben, haben "Angst vor dem zunehmenden Einfluss des Islam in Deutschland". Und 56 Prozent antworteten auf die Frage, ob der Islam für Deutschland ungefährlich sei, mit "Stimme nicht zu".

Gibt es also einen großen Rückhalt für die Pegida? Nicht unbedingt. Immerhin 54 Prozent der insgesamt 2017 Befragten erklärten, sie würden selbst nicht an einer Demonstration gegen die Islamisierung Deutschlands teilnehmen. 27 Prozent signalisierten dagegen Bereitschaft.

Problematisch ist auch, dass die Frage nach der Angst vor dem Einfluss des Islam tendenziös gestellt ist. Schließlich unterstellt sie, der Islam hätte tatsächlich einen zunehmenden Einfluss. Und es ist merkwürdig, wieso die Teilnehmer so umständlich nach der Gefahr durch den Islam gefragt wurden. "Nicht ungefährlich" klingt eben anders als "gefährlich".

Dass es allerdings tatsächlich eine recht große Zustimmung zu den Demonstrationen gegen die "Islamisierung des Abendlandes" zu geben scheint, darauf wies kürzlich auch eine Zeit-online-Umfrage hin. 49 Prozent der 1107 Teilnehmer zeigten dafür Verständnis. Allerdings bezog sich dieselbe Frage auch auf Demonstrationen gegen den Islamischen Staat, die nicht unbedingt etwas mit Pegida zu tun hatten.

Klarer sind da vermutlich die jüngsten Zahlen des Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Uni Bielefeld. Für die Friedrich-Ebert-Stiftung haben die Wissenschaftler dieses Jahr 1915 Deutsche befragt. Dabei kam heraus, dass fast neun Prozent Rassismus zeigten und 20 Prozent Fremdenfeindlichkeit. Und als wäre das nicht schon erschreckend genug, stellten die Forscher bei mehr als 44 Prozent eine Abwertung asylsuchender Menschen fest. Und bei mehr als 17 Prozent zeigte sich Islamfeindlichkeit.

Zwar wurde die Zustimmung zu den Pegida-Demonstrationen nicht erfragt. Ein Teil der Deutschen mit Vorurteilen gegenüber Fremden, Muslimen und vor allem Asylbewerbern dürfte aber wohl auch Verständnis für die Anhänger der Bewegung haben.