Bei Protesten gegen die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei sind in Bern 18 Menschen verletzt worden. Hunderte Autonome lieferten sich mit der Polizei eine Straßenschlacht.

Die maskierten Autonomen und Anhänger des "Schwarzen Blocks" hatten zuvor einen Umzug von rund 10.000 Anhängern der konservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP), die im Parlament die stärkste Partei stellt, gestoppt. Laut Polizei wurden mindestens 17 Beamte zum Teil schwer verletzt. Es gab mehrere Dutzend Festnahmen. Auf dem Platz vor dem Schweizer Regierungsgebäude wurden alle SVP-Stände zerstört.

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Demo gegen die SVP: Ausschreitungen in Bern (© Foto: dpa)

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Zur Demonstration aufgerufen hatte unter anderem eine Anti-SVP- Koalition "Schwarzes Schaf". Sie spielt auf ein Wahlplakat der SVP an, das zeigt, wie drei weiße Schafe ein schwarzes aus der Schweiz herausdrängen. Dieses Plakat war von einem Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen als rassistisch gerügt worden.

Ein parallel veranstaltetes "Fest gegen Rassismus" in Bern, das von fast 3.000 Menschen besucht wurde, verlief indessen friedlich. Linksgerichtete Gruppen hatten zu Protesten gegen die SVP aufgerufen, die sich in den vergangenen Monaten für einen harten Kurs gegen Immigranten eingesetzt hat.

Auf dem Berner Bundesplatz, wo Reden der SVP-Bundesräte Christoph Blocher und Samuel Schmid geplant waren, gab es ebenfalls schwere Ausschreitungen. Vermummte Jugendliche zerstörten die dort aufgebaute Infrastruktur. Restaurants wurden verwüstet, die Scheiben von Banken eingeschlagen und Autos in Brand gesetzt. Nachdem die Polizei anrückte, zerstreute sich der "schwarze Block".

Die SVP verlegte ihre Kundgebung schließlich an einen anderen Ort in Bern und reduzierte das Programm. Blocher verurteilte die Ausschreitungen scharf. Es sei offenbar nicht mehr möglich, dass die größte Partei der Schweiz auf den Bundesplatz gehen könne. Doch die SVP werde sich nicht unterkriegen lassen, sagte Blocher und rief die Anhängerschaft dazu auf, zusammen die erste Strophe der Schweizer Hymne zu singen.

(dpa/AP)

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