Sebnitz Jugendliche schlagen und bedrohen Flüchtlingskinder in Sachsen

Als die syrischen Kinder in Sebnitz aus dem Bus steigen, werden sie angegriffen und mit einem Messer bedroht. Der Staatsschutz ermittelt.

Jugendliche haben im sächsischen Sebnitz drei syrische Flüchtlingskinder mit einem Messer bedroht und geschlagen. Die fünf, acht und elf Jahre alten Jungen wurden nach Angaben der Polizei am Donnerstagabend angegriffen, als sie aus einem Bus stiegen. Wie die Kinder berichteten, riefen die Angreifer auch rechte Parolen.

Alarmierte Polizeibeamte griffen den Angaben zufolge in der näheren Umgebung mehrere Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren auf. "Ob sie mit der Straftat im Zusammenhang stehen, wird in den nun folgenden Ermittlungen zu klären sein", erklärte die Polizei. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen und sucht nach Zeugen.

Das sächsische Sebnitz geriet schon vor einigen Monaten in die Schlagzeilen, weil dort ein wütender Mob Bundespräsident Gauck bei seinem Besuch mit verbalen Beleidigungen überzogen hatte. Mit Sprechchören wie "Hau ab" und "Volksverräter" wurde das Staatsoberhaupt im Juni beim 116. Deutschen Wandertag in der Kleinstadt in der Sächsischen Schweiz empfangen. Bonbons und Trillerpfeifen wurden in Richtung Gauck geworfen.

Gegen zwei Personen wurden daraufhin Ermittlungen eingeleitet wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Widerstandes, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.