Bis kurz vor Schluss hatte der CDU-Ministerpräsident die Kanzlerin zappeln lassen. Nun knickt Carstensen offenbar doch ein und signalisiert, das Steuerpaket im Bundesrat zu billigen.
Das erste wichtige Vorhaben der schwarz-gelben Bundesregierung wird an diesem Freitag aller Voraussicht nach die letzte parlamentarische Hürde nehmen. Im Verlauf eines abendlichen Treffens der Ministerpräsidenten aller unionsgeführten Länder mit der CDU-Spitze in Berlin signalisierten die bis zuletzt kritischen Länder Schleswig-Holstein und Sachsen, dass sie bei der Abstimmung an diesem Freitag im Bundesrat ihren bisherigen Widerstand aufgeben. Damit kann das Wachstumsbeschleunigungsgesetz wie von der Bundesregierung erhofft zum 1. Januar 2010 in Kraft treten.
Kiss me, Carstensen: CDU-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen herzt Bundeskanzlerin Angela Merkel - im Steuerstreit ließ er sie trotzdem lange zappeln, lenkte nun aber doch noch ein. (© Foto: Reuters)
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Es enthält Entlastungen für Familien, Unternehmen und Erben. Besonders umstritten war aber bis zuletzt eine Senkung der Mehrwertsteuer für Übernachtungen in Hotels. Die Länder, in denen CDU oder CSU mit der FDP regieren, verfügen im Bundesrat über 37 Stimmen, die Mehrheit liegt bei 35, ohne die Zustimmung Sachsens und schleswig-Holsteins hätte es daher keine Mehrheit für das Gesetz gegeben.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU), der wiederholt eine finanzielle Kompensation für Steuerausfälle in seinem Landeshaushalt gefordert hatte, hielt sich sein Abstimmungsverhalten zwar weiter offen: "Ich entscheide das morgen früh." Nach Berichten mehrerer Teilnehmer fügte er in der Sitzung jedoch dazu: "Ich werde euch keine Schwierigkeiten machen." Ob es wie von den beiden Ländern gewünscht einen direkten Ausgleich des Bundes für die absehbaren Steuerausfälle durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz geben wird, blieb offen. Bis zuletzt im Gespräch war unter anderem eine finanzielle Unterstützung für die Arbeitsgemeinschaften von Kommunen und Bundesagentur für Arbeit bei der Arbeitsvermittlung. Insbesondere Sachsen forderte auch Änderungen bei den Investitionsbedingungen der Konjunkturpakete.
Mit dem signalisierten Ja aus Schleswig-Holstein ist es Kanzlerin Angela Merkel offenbar gelungen, den Regierungschef aus Kiel und seinen Koalitionspartner, FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki bei einem Treffen am vergangenen Sonntag im Kanzleramt für das Projekt zu gewinnen. Basis für die Zustimmung ist offenbar vor allem Merkels mündliche Zusage, dass die Bundesregierung vor weiteren Steuersenkungsplänen im kommenden Frühjahr die schwierige Haushaltslage der armen Bundesländer und deren Verpflichtungen durch die grundgesetzlich verankerte Schuldenbremse berücksichtigen werde.
Außerdem hatte der Bund am Mittwoch auf dem Bildungsgipfel zugestimmt, mit den Ländern bis Juni 2010 über weitere Anteile an den Einnahmen aus der Mehrwertsteuer zu verhandeln.
Beides zusammen, so hieß es am Donnerstagabend in Regierungskreisen, könnte die Kieler Regierung bewegt haben zuzustimmen. Ein erstes Anzeichen dafür hatte Kubicki geliefert. Er hatte unmittelbar nach dem Treffen vom Sonntag gesagt: "Eine Zustimmung zu dem Gesetz der Bundesregierung ist aus meiner Sicht in den vergangenen Tagen deutlich wahrscheinlicher geworden".
Schleswig-Holstein muss durch die geplanten Steuersenkungen jährliche Mindereinnahmen von 70 Millionen, die Kommunen von weiteren 60 Millionen Euro verkraften.
Im Video: Bei einem Treffen von Bundesregierung mit den Unions-Regierungschefs der Länder haben Schleswig-Holstein und Sachsen Zustimmung im Bundesrat signalisiert.
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(SZ vom 18.12.2009/dmo)
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Der lenkt nicht ein, sondern wurde eingelenkt.
Wie üblich Sprechblasen ohne Inhalt und Konsequenz. Halt ein Politiker!
Hätten wir doch statt dieser Berufspolitikern Persönlichkeiten in die Führungsebenen gewählt. Nach einer Legislaturperiode müßten die Pferde gewechselt werden.
http://www.fr-online.de/_em_cms/_multifunktion/?em_client=fr&em_art=galery&em_loc=3667&em_cnt=1745016&em_src=764209
Das reicht wohl als Kommentar.
Es ist doch eigenartig, dass 16Mio Michel der neuen Bundesländer nach überstandener Diktatur eine Normenklaturar Kaderin gewählt haben. Ist der ostdeutsche Michel wirklich so dumm ?
Wenn man die Kommentare liest bin ich doch erfreut noch gebildete
dt Michel kennen zu lernen zu dürfen. Danke.
Das Erwachen kommt und wird grausam werden nur will es keiner glauben und zur
Kenntnis nehmen.
Wenn Dummheit weh tun würde, würde in Deutschland zu Weihnachten das entsetzte Schreien das Jauchzet ,Frohlocket der Weihnachtspassion von Bach übertönnen.
Ich hoffe,dass ich den Zensor nicht zu nahe getreten bin und meinen Kommentar
veröffentlicht
Trotzdem einen schönen geruhsamen und aufbauenden 4 ten Advent.
Es gibt noch eine zweite Gesellschaftsschicht ausserhalb von "Wetten dass? und Formel 1", die ebenfalls schwarz/gelb wählen. Das sind die, die von den primitiven Banalkonsumenten profitieren, man könnte auch sagen das sind "Die Gerissenen".
Mit Werte und Kultur haben diese jedoch noch weniger zu tun als die Banalen - eher etwas mit Blendern und Ganoven.
[Der Musikantenstadel ist schuld am Wahlerfolg von schwarz/gelb? ........ Ergibt irgendwie keinen Sinn.]
Das Sie es nicht verstehen, ist es uns allen schon klar. Deshalb haben Sie auch diese Regierung gewählt.
Paging