Schweden Polizei nimmt Vermummte fest, die in Stockholm zur Jagd auf Flüchtlinge aufgerufen haben

Bis zu 100 maskierte Männer haben sich nahe des Hauptbahnhofs der schwedischen Hauptstadt versammelt.

In Stockholm haben maskierte Männer zu Gewalt gegen Flüchtlinge aufgerufen. Wie unter anderem die Zeitung Aftonbladet berichtet, versammelten sich am Freitagabend bis zu 100 Maskierte an einem zentralen Bahnhof der schwedischen Hauptstadt.

Mit Flugblättern mit der Aufschrift hätten sie insbesondere jungen Flüchtlingen und Flüchtlingskindern aus Nordafrika Gewalt angedroht. Vier der dunkel gekleideten Männer seien daraufhin verhaftet worden.

Polizeisprecherin Towe Hagg sagte am Samstag, einer der Männer habe bei dem Zwischenfall in der Innenstadt Stockholms einen Polizisten angegriffen und werde deswegen der Tätlichkeit beschuldigt. Alle vier Männer seien vermummt gewesen, was in Schweden verboten ist. Ihnen werde eine Störung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen.

Beschuldigte gehören vermutlich Hooligan-Szene an

Es wird vermutet, dass die Täter der schwedischen Hooligan-Szene angehören. Hintergrund für den Gewaltaufruf könnte nach Medienspekulationen der Mord an einer Helferin in einem Flüchtlingsheim nahe Göteborg sein. Die Frau war vor wenigen Tagen von einem minderjährigen Asylsuchenden erstochen worden.

Gemessen an der Einwohnerzahl hat kein EU-Staat mehr Flüchtlinge und Hilfesuchende aufgenommen als Schweden. Allein im vergangenen Jahr registrierte das skandinavische Land mehr als 160 000 Asylbewerber.