Mit der richtigen Taktik hätten die Wähler Andrea Ypsilanti einen Wortbruch vielleicht verziehen. Doch die hessischen Genossen haben den Schritt dilettantisch vorbereitet.
Andrea Ypsilanti hat im Wahlkampf mit keinem Pfund so gewuchert wie mit dem ihrer Glaubwürdigkeit. Sie wird dieses Pfund auf einen Schlag los sein, wenn sie sich entgegen allen Beteuerungen von der Linken zur Ministerpräsidentin wählen lässt. Diesen Verlust hätten sie und ihre Strategen vermeiden können.
Hat ihren Wortbruch dilettantisch vorbereitet: Die hessische SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti. (© Foto: AP)
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Es wäre eine Situation denkbar gewesen, in der die Öffentlichkeit ihr den Wortbruch wahrscheinlich nicht einmal großartig übel genommen hätte: Dann nämlich, wenn sie zunächst alles nur Mögliche unternommen hätte, um die FDP trotz deren strikter Ablehnung für eine Ampelkoalition zu gewinnen - zumal es unter den hessischen Liberalen so manchen gibt, dem diese Verweigerungshaltung gar nicht passt.
Hätte dann am Ende immer noch das klare Nein gestanden, wäre die Wahl zwischen zwei Übeln geblieben: Die SPD hätte die rot-grün-rote Mehrheit im Landtag ungenutzt lassen und damit möglicherweise jenen Ministerpräsidenten Koch im Amt halten können, zu dessen Abwahl sie einen Wahlkampf lang aufgerufen hatte.
Die Alternative hätte im Wortbruch bestanden - den man gleichsam mit einem drohenden Staatsnotstand hätte rechtfertigen und somit legitimieren können.
Dilettantische Vorbereitung
Stattdessen spottete Ypsilanti noch vor der Wahl über die Machtversessenheit der Liberalen, beließ es dann zunächst halbherzig bei einem Gespräch mit deren Landesvorsitzendem und lässt nun offenbar parallel die Wahl durch die Linke anbahnen.
Sollte es zu dieser Wahl kommen, wird niemand Ypsilanti abnehmen, dass es keine Alternative gab. Diesen Vertrauensverlust wird sie lange Zeit nicht gutmachen können - vor allem deshalb, weil der Wortbruch derart dilettantisch vorbereitet wurde.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 21.02.2008/maru)
Stockender Kita-Ausbau
@gerhardt. Nein, ich bin eigentlich ziemlich transaktionsoffen, aber man sollte bei Transaktionen darauf bedacht sein, das Risiko zu minimieren über's Ohr gehauen zu werden.
"Vertrauen ist der Anfang von allem." Ja, sicher... das kommt von einer Bank... die müssen's ja auch sagen... Es stimmt natürlich, daß eine Gesellschaft nur funktionieren kann, wenn sich nicht jeder auf eigene Faust für den Super-GAU wappnet. Es gibt Risiken, die man in Kauf nehmen muß, das sehe ich auch so. Es gibt allerdings auch eine ganze Reihe von hervorragenden Gründen bestimmten Verheißungen unter keinen Umständen Glauben zu schenken.
Nehmen wir mal ein sehr einfaches Beispiel.
Warum wird Sie jemand anstellen?
Weil er hofft, daß für ihn durch ihre Arbeit ein gewisser Profit rausspringt.
Angestellt wird der, der die Hoffnung aufkommen läßt, gemolken werden zu können.
Natürlich wird das so niemand sagen, aber es gehört nicht viel Verstand dazu, das einzusehen. Freilich sind nicht alle im Besitz von Kapital und können deswegen gewisse Investitionen nicht tätigen und sind somit darauf angewiesen für andere zu arbeiten. Naja, das ist das System. Nicht das schlechteste aller Zeiten, aber gewiß auch nicht das Beste.
Predigten dienen dem Gemeinwohl... naja, das hat auch seine Berechtigung, birgt aber andererseits die Gefahr der individuellen Erlahmung.
Hat Herr Koch der Dame den Y Namen gegeben oder dem Grünen Boss seinen Namen aufgezwängt.
Wenn ich mich recht erinnere haben Beide ihre Namen ebenfalls auf SPD und Gründen Wahlplakat gezeigt oder?
Frau Y ist eine Opportunistin und der Boss der hessischen Grünen eine Luftnummer , da ändern auch deren Namen nichts .
Nein, nein, das geht ja noch weiter.
Ypsilanti und al Wazir wurden ja mit Kommunisten gleichgesetzt, so suggerierte das Plakat.
Und daraus folgt, die CDU darf mit den Kommunisten, die SPD jedoch nicht, ach nein, die SPD war ja auch in dem Kommunistentopf, ist doch logisch. Denn nur die CDU ist die allein selig machende Partei.
Also hat das Vertrauen in unserer Gesellschaft keinen Bestand bei Ihnen?
Was Sie ansprechen ist etwas ganz anderes, es gibt ein gesundes Misstrauen, bedingt durch die menschliche Unzulänglichkeit.
Deshalb: Ich habe zwei Möglichkeiten in einem Gemeinwesen. Entweder ich begegne dem Anderen erst einmal mit Vertrauen oder mit Misstrauen. Wenn ich ihm mit Vertrauen begegne so kann er sich beweisen, es folgt also eine Handlung. Wenn ich ihm mit Misstrauen begegne, so braucht er nichts mehr zu beweisen, es folgt Stillstand.
Sie bevorzugen sicher das Zweite, signalisieren aber dadurch das Sie Angst vor Enttäuschung haben, weil Sie in der Vorzeit enttäuscht wurden und diese Enttäuschung nicht verarbeitet haben.
Übrigens der Spruch war im Zusammenhang mit einer Predigt in Taize gefallen, drückte er doch die Unsicherheit der Jugend gegenüber der Zukunft aus.Die Frage lautete damals: Habe ich eine Chance in dieser unserer Gesellschaft.
Apropos "Wahlbetrug". Man muss sich das mal vorstellen: Da geht eine Partei her und verunglimpft im Wahlkampf den Gegner mit Stammhirnparolen und operiert bewusst manipulativ mit den "Migrantennamen" Ypsilanti und Al Wasir und kaum ist die Wahl um, erkennt man, dass genau dieser zuvor als "Ausländer" gebrandmarkte Al Wasir sich doch ganz fantastisch als Koalitionspartner eignen würde und umwirbt ihn plötzlich ganz liebevoll. Na, wenn DAS kein Wahlbetrug ist, was dann!
Paging