Krisentreffen ohne konkretes Ergebnis: Die Koalitionsspitzen haben sich zumindest bei der geplanten Bankenabgabe genähert. Die Politiker von FDP und Union schielen auch auf die Wahl in NRW.
Die schwarz-gelbe Koalition will nach den internen Konflikten der vergangenen Monate wieder in die Offensive kommen. Bei einem Treffen am Sonntagabend im Kanzleramt näherten sich die Spitzen der Koalition vor allem bei der geplanten Schaffung eines Krisenvorsorgefonds an, in den die Banken einzahlen müssten. Zudem soll es noch vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen Anfang Mai erste Aussagen zur geplanten Steuerreform geben. Auch Änderungen bei Hartz IV sind im Gespräch.
FDP-Chef Guido Westerwelle auf dem Weg zum Spitzentreffen im Kanzleramt. (© Foto: ddp)
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Der Vize-Kanzler und FDP-Chef Guido Westerwelle sagte nach dem Treffen: "Die Dinge finden zueinander und wir haben konkrete Fortschritte bei Bankenregulierung und Bankenverantwortung erreicht." Ein anderer Teilnehmer der Runde sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es zeichnet sich eine differenzierte Lösung ab."
Das Konzept von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht nach SZ-Informationen vor, dass die Kreditinstitute einen geringen Teil ihrer Gewinne an den Bankenrettungsfonds Soffin abführen. Sollte ein Geldhaus in Schieflage geraten, würde in Zukunft zunächst der Soffin Eigenkapitalhilfen gewähren.
Die Höhe der Abgabe könnte sich nach der Bilanzsumme richten, von der die Summe der Kundeneinlagen abgezogen wird. Institute mit hohen Kundeneinlagen - also insbesondere Sparkassen und Volksbanken - würden damit weniger stark belastet als die Großen der Branche, die ihr Geld vor allem im sogenannten Investmentbanking verdienen.
Union und FDP liegen derzeit in den Meinungsumfragen sowohl im Bund als auch in NRW hinter der Opposition zurück. Sollte die Wahl an Rhein und Ruhr verlorengehen, wäre auch die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat dahin. Die Koalition wäre dann bei allen wichtigen Beschlüssen auf Stimmen von Ländern angewiesen, in denen Sozialdemokraten oder Grüne mitregieren.
Wie aus Koalitionskreisen verlautete, wollen Union und FDP deshalb noch vor dem 9. Mai eine Reihe von Beschlüssen fassen, die den Bund möglichst wenig Geld kosten, den Bürgern aber zeigen, dass die Regierung handlungsfähig ist. Dazu zählen neben der Bankenabgabe unter anderem Änderungen bei den Hinzuverdienstmöglichkeiten für Hartz-IV-Empfänger.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte zudem an, dass die Regierung sich noch vor der Landtagswahl zur geplanten Steuerreform äußern werde. "Wir können das konkretisieren und werden das auch tun, was machbar ist", sagte sie im Deutschlandfunk. Noch vor wenigen Tagen hatte die Regierung einem entsprechenden Bericht der Süddeutschen Zeitung widersprochen. Merkel erklärte, abschließende Aussagen zur Steuerreform würden folgen, sobald die Ergebnisse der Steuerschätzung ausgewertet seien. "Das heißt also: Alle Antworten werden wir vor dem 9. Mai (...) nicht geben können", sagte sie.
Mehrere CDU-Ministerpräsidenten erhöhten zugleich den Druck auf die FDP, ihre Steuersenkungswünsche zu überdenken. Der baden-württembergische Regierungschef Stefan Mappus und sein saarländischer Kollege Peter Müller erklärten, sie könnten größeren Steuererleichterungen im Bundesrat nicht zustimmen. Ähnlich kritisch äußerte sich NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.
An dem Treffen im Kanzleramt nahmen Merkel, Schäuble, die Parteichefs Westerwelle und Horst Seehofer (CSU) teil, zudem die Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder (CDU) und Birgit Homburger (FDP) sowie CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich. Westerwelle und Friedrich lobten danach das gute Gesprächsklima.
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(SZ vom 22.03.2010/aho)
Debatte um Militärintervention in Syrien
...aufwacht verstehe ich die Welt nicht mehr. Eine Schmierenkomödie (Bundestagswahl) jagt die andere (NRW-Landtagswahl) - aufgeführt von korrumpierten Laiendarstellern. Wir sollten in 4 Wochen für Neuwahlen sorgen.
Na klar schielen die Schwarz/Gelben auf die NRW-Wahlen. Dass sie aber so lange gebraucht haben, um überhaupt gegen die Zockerbanken vorzugehen, spricht Bände für ihre Klientelpolitik.
Die Bankenabgabe als Konsequenz aus der von den Großbanken geschuldeten Finanzkrise ist schon längst überfällig.
http://www.youtube.com/watch?v=PinReqEkEqc
Versuchen wir´s:
Nur mal angenommen, es hätte eine Zeit gegeben, in der die Herren Westerwelle und Niebel noch nicht in der Regierung waren. Nur mal angenommen, sie wären nur deshalb in die FDP eingetreten, weil man dort als kleiner Partei relativ schnell Karriere machen kann. Nur mal angenommen, sie hätten in dieser Zeit Leuten, auf deren Geld sie angewiesen waren, die mit ihnen selbst oder ihren Geschwistern wirtschaftlich verbunden waren bzw. sind, Versprechungen gemacht und/oder die Erwartung geweckt, sie würden ihnen im Falle einer Regierungsbeteiligung Vorteile zukommen lassen. Ausdrücklich oder stillschweigend. Hier ein kleines Gesetz, dort eine Einladung zu einem Gesprächstermin mit Organisatoren der übernächsten Fußball-WM auf dem Briefbogen des Auswärtigen Amtes.
Welches Gegenargument hättet Ihr, liebe Westerwelle-FDP-Kopfpauschalen-Freunde, wenn man heute sagte: Jetzt ist es soweit. Der Turnover hat begonnen.
Lasst hören.
die Banken muessen als "bluten"?!
Laecherliche Kosmetik, so eine Mini-Haftpflichtversicherung, aber mehr wollte Herr Ackermann wohl nicht zulassen!
Paging