Die Schweiz nahm Muammar el Gaddafis Sohn fest - daraufhin rief er den Heiligen Krieg aus. Jetzt fließen Entschädigungszahlungen.
Seit mehr als 20 Monaten hält der libysche Staatschef Schweizer Staatsbürger als Geiseln. Jetzt verhandelt die Schweiz mit ihrem Erpresser Muammar el Gaddafi.
Vor einem Monat rief Muammar el Gaddafi seine muslimischen Glaubensbrüder zum Heiligen Krieg gegen die Schweiz auf; bei der UN beantragte er die Auflösung der Schweiz. Die versucht nun die verhärteten Fronten mit Geld zu lockern. (© Foto: dpa)
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Hintergrund des Streits ist die vorübergehende Festnahme von Gaddafis Sohn Hannibal Gaddafi und seiner Ehefrau im Jahr 2008 in einem Genfer Hotel. Das Ehepaar soll seine Bediensteten misshandelt haben und kam daraufhin für 48 Stunden in Haft.
Gaddafi schäumte vor Wut und sah seine Familienehre beschmutzt. Sein Sohn hatte im Anschluss an den Vorfall den Kanton Genf, die Westschweizer Zeitung Tribune de Genève und einen Journalisten der Zeitung wegen der Veröffentlichung seiner wenig schmeichelhaften Polizeifotos verklagt. Er forderte 100.000 Franken (etwa 69.000 Euro) als Wiedergutmachung.
Doch das war seinem Vater nicht genug: Von der UN-Vollversammlung verlangte Gaddafi wutentbrannt die Auflösung der Schweiz und rief vor einem Monat sogar zum Heiligen Krieg gegen das sonst als neutral bekannte Land auf. Nun hat es die Schweiz offensichtlich mit der Angst zu tun bekommen. Medienberichten zufolge soll sich die Stadt Genf bei Gaddafi entschuldigt haben und zur Zahlung einer Entschädigung bereit sein.
Der Streit eskalierte auf beiden Seiten: Bern verbot Gaddafi und seiner Familie die Einreise in die Schweiz. "Die Behörden des Schweizer Staatswesens haben eine Weisung erlassen, die 188 libyschen Persönlichkeiten die Einreise auf Schweizer Territorium verbietet", schrieb eine libysche Zeitung über das Verbot.
Tripolis ließ daraufhin zwei Schweizer Geschäftsleute festnehmen, berief libysche Diplomaten aus Bern zurück, stoppte seine Öllieferungen in die Schweiz und zog alle Guthaben von dortigen Bankkonten ab.
Weil keine Schlichtung des Streits in Sicht war, schaltete sich die EU-Kommission ein und forderte beide Seiten auf, ihren Konflikt beizulegen.
Die Schweiz hoffte durch das Zugeständnis auf die baldige Freilassung der letzten noch in libyscher Haft befindlichen Geisel Max Göldi. Doch Gaddafi zeigt sich unversöhnlich.
Der Hoffnung, Göldi könnte bald begnadigt werden, erteilte der libysche Außenminister Moussa Koussa eine Absage und sagte, Göldi "wurde verurteilt und muss eine viermonatige Gefängnisstrafe verbüssen. Danach wird er freigelassen".
Koussa ergänzte, die Schweiz nehme die Krise zwischen den beiden Ländern nicht ernst genug und kritisierte die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey scharf. "Wir haben Mühe, mit ihr zu kommunizieren." Um einen richtigen Dialog führen zu können, müsse die Schweizer Regierung eine andere Kontaktperson einsetzen.
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(AP/AFP/pbar/gba/mati)
Debatte um Militärintervention in Syrien
Ist Ihnen bekannt, dass das von Sohn/Schwiegertochter Khadaffi misshandelte Bedienstenpaar sein Aussageverhalten in Genf nachhaltig änderte, als ihm qua Botschaft mitgeteilt wurde, dass die Eltern und Geschwister incl. Kleinkinder sich ebenfalls in "Haft" befinden? Das soll zu deren Ehre und vor allem auch Andenken hier nicht unerwähnt bleiben. Ob diese Menschen noch leben, ist unbekannt.
Hoffen wir lieber Mitforist, dass Ihnen Geiselnahme erspart bleibt. Sie scheinen bei allem zu vergessen, dass sich Herr Göldi in lybischer "Haft" befindet. ... Das Recht kann manchmal kurzfristig gehen, als obs im Kehlkopf läge - warten Sie einmal getrost ab: die Rechnung kommt immer und für alles im Leben - auch aus der Schweiz.
Hochachtung.....
Die Schweiz zahlt kein Versöhnungsgeld sondern der Kanton Genf.
Die Schweizerbunderegierung hat dies scharf kritisiert. Egal ob Geld fliesst oder nicht, wichtig ist das der Gefangene freikommt egal ob Geld fliesst oder eine Entschuldigung.
Einfach noch was Wichtiges, Italien wie andere Europäische Länder verlangen von der Schweiz das Sie Lybien entgegenkommen und geben damit den Eindruck das die Schweiz das Problem ist.
Wie könnt Ihr sagen das die Schweiz nur Lybien nachgibt wenn die Europäische Union der Schweiz in den Rücken fällt. Ich bin Portugiese und ich schäme mich das mein Land auch zu diesen Verrätern gehört mit Italien an der Spitze.
@zeuglodon: Die Menschen in Lockerbie (und vorallem die im Flugzeug) haben sie es sicherlich so gesehen wie sie.....
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