Die helvetische Außenpolitik zeichnet sich durch eine neue Kurzatmigkeit aus - nun gerät die Berner Regierung in Bedrängnis.
Wenn das Wort "Marignano" fällt, steht es schlecht um die Schweiz. Im Parlament war es neulich wieder so weit. Bei einer Aussprache über die Regierungspolitik verglichen Abgeordnete die Lage des Landes mit jener verheerenden Niederlage im Jahre 1515, die die Eidgenossen zur Einsicht brachte, sich nie mehr in "fremde Händel" einzumischen.
Der Schweizer Finanzminister Merz nannte das Bankgeheimnis "nicht verhandelbar" - und gab dann kurzerhand nach. (© Foto: Reuters)
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"Was ist nur aus der stolzen Schweiz geworden?", klagt die Zeitung Blick. Von Tag zu Tag wachse im Volk das Unbehagen über die politische Führung.
Zur Klage gibt es Anlass: Gerade bei schicksalhaften Entscheidungen hat der Bundesrat, die aus sieben Mitgliedern bestehende Kollektiv-Regierung, zuletzt versagt. Der Umgang mit dem Bankgeheimnis, Nationalheiligtum wie die abgestürzte Swissair, endete im Fiasko.
"Nicht verhandelbar" sei es, hatte Finanzminister Hans-Rudolf Merz kurz vorher noch versichert, um am schwarzen Freitag, dem 13. März, die Amtshilfe bei Steuerhinterziehung und damit das Ende des Bankgeheimnisses zu verkünden.
Nicht als Frucht gründlicher Überlegung, vielmehr gab die Regierung aufgrund des bedrohlich steigenden internationalen Drucks fast über Nacht einen Wettbewerbsvorteil preis, den sie jahrzehntelang zäh verteidigt hatte.
Doch kam der Druck nicht nur von außen: Es war die Großbank UBS, die dem Bundesrat keine Wahl ließ. Weil dem weltgrößten Vermögensverwalter wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung der Verlust der US-Lizenz drohte, wies die Regierung die Finanzmarktaufsicht Ende Februar an, den amerikanischen Behörden Daten von 255 US-Kunden preiszugeben. Damit war das Bankgeheimnis praktisch perdu.
In letzter Sekunde hatte der Bundesrat auf ein US-Ultimatum reagiert, obwohl er über die amerikanischen Absichten seit Monaten im Bilde gewesen war. Gleichzeitig hebelte er den eigenen Rechtsstaat aus, weil Beschwerden von US-Kunden noch bei Schweizer Gerichten anhängig sind.
Unter "Justizbehinderung" firmiert auch ein weiterer Fall von Regierungsversagen: die Affäre um die Brüder Tinner. Die Schweizer Ingenieure hatten Pakistan Know-how für Kernwaffen geliefert - toleriert von den Berner Behörden - und waren später von der CIA rekrutiert worden. Offensichtlich auf US-Druck hin ordnete der Bundesrat die Vernichtung aller Tinner-Akten an und nahm der Schweizer Justiz damit jede Möglichkeit, den beiden den Prozess zu machen.
Phase vier: die Suche nach dem Sündenbock
Die Schweizer Regierung als Getriebene, überfordert in der Krise: Wenn das Wetter rau wird, versucht sie die Probleme zu verdrängen, um dann doch nachzugeben, alles ohne Strategie. Ähnlich verlief es in den neunziger Jahren beim Streit um die nachrichtenlosen Konten von Holocaust-Opfern, als die USA und der Jüdische Weltkongress das Verhalten der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs anprangerten.
"Erpressung", hieß es in Bern zunächst, und dass man sich korrekt verhalten habe in schwerer Zeit. Eine unabhängige Historiker-Kommission, deren Einsetzung die Regierung später akzeptieren musste, zeichnete ein anderes Bild.
Der Zürcher Tages-Anzeiger meint ein Muster zu erkennen: "Aufbäumen, abwarten, einknicken" laute das "Schweizer Krisenrezept". Hinzuzufügen wäre noch Phase vier, die Suche nach einem Sündenbock: in den Neunzigern waren es Linke wie Jean Ziegler, heute wortmächtige Kritiker wie der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück.
Die Suche nach dem Grund der Kurzatmigkeit in außenpolitischen Krisen führt weit zurück. Das politische System der Schweiz mit seinen starken Volksrechten entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert, um die im Bürgerkrieg 1848 unterlegenen konservativ-katholischen Kreise in den Bundesstaat zu integrieren.
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Krieg ich zum Dank jetzt auch einen Lollipop?
Merkt in Deutschland eigentlich niemand, dass die deutsche Regierung unter dem Deckmantel der "sozialen Gerechtigkeit" den Deutschen einen Polizeistaat mit "gläsernem Bürger" verkaufen will? Die Schweiz wird (klein, deshalb ideal für grossmaulige Politiker) als Sündenbock angeprangert, obwohl das eigentliche Problem, die Steuerhinterzeihung, in Deutschland passiert.
Auf der einen Seite steht in Zukunft die Mehrheit (Stimmvieh) bestehend aus Beamten, Lehrern, Hartz iV Empfängern und auf der anderen Seite die Minderheit der arbeitenden Steuersklaven (ehemals freie Bürger).
Wenn die bürgerliche Freiheit erst verloren ist, wird es sehr schwierig werden, diese zurück zu gewinnen.
Warum schreiben Sie nicht einmal ausführlich über die Machenschaften der CIA und der Regierung Bush in Sachen pakistanischer Atombomben. Jemand, der so großen Wert auf die Vernichtung der Beweismittel legt, hat jede Menge Dreck am Stecken.
Übrigens hat der Zürcher Tagesanzeiger vor wenigen Tagen berichtet, daß der ganze vernichtete Aktenkram in Form von Kopien wieder aufgetaucht ist. Seitdem sind der Herr Obama und seine Steuereintreiberarmada erheblich friedlicher geworden.
Und was den Herrn Steinbrück angeht, bleibt festzuhalten, daß er bis jetzt eine Zusage hat, über ein Doppelbesteuerungsabkommen zu verhandeln. Sonst nichts. Und was irgendwann in diesem Abkommen stehen wird, wissen zur Zeit nur die Sterne, zumal es nicht besonders wahrscheinlich ist, daß der Herr Steinbrück beim Abschluss des Abkommens noch Finanzminister ist.
Eine Sonderwirtschafts- bzw. Steuerzone kommt für einen deutschen Politbürokraten, der allen alles bis in die letzte Ecke des Alltagslebens vorschreiben will, einer Gotteslästerung gleich.
Wenn Sie so etwas wahrmachen wollen, brauchen Sie ein Land, im dem die Bevölkerung bestimmt, was Gesetz wird und was nicht, wie z. B. in der Schweiz.
Von Politikern, die den nächsten Wahltermin fest Auge und ihre Ohren noch fester an die Mundwerke diverser Lobbyisten gedrückt haben, können Sie so viel revolutionären Geist nicht erwarten.
Schauen Sie sich doch nur einmal das eine oder andere Gesetzeswerk(Steuerrecht,Sozialversicherung, Soldatengesetz, usw.) an. Man könnte meinen, der Kaiser Wilhelm ist immer noch unter uns.
Unter anderem habe ich vor einigen Tagen eine Vorschrift der Bundeswehr gefunden, die folgenden Inhalt hat: "Der Tod ist in versorgungsrechtlicher Hinsicht, die stärkste Form der Dienstunfähigkeit". Was für eine Wahnsinnserkenntnis.
Warum hat man die ehemalige DDR nach 90 nicht zur Sonderwirtschafts- bzw. Steuerzone gemacht?
Dann hätte es keinen Soli und Subventionsmilliarden gebraucht, da wär das Kapital von ganz alleine gekommen.
Da bekommt die Bezeichnung sächsische Schweiz eine ganz neue Bedeutung...
Paging